Francisco Espoz y Mina

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Francesco Espoz y Mina.

Mina.
Vorpostegefecht von Vernet.

Mina (Francesco Espoz y), geb. 1784 im Königreich Navarra, und sein Neffe Xavier vereinigten im Anfang des spanischen Revolutionskrieges einige Partisane zum kleinen Kriege gegen die Franzosen, und beide zeichneten sich durch kühne Unternehmungen aus, wodurch sie den Franzosen oft großen Abbruch thaten.

Im October 1810 fingen sie z. B. einen großen Geldtransport von einer Million Franken zwischen Bayonne und Madrit auf.

Sie waren es insbesondere, die den Krieg der Guerillas recht organisirten, wodurch sie einen großen Einfluß auf die Begebenheiten des ganzen Krieges hatten.

Im Jahre 1811 ernannten die Cortes den ältern Mina zum Chef eines großen Freikorps, das am Ende bis gegen 15,000 Mann anwuchs und sich nach allen Richtungen hin ausdehnte.

1813 wurde er von der Regentschaft zum Marechal de Camp ernannt; allein bald nachher war er in einem Gefecht mit den Franzosen so unglücklich, daß sein ganzes Corps zerstreut wurde, und er zu St. Jean de Port eine Zuflucht suchen mußte, in der er bis zu Ferdinands Rückkehr blieb. Er wurde nun nach Madrid gerufen, allein er sprach hier so freimüthig zu Gunsten der liberalen Partei, daß er, um nicht arretirt zu werden, nach Navarra entfliehen mußte.

Beide Mina nahmen hier an dem Versuche Theil, Pampeluna's sich zu bemächtigen, und mußten mit ihren Freunden landflüchtig werden.

Der ältere kam nach Paris, wurde für einen Augenblick verhaftet, aber auf Befehl des Königs freigelassen und hält sich seitdem in Frankreich auf.

Der jüngere Mina ward bei Bordeaux angehalten, reis'te während der hundert Tage nach England und rüstete sich hier zu einem Zuge nach Mexiko. Mit wenig Begleitern, aber versehen mit 7000 Gewehren und vollständiger Ausrüstung für 2000 Mann Infanterie und 5000 Mann Cavallerie, segelte er im Mai 1816 von Liverpool ab, und kam im Juni in den vereinigten Staaten an, wo viele Freiwillige zu ihm stießen. Nach manchem Ungemach durch Stürme und Krankheiten landete er endlich im April 1817 mit seinen Begleitern zu Matagorda, unweit Tampico an der mexikanischen Küste, wo der Befehlshaber der dort kreuzenden Kaper und die Einwohner sich mit ihm vereinigten. Er fing sogleich an, die zerstreuten Insurgentenhaufen zu sammeln, und nach einem festen Plane den Krieg zu führen; allein die strenge Mannszucht und die Abhängigkeit, in welche die einzelnen Bandenanführer zu ihm gestellt wurden, erregten Unzufriedenheit. Doch machte er einige Fortschritte. (Vergl. den Art. Westindien.) Der Vicekönig von Mexiko Apodaca setzte daher schon den 12. Juli 1817 einen Preis von 500 Piastern auf seinen Kopf. Endlich ward er wahrscheinlich durch Verrätherei einiger von ihm beleidigten Offiziere, bei dem Passe Venadito, den 27. Oct. 1817, von dem spanischen Obersten D. Francisco de Orrantia überfallen und nebst 25 seiner Begleiter gefangen genommen. Ein Dragoner, Namens Cervantes, nahm ihn gefangen, wurde zum Brigadier ernannt, erhielt jenen Preis und trug seitdem eine Medaille mit der Inschrift: Er fing den Verräther Mina.

Man schaffte den unglücklichen Abenteurer nach Mexiko, wo er, ungeachtet die Junta der Insurgenten auf das Nachdrücklichste sich für ihn verwandte, und mit Repressalien drohte, die man auch nachher an spanischen Offizieren vollzog, den 13. Nov. 1817 erschossen wurde.


Quellen und Literatur.

  • Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.