Friedrich I. (Württemberg)

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Friedrich Wilhelm., König von Würtemberg.

Friderich König von Württemberg.

Friedrich Wilhelm I., König von Würtemberg, gebohren den 6. November 1754, vermählt 1788 mit einer Prinzessin von Braunschweig Wolfenbüttel und 1793 zum zweytenmal mit Mathilde, Prinzessin von England, Tochter Georg III. Er folgte den 23. Dezember 1797 seinem Bruder als Herzog von Würtemberg und schloß in demselben Jahre mit der französischen Republik Frieden.

Vom Anfange seiner Regierung hatte er heftige Streitigkeiten mit den Würtenbergischen Ständen, die ihm Eingriffe in ihre Vorrechte Schuld gaben. Im April 1803 wurde der Herzog Friedrich Wilhelm, in Folge des Friedens von Lüneville, Churfürst des heiligen römischen Reichs und in Gemäßheit des Preßburger Friedens, durch den er eine ansehnliche Erweiterung seiner Besitzungen erhielt, ließ er sich den 1. Januar 1806 zum König von Würtemberg ausrufen. Er hatte im Oktober 1805 bey den neuentstandenen Feindseligkeiten zwischen Frankreich und Oesterreich, dem Kaiser Napoleon in seiner Residenz empfangen und ein Corps seiner Truppen unter dem Kommando eines seiner Söhne zu der französischen Armee stossen lassen. Ein gleiches Kontingent gab er zu dem Feldzuge 1806 und 1809 als Mitglied des rheinischen Bundes.

Seine Tochter ist seit 1807 mit dem Könige von Westphalen vermählt. Seine Schwester war mit dem Kaiser von Rußland Paul I. verehlicht; sie reisete, vor der Revolution, in Frankreich unter dem Namen der Gräfinn von Norden, und lebt als verwittwete Kaiserinn in Petersburg.

Er hat 6 Brüder, von denen die meisten sich dem Militärdienste der ersten europäischen Mächte Oesterreich, Rußlands, Preußens und Dänemarks gewidmet haben.


Sein Bruder Ferdinand, Prinz von Würtemberg, österreichischer Feldmarschall, Großkreuz des Maria Theresien Ordens stand 1793 bey der Armee des Prinzen von Koburg und that sich dabey hervor; im März 1795 ging er zu der Armee am Niederrhein, wo er weniger glücklich war, namentlich im Juny 1796 bey Lahn, wo ihn die Ueberlegenheit der französischen Armee unter Jourdan zu einem schleunigen Rückzug nöthigte. Im April 1797 übernahm er das Kommando der bewaffneten Bürgerschaft von Wien, erhielt das Bürgerrecht und der Magistrat ließ seine Büste verfertigen und in dem Bürgerzeughause aufstellen. Bis nach dem Frieden von Preßburg war er Wiener Stadtkommandant, nahm aber hierauf als apanagirter Prinz eines Hauses, das in den rheinischen Bund getreten war, seinen Abschied.


Sein Bruder Eugen, Preußischer Feldmarschall, war zu Ende des Jahres 1805 für das Kommando der Preußischen Reservearme bestimmt. Im Januar 1806 erhielt er von seinem Bruder den Titel königlicher Hoheit und die Dekoration der französischen Ehrenlegion. In dem Feldzuge 1806 kommandirte er abermals die Reservearmee, war vor der Schlacht von Jena über Halle und Merseburg, zur Unterstützung der Hauptarmee herbeygeeilt, kam aber dennoch um 2 Tage zu spät. Napoleons Umsicht hatte den entscheidenden Schlacht ausgeführt, ehe dies Reservekorps von 20,000 Mann zur Armee stoßen konnte. Jetzt marschirte der Prinz von Pontecorvo dem Prinzen von Würtemberg entgegen, nahm Halle in Sturm ein, und warf die Preußen, die hier 5000 Mann und 34 Kanonen einbüßten. Nach diesem Gefechte überließ der Prinz Eugen das Kommando seiner Korps dem General Blücher und trat von der Kriegsbühne ab.


Friedrich Wilhelm I. König von Württemberg.

Friedrich Wilhelm I. König von Württemberg, geboren zu Trevtow an der Rega, den 6. Nov. 1754, gestorben am 30. October 1816.

Seine Eltern waren der am 23. Dec. 1797 verstorbene regierende Herzog von Württemberg Friedrich Eugen und dessen Gemahlin Frederike Dorothee Sophie geb. Prinzessin von Preussen aus dem Hause Brandenburg-Schwedt. Er vermälte sich zum erstenmal am 27. October 1780 mit der Prinzessin Auguste Caroline Friederike von Braunschweig-Wolfenbüttel, und nachdem diese 1788 gestorben war, das zweytemal am 18. Mai 1797 mit der Kronprinzessin von Großbritannien, der nun verwittweten Königin Charlotte Auguste Mathilde.

Nachdem er seine Jugend theils in Preussischen, theils im Russischen Kriegsdienste zugebracht, und dann in der Stille des Privatlebens sich auf seine hohe Bestimmung vorbereitet hatte, trat er im J. 1797 die Regierung an. Die Vorsehung hatte ihm seine Wirkungssphäre in einer stürmischen, das Glück der Regenten und der Völker auf gleiche Weise bedrohenden Zeit angewiesen; sie hatte ihm aber auch die Kraft verliehen, die Gefahren dieser Zeit zu überwinden.

