Friedrich Wilhelm von Hohenlohe-Kirchberg

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Biographien.

(1805) Gallerie historischer Gemählde aus dem achtzehnten Jahrhundert. Ein Handbuch für jeden Tag des Jahres. Von Samuel Baur, Prediger in Göttingen bey Ulm. Hof, bey Gottfried Adolph Grau, 1805.

(1808) Thaten und Charakterzüge berühmter österreichischer Feldherren. Wien. In der Degenschen Buchhandlung. 1808.

(1811) Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.


Friedrich Leopold, Fürst von Hohenlohe-Kirchberg.

Kaiserlich-Königlicher General-Feldzeugmeister.

Ein verdienter General, im Jahr 1732 zu Kirchberg im Hohenlohischen geboren. Er fieng im Jahr 1750 bei dem kaiserl. Infanterie-Regimente Altwolfenbüttel (jetzt Olivier Wallis) zu dienen an, und befand sich als Grenadier-Hauptmann 1757 in der Schlacht bei Leuthen, wo er durch einen Kartätschenschuß an der rechten Hand stark verwundet wurde. Als hierauf am 18ten Dec. die Preußen Breslau wieder einnahmen, wurde er darinn zum Kriegsgefangenen gemacht. Er blieb es bis im August 1758, da er ausgewechselt wurde. Bald hernach gieng er wieder zur Armee, und die Kaisern ernannte ihn zum Major beim obigen Regiment. Im Jahr 1773 wurde er Generalmajor, 1781 Eigenthümer eines Infanterie-Regiments, 1783 Feldmarschall-Lieutenant und 1789 Feldzeugmeister.

Bei Landshut wurde er 1760 gegen die zwei feindlichen Hauptredouten kommandirt, welche er muthvoll angreifen und erobern half. Ohne eine Schußwunde durch den rechten Arm zu achten, wußte er den weit überlegenen Feind, bis zur Annäherung eines Succursus, in Respekt zu halten; bei der Stürmung einer Redoute bekam er einen Kartätschenschuß am linken Arm, der ihn zwang, den Kampfplatz zu verlassen. Das Kleinkreutz des Marien-Theresien-Ordens war der Lohn für die bewiesene Bravour.

Im Türkenkriege war er 1788 bei der Hauptarmee, bekam aber nach dem Tode des Feldzeugmeisters Fabri 1789 das Generalkommando in Siebenbürgen. Hier schlug er im August ein Korps feindlicher Truppen beim Buczaner Passe gänzlich. Im October griff er dann den Pascha Kara Mustapha an, welcher von der Pforte den Namen eines Unüberwindlichen bekommen hatte, und gewann gegen ihn das wichtige Treffen bei Porczeny und Vaideny. Diese Siege verschafften ihm im nemlichen Jahre die Kommandeurswürde des Marien-Theresien-Ordens. Am 18ten Dec. 1791 ernannte ihn der Kaiser zum kommandirenden General in Böhmen. Im Frühjahr 1792 wurde er mit geheimen Aufträgen nach Potsdam gesendet, und der König von Preußen, der ihn einer vorzüglichen Achtung würdigte, beschenkte ihn mit einer sehr kostbaren, reich mit Brillanten besetzten Tabacksdose.

