Friedrich Anton von Hohenzollern-Hechingen

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Nekrolog des Fürsten Friedrich Anton von Hohenzollern-Hechingen, k. k. wirklichen Kämmerers, Generals der Kavallerie, und Inhaber eines Kürassierregiments.

Entsprossen aus dem uralten Stamme der Fürsten und Grafen von Hohenzollern-Hechingen, wurde Graf Friedrich Anton am 24sten Februar 1726 zu Freiburg im Breisgau geboren, wo damals sein Vater, Graf Hermann Friedrich, k. k. Gouverneur war. In seinem 18ten Jahre, am 1sten Januar 1744 trat er in k. k. Kriegsdienste, und wurde als Fähndrich in dem damaligen Infanterieregiment Grunne angestellt. Da er für den Dienst der Kavallerie eine größere Neigung empfand, trat er bald darauf zu demselben über. Er kam als Unterlieutenant zu Labhowitz Kavallerie, und wurde, nachdem er in diesem Regimente zum Lieutenant und zweiten Rittmeister vorgerückt war, als wirklicher Rittmeister zu Karl Palfi befördert.

Sein reger Diensteifer und seine sich immer mehr und mehr entwickelnden militärischen Talente verschafften ihm unter dem 26sten Februar 1757 die Stelle eines zweiten Majors, unterm 11ten März 1758 die Würde eines Obristlieutenants, und endlich unterm 24sten April 1763 die Beförderung zum zweiten Obersten in dem obengenannten Regimente Karl Palfi. Im Jahre 1764 wurde er zum wirklichen Obersten und Regimentskommandanten bei Würtemberg Dragoner, und dann den 7ten September 1771 zum Generalmajor und Brigadier der Kavallerie erhoben. Zur Belohnung seiner ausgezeichneten Geschicklichkeit und Thätigkeit wurde er vier Jahre später am 3ten August 1775 zum zweiten Inhaber des damals den Namen E. H. Maximilian führenden 8ten Kürassierregiments ernannt, worauf derselbe im Jahre 1780, nachdem der E. H. Maximilian zum Churfürsten von Cölln gewählt wurde, dieses 8te Kürassierregiment als erster Inhaber erhielt. Im Frühjahre 1783 wurde er zum Feldmarschalllieutenant, und später um General der Kavallerie befördert. Beide Würden bekleidete er bis zum 1sten November 1788, wo er, der 62jährige, in den Ruhestand, mit Beibehaltung seines Regiments, gesetzt wurde.

In den während seiner langwierigen Dienstzeit vorgefallenen Kriegen des Hauses Oesterreich diente er mit ausgezeichneter Tapferkeit, Klugheit, Treue und Ehre, und erhielt als Bürgen seines persönlichen Muthes mehrere ehrenvolle, nicht unbedeutende Wunden. Noch ist zu bemerken, daß der Verstorbene von der Kaiserin Maria Theresia zum wirklichen Kämmerer ernannt, und von dem Kaiser Joseph II. im Jahre 1781 zum Beweise seiner Zufriedenheit unter jenen 36 Kammerherren gewählt wurde, welche den Monarchen stets umgeben mußten.

Seit der Accession des Hohenzollerischen Hauses zu dem rheinischen Bunde (1sten August 1806) führte er mit den übrigen nachgebornen Familiengliedern den fürstlichen Titel, welcher bis dahin dem regierenden Chef gebührte. Allgemeine Achtung begleitet das Andenken dieses verdienstvollen Fürsten, der am 26sten Februar zu Brünn an einer gänzlichen Entkräftung im 87sten Jahre seines Alters entschlief, und am 28sten mit den seinen Range gebührenden Ehrenbezeugungen zur Erde bestattet wurde.


Quellen und Literatur.

  • Politisches Journal nebst Anzeige von gelehrten und andern Sachen. Herausgegeben von einer Gesellschaft von Gelehrten. 1812.