Im J. 1799 brach der Krieg der zweiten Coalition aus. Friedrich, der Pflicht eingedenk, die ihm als einem deutschen Fürsten oblag, vereinigte seine Truppen mit denen des Kaisers, und als das Glück der guten Sache unhold ward, überliess er lieber sein Land dem Feinde, als daß er, um augenblickliche Vortheile zu erlangen, seine Würde verläugnet hätte. Der Erfolg ließ diese Art von Beharrlichkeit nicht unbelohnt. Friedrich erlangte in den Regensburger Verhandlungen von 1802 die Kurwürde, und sah das abgetretene Mömpelgard und die dazu gehörige Herrschaften, durch mehrere Reichsstädte und geistliche Gebiete ersetzt, die einen Flächenraum von 40. Quadratmeilen, mit 140,000 Seelen umschrieben, und in einen besondern Staat vereinigt, durch die in Ellwangen niedergesetzten Collegien verwaltet wurden.

Im J. 1805 entbrannte der Krieg der dritten Coalition. Die französischen Heere überschwemmten Württemberg, Napoleon war in Ludwigsburg; der Kurfürst verband sich mit ihm. Diese Verbindung hatte grosse und glänzende Folgen. Nicht nur gab der Presburger Friede dem Regenten von Württemberg die königliche Krone, mit der Fülle der Souverainetät, sondern vermehrte auch sein Land durch einen ansehnlichen Theil der österreichischen Besitzungen in Schwaben, welchen Vermehrungen die Rheinische Bundesacte noch viele vormals Reichsständische fürstliche und gräfliche Gebiete beifügte.

Der Krieg gegen Preussen gewährte Württemberg keine Eroberungen, dagegen wurden nach dem Feldzuge von 1809 wichtige Erwerbungen, längs der ganzen Ostgränze des Königreichs gemacht, unter denen besonders die Stadt und das Gebiet von Ulm sich auszeichneten.

Der russische Krieg forderte grosse Anstrengungen und Opfer; als aber 1813 Napoleon Frankreichs drückende Uebermacht noch behaupten und den Opfern keine Grenzen setzen wollte, welche die Verbindung mit ihm nach sich zog, trat auch Friedrich, vermöge des Tractats von Fulda, (2. Nov. 1813) dem grossen Bunde bey, und sein tapferes Heer, angeführt von dem Kronprinzen, vermehrte durch glänzende Thaten den hohen Ruhm, den es sich in den frühern Kriegen erworben hatte. So erhob Friedrich durch eine seine Zeit und der Gang der Ereignisse scharfsinnige beachtende und beurtheilende Politik, so wie durch Festigkeit und selbstständiges Wirken Württemberg zu einem früher nie geahneten Ansehen und Einfluss, und vermehrte, in einer Periode, in der so viele Staaten ihren Untergang gefunden, das Gebiet seines Hauses um mehr als das gedoppelte. Derselbe Geist der Energie, der Consequenz und der ernsten, imponirenden Wirksamkeit erwies sich auch in der innern Verwaltung, wie denn die musterhafte Bildung des Militärs, die in allen Zweigen der Administration erregte Thätigkeit, die alles umfassende, wachsame und überall wirkende Policey, die Verbesserung und neue Einrichtung der Landstrassen, eine Menge zum Theil prächtiger Bauanlagen, zumal in der Hauptstadt, die Stiftung der Universität zu Ellwangen und die Erweiterung der Medicinalanstalten zu Tübingen, dann sehr viele Reformen in der Gesetzgebung und in dem Organismus der Verwaltung, so wie manche zweckmässige Verfügungen zur Förderung des allgemeinen und besondern Wohls - eben so viele Denkmale einer kraftvollen, überall auf löbliche Zwecke strebenden, mit Ernst ihren Willen geltend machenden Regierung sind. Um seinem Volke die Wohlthat einer auf liberalen Grundsätzen beruhenden repräsentativen Verfassung zu geben, versammelte der König, nach seiner Zurückkunft von der Wiener Congresse, die Stände des Landes; noch sind aber die Verhandlungen über diesen, wichtigen Gegenstand nicht beendigt.

Die Kinder des Königes aus seiner ersten Ehe sind: 1) Se. Majestät der jetzt regierende König Wilhelm einer der ausgezeichnetsten Helden in den grossen Kampfe um die Befreyung Europa's von dem französischen Joche - geb. am 27. Sept. 1781, vermählt 1816 mit der Großfürstin Katharina von Rußland, verwittibten Prinzessin von Holstein-Oldenburg. 2) Der K. Prinz Paul Karl Friedrich August, geb. am 19. Jan. 1785, vermählt am 28. Sept. 1805 mit der Prinzessin Katharine Charlotte von Sachsen-Hildburghausen. 3) die K. Prinzessin Friederike Katharine Sophie Dorothee, geb. am 21. Febr. 1783, vermählt am 12. Aug. 1807 mit dem vormaligen Könige von Westfalen, mit dem sie, mit edler Aufopferung ihr Schicksal mit dem seinigen theilend, in den österreichischen Staaten lebt.


Quellen und Literatur.

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.
  • Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.