Franz Peter Felix Vonderweid

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Biographien.

(1811) Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.

(1812) Nekrolog denkwürdiger Schweizer aus dem achtzehnten Jahrhundert, nach alphabetischer Ordnung bearbeitet für Freunde vaterländischer Kultur und Geschichte von Markus Lutz, Aarau 1812 bei Heinrich Remigius Sauerländer.


Von der Weid.

Von der Weid, Schweizer, diente in der französischen Armee und war bey der Expedition von St. Domingo unter Leclerc angestellt, wo er die Forts der Creta-a-Pienot einnehmen half.

Als er nach Europa zurückgekommen war, vertraute ihm die helvetische Regierung im October 1802 das Kommando ihrer Truppen gegen die Berner an, die sich bey Moudon in eine Armee zusammengezogen hatten; Von der Weid schloß mit ihnen einen Waffenstillstand, bis die Vermittlung Frankreichs angenommen wurde.


Franz Peter Felix Vonderweid.

Vonderweid, Franz Peter Felix, Brigade-General in k. k. französischen Diensten, geb. zu Freiburg 1766.

Er trat sehr frühzeitig in franz. Kriegsdienste beim Regiment Vigier, bei welchem sein Vater eine Kompagnie hatte. Bis zum Ausbruche der Revolution in der Schweiz war er Mitglied des großen Raths seiner Vaterstadt; dann aber griff er wieder zu den Waffen und diente als General-Adjutant.

Er machte unter Massena den Feldzug mit gegen den Erzherzog Karl und gegen die Russen, und kommandirte späterhin den linken Flügel der französisch-helvetischen Truppen im Wallis wider die Oestreicher.

Darauf wurde er bei der Armee angestellt, mit welcher Napoleon als erster Konsul Italien wieder eroberte.

Nun nahm Vonderweid auch wieder thätigen Antheil an den Unruhen, welche in seinem Vaterlande sich erhoben hatten. Er vertheidigte die Sache der Zentral-Regierung gegen die Föderalisten. Er wurde zuerst an die Spitze des ersten Schweizer-Bataillons gestellt; dann beim Rückzuge der helvetischen Regierung von Bern nach Lausanne General der gesammten bewaffneten Macht der helvetischen Republik. Man macht ihm Vorwürfe über die Entführung der öffentlichen Gelder von Freiburg nach Lausanne; er mußte dieses aber auf Befehl der helvetischen Regierung thun, weil diese die Kassen den Föderalisten nicht in die Hände kommen lassen wollte.

Sobald die Mediations-Akte in der Schweiz erschienen war, trat Vonderweid als Brigade-General wieder in franz. Dienste und empfieng die Dekoration eines Kommandanten der Ehrenlegion. In dieser Eigenschaft machte er 1805 im Armee-Korps des General Barraguay d'Hiliers den Feldzug in Deutschland mit, dann forderte ihn der Marschall Ney zu sich, um mit ihm zur Eroberung des Tyrols zu wirken, wo er eine Zeitlang Kommandant von Insprug war. Auch den Feldzug gegen Preußen machte er in den beiden folgenden Jahren mit, wo er in der Schlacht von Eylau verwundet wurde.

Der Kaiser ernannte ihn zum Reichs-Baron und ertheilte ihm zur Belohnung so vieler Dienste ein Majorat in Westphalen. Er war inzwischen Kommandant des Forts von Danzig geblieben, bis er auf sein Verlangen Erlaubniß erhielte sich zur Armee nach Spanien zu begeben. Im J. 1809 eilte er dahin, aber bald darauf ward er, und zwar den Tag vor der Schlacht bei Talavera de la Reyna, spanischer Kriegsgefangener. Als solcher lebte er zu Karthagena. Im Weinmonat 1810 wurde er daselbst von einem seuchenartigen Fieber ergriffen, das nach drei Tagen seinem Leben ein Ende machte.

Vonderweid war kein Mann von großen und glänzenden Talenten, aber von großer Festigkeit des Karakters, und im gesellschaftlichen Umgange sehr angenehm.


Quellen und Literatur.

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.
  • Nekrolog denkwürdiger Schweizer aus dem achtzehnten Jahrhundert, nach alphabetischer Ordnung bearbeitet für Freunde vaterländischer Kultur und Geschichte von Markus Lutz, Aarau 1812 bei Heinrich Remigius Sauerländer.