Friedrich III. (Salm-Kyrburg)

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Salm-Kyrburg (Friedrich Rheingraf von), zu Limburg in Belgien geboren, ergriff 1787 die Patriotenpartei in Holland, in der Hoffnung, Erbstatthalter zu werden.

Am französischen Hofe gab er vor, daß er in Holland großen Einfluß habe, und hier stellte er sich, als ob er zu Versailles viel gelte. Wirklich verschaffte er sich durch den Minister Calonne das Feldmarschallspatent und 40,000 Livres jährlichen Gehalts, statt dessen ihm nachher eine Abfindungssumme von 400,000 Livres ausgezahlt wurde.

Als er merkte, daß die Patriotenpartei sich mit der oranischen vergleichen wollte, und deßhalb schon auf eine Vermittelung von Seiten Frankreichs angetragen hatte, sandte er, um zum Oberbefehlshaber der Armee ernannt, und mit einer Art von Dictatur bekleidet zu werden, Emissäre nach Amsterdam und den andern Städten, um die Aussöhnung und Vereinigung der beiden Parteien zu hindern; und um sich auf jeden Fall zu sichern, hielt er es auch heimlich mit der erbstatthalterschen Partei. Der Einmarsch der Preußen in Holland entlarvte ihn vollends. Er übergab Utrecht, welches er mit einer Besatzung von 8000 Mann vertheidigen sollte, und das mit Allem wohl versehen war, ohne Schwertstreich, verließ die Partei, welcher er seine Dienste zugeschworen hatte, und verschwand plötzlich.

Er wohnte darauf während der französischen Revolution zu Paris, wurde Bataillonscommandant, aber den 23sten Juli 1794, als Theilnehmer einer Verschwörung von dem Revolutionsgerichte zum Tode verurtheilt, und in seinem 48sten Jahre hingerichtet.


Quellen und Literatur.

  • Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.