Als der Krieg mit Frankreich ausbrach, erhielt Fürst Hohenlohe ein eigenes Heer zu kommandiren, womit er am ersten August gegen Landau vorrückte, worauf er aber bald seine schönen Plane aufgeben mußte, um sich nach dem Operationsplane des Herzogs von Braunschweig zu richten. Nun half er Longwy und Verdün zu erobern. Im December schlug er mit einem eigenen Korps den feindlichen General Bournonville bei Trier und Pellingen, und rettete durch diese Siege den niederrheinischen Kreis. Zur Belohnung seiner außerordentlichen Verdienste wurde er am Ende des Jahrs vom Kommandeur zum Großkreutz des Marien-Theresien-Ordens befördert. -- Im März 1793 machte er wichtige Vorschritte gegen das Limburgische, und im folgenden Monate May befand er sich mit einem Korps bei der ersten Kolonne, welche der Herzog von York in Begleitung unsers Fürsten Hohenlohe in der Bataille bei Famars anführte, worinn sich beide (nach dem Bericht des Feldmarschalls Prinzen von Coburg) durch ihre unermüdete Thätigkeit und persönliche Tapferkeit, großen Ruhm erworben haben. Das General-Quartiermeisteramt versah er in dem letzten Monaten von 1793 und in den ersten des folgenden Jahres bei der Koburgischen Armee in den Niederlanden. Im May kam er darauf zu der Armee des Herzogs Albert bei Heidelberg, gieng dann mit einem eigenen Korps über den Rhein, vertrieb den Feind aus mehrern verschanzten Dörfern, und eroberte die Stadt Speyer. Nun aber verließ er, seiner zerrütteten Gesundheit wegen, den Kriegsschauplatz, und begab sich über Wien nach Prag, bat um seine Entlassung und erhielt sie nebst einer ansehnlichen Pension.

Die Ruhe wurde dem bald lästig, der an stete Thätigkeit und an die Beschwerden des Kriegs gewöhnt war. Sobald er sich daher erholt und neue Kräfte gesammelt hatte, beschloß er, sich wieder auf den Schauplatz zu begeben. er bat im Junius 1796 dem Kaiser aufs neue seine Dienste an, ohne weder Avancement noch Gehaltsvermehrung zu verlangen. Die kaiserliche Antwort, in welcher ihm ein Kommando übertragen wurde, kam aber erst nach Prag, als er dort schon tödtlich krank darnieder lag. Er erholte sich nicht wieder, sondern starb am 10ten August des nemlichen Jahres.

Der Fürst von Hohenlohe besaß wahren Heldenmuth und vorzügliche kriegerische Talente. Biedersinn und Geradheit zeichneten seinen Charakter aus; er war kein Hofmann, aber ein desto bessere Krieger. Durch die treuen und nützlichen Dienste, die er dem Staate leistete, und durch seine klugen Anstalten rechtfertigte er das Vertrauen, welches die Monarchen, denen er diente, in ihn gesetzt hatten. General Laudon war sein Freund, und ihre Freundschaft gründete sich auf Aehnlichkeit der Gesinnungen und Absichten.


Friedrich Wilhelm Fürst von Hohenlohe-Kirchberg.

des M. Theresien-Ordens Großkreuz, k. k. Feldzeugmeister, Inhaber eines Infanterie-Regiments und commandirender General im Königreich Böhmen.

(Geb. 1732. gest. 1800.)

Er trat schon in seinem achtzehnten Jahre in österreichische Kriegsdienste, und ward in der Schlacht bey Leuthen als Grenadierhauptmann das erste Mahl verwundet.

Bey Landshut nahm der tapfere Fürst, damahls Oberstlieutenant des Regiments Loudon, zwey feindliche Hauptredouten stürmend weg. Durch den rechten Arm geschossen, verließ er doch seine kämpfende Truppe nicht, bis er bey Bestürmung einer dritten Schanze einen Schuß auch in den linken Arm erhielt. Hier erwarb er sich das Theresien-Kreuz.

Den Feldzug von 1778 und 79 machte er mit der Loudon'schen Armee.

Im Türkenkriege 1788 warf Hohenlohe, den seine Verdienste unterdessen zum F. M. Lieutenant erhoben hatten, die von Belgrad übergeschifften Feinde mit beträchtlichem Verlust in ihre Tschaiken zurück, deren eine in Grund gebohrt und mehrere beschädigt wurden. Sie hatten keine kleinere Absicht gehabt, als den Damm von Beschania zu zerstören.

