Frieden von Lunéville

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Die Ratificationen des Lüneviller Friedens werden ausgewechselt.

Den 16. März 1801.


Der Definitiv-Friedens-Tractat zwischen Sr. Maj. Franz II. und der französischen Republik kam am 9. Februar 1801 in Lüneville zu Stande. Die Bevollmächtigten der contrahirenden Theile waren der Graf Ludwig von Cobenzl und der Staatsrath Joseph Bonaparte. Der Tractat selbst war in 19 Artikeln abgefaßt. Sr. Maj. erneuren darin die Abtretung der vormahligen belgischen Provinzen, der Grafschaft Falkenstein, des Frikthals, der Lehen in der ligurischen Republik, und der Länder, welche seit dem Frieden von Campo Formio einen Theil der cisalpinischen Republik ausmachen. Dagegen erhalten S. Maj. in völliger Souverainetät: Istrien, Dalmatien, und die dazu gehörigen vormahls venezianischen Inseln im adriatischen Meere; die Mündungen von Cattaro, die Stadt Venedig, die Lagunen und die zwischen den k. k. Erbstaaten, dem adriatischen Mere und der Etsch von ihrem Ausflusse aus Tyrol, bis zu ihrer Ergießung in das gedachte Meer, gelegenen Staaten, so daß der Thalweg der Etsch zur Gränzlinie dient. Dem Großherzog von Toskana wurde eine völlige und gänzliche Entschädigung in Deutschland für seine italiänischen Staaten zugesichert. Das Breisgau kommt an den Herzog von Modena. Der Thalweg des Rheins soll künftig die Gränze zwischen dem deutschen Reiche und der französischen Republik machen. Die Erbfürsten des deutschen Reiches, welche ihre Besitzungen auf dem linken Rheinufer verloren haben, sollen im Schooße des gedachten Reiches eine Schadloshaltung bekommen. Die auf den abgetretenen, erworbenen und vertauschten Ländern haftenden Schulden werden von denjenigen übernommen, welchen gedachte Länder zufallen. Die batavische, helvetische, cisalpinische und ligurische Republik sind in den Friedenstractat eingeschlossen. Die Ratification geschah von Seiten Sr. Maj. am 9ten März, von Seiten des ersten Consuls Bonaparte am 11ten, worauf die Auswechslung beyder am 16. März in Paris erfolgte.


Quellen und Literatur.

  • Denkwürdigkeiten aus der Geschichte der österreichischen Monarchie. Auf jedem Tag des Jahrs gesammelt. Von G. A. Griesinger. Wien. Bey J. V. Degen, Buchdrucker und Buchhändler. 1804.