Franz von Werneck

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Werneck (Baron von) Feldmarschallieutenant in österreichischen Diensten, Ritter des Marien Theresien-Ordens, wurde 1793 als General-Major in Brabant angestellt, zeigte daselbst viele Thätigkeit, befand sich unter Ferrari bey der Belagerung von Valenciennes, und kommandirte unter Alton das österreichische Korps, das sich bey der Belagerung von Dünkirchen befand.

1794 fuhr er fort, in den Niederlanden zu dienen, zeichnete sich den 29. März bey der Affaire von Cambrésis aus, und ward im Laufe des Juny Feldmarschallieutenant.

Im Aprill 1796 legte er viele persönliche Tapferkeit und vieles Talent unter Wartensleben an Tag. Den 15. Juny zu Wetzlar, den 3. July vor Montabauer, der 6. bey Limburg, den 23. August bey Amberg, den 3. September bey Würzburg, allenthalben in diesen Affairen leistete er nach einander die ausgezeichnetsten Dienste, hielt Jourdans Fortschritte auf, und beschleunigte seinen Rückzug.

Nach der Niederlage der französischen Armee erhielt Werneck am 22. September das Oberkommando der österreichischen Truppen am Niederrhein. Durch Liebe zum Spiel (wie man erzählte) in Frankfurt zurückgehalten, überließ er im Aprill 1797 seinen Divisionsgeneralen die Sorge für die Vertheidigung seiner Linie, eben als Hoche über den Rhein ging; und er erschien bey der Armee, um Augenzeuge der Niederlage zu seyn. Der Kaiser entließ ihn im Laufe des July mit halber Pension.

Da er 1805 bey der österreichischen Armee in Bayern von neuem angestellt worden war, verließ er mit dem Erzherzog Ferdinand die Armee, welche Mack in Ulm kommandirte, und wurde im Augenblick, wo er sich durch Franken zurückziehen wollte, vom Prinzen Mürat eingeholt. Genöthigt, sich zu ergeben, unterzeichnete er eine Kapitulation, in die mehrere seiner unter ihm kommandirenden Generale sich ver..aten, eingeschlossen zu werden, und sich mit dem Erzherzog Ferdinand vereinigten.

Auf diesen Vorfall sollte sich Werneck vor ein Kriegsgericht in Oesterreich stellen, kam aber Krankheitshalber nicht dahin, und blieb zu Königsgrätz, wo er kurze Zeit darauf an einem Anfalle von Schlag starb.



Sein Bruder ist königlich-bayerischer Kammerherr.


Quellen und Literatur.

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.