Ihm wurde, nach dem Tode des Feldzeugmeisters Fabris, das Generalcommando in Siebenbürgen übertragen, welches seinen militärischen Talenten einen größeren Wirkungskreis öffnete. Er trieb während des J. 1789 die vielfältigen, oft wüthenden, Angriffe der Türken auf die wichtigen Pässe Siebenbürgens durch kluge Anstalten und persönliche Tapferkeit immer mit solchem Erfolg ab, daß der Feind Tausende vergebens aufopferte, und was nicht unmerkwürdig dabey ist, jedes Mahl genau so viel Kanonen zurück ließ, als er mit gebracht hatte. Sein bedeutendestes Treffen lieferte Hohenlohe dem Pascha Kara Mustapha, den die Türken ihren Unüberwindlichen nannten. In dieser blutigen Schlacht blieben ihrer zwey tausend mit dem Binpascha auf dem Platz, und es wurden das ganze Lager, viele Munition und Lebensmittel, sechs Kanonen und dreyßig Fahnen erobert. Joseph der Zweyte ehrte den Fürsten mit dem Commandeur-Kreuz, und beförderte ihn bald darauf zum General-Commando in Böhmen.

Beym Ausbruche des französischen Krieges war Hohenlohe nach Berlin gesendet worden, um mit dem Herzog von Braunschweig und dem Hofe über Plan und Maßregeln des Feldzuges das Einverständniß zu treffen. Er commandirte Anfangs das Corps der Armee, welches (August 1792) gegen Landau vorrückte, nachher aber sich mit der Hauptarmee unter dem Herzog von Braunschweig vereinigte. Mit einem besonderen Corps wußte der Feldzeugmeister bey Trier und Belingen in einer nachteiligen Lage, welche durch die Maas und das Thal Belingen dreyfach durchschnitten war, durch sein Manöver und durch seine Contenance die Absichten des ihm an der Zahl sehr überlegenen Generals Bournonville (Novemb. Decemb. 1792) zu vereiteln, so daß sich dieser mit beträchtlichem Verluste zurück gedrücket sah. Dadurch war der niederrheinische Kreis gerettet. Dem so ausgezeichneten Verdienste des Sieges lohnte das Großkreuz des Theresien-Ordens.

Nachher (März 1793) machte er Fortschritte gegen das Limburgische, und befand sich mit seinem Corps bey der ersten Colonne, welche der Herzog von York in seiner Begleitung zur Schlacht bey Famars anführte. Prinz Koburg gestand beyden in seinem Berichte große Verdienste zu; und die Augenzeugen bestättigen sie.

Die letzten Monathe von 1793 bis May 1794 versah Hohenlohe das General-Quartiermeisteramt bey der koburgischen Armee in den Niederlanden -- ein Auftrag, für den er so ganz geeignet war. Unter andern legte er bey Avain le sec eine Meisterprobe von dem ab, was das Coup d'oeil im Kriege vermag. Die Franzosen rückten gegen die Truppenkette vor, welche die Belagerung von Quesnoi deckte, unwissend, das der Platz Tags vorher sich schon ergeben hatte. Auf die erste Nachricht von ihrer Annäherung sagte der Bodenkenner: Wenn der Feind dem Baume (auf einen einzelnen stehenden Baum in der Karte zeigend) links bleibt, ist er verloren -- der Feind blieb links dem Baume; Hohenlohe ließ zum Angriff blasen, mit sechs und zwanzig Schwadronen einhauen; und über fünf tausend wurden nieder gemacht.

In der Folge ging er mit einem Corps der Armee des Herzogs von Sachsen-Teschen über den Rhein, vertrieb den Feind aus mehreren verschanzten Dörfern, und bemächtigte sich noch der Stadt Speyer (17. Sept. 1794), als ihn seine zerrüttete Gesundheit nöthigte den Kriegsschauplatz zu verlassen. Er fand sich jedoch nach einer zweyjährigen Erhohlung fähig seine nützlichen Dienste fortzusetzen, und des Kaisers Majestät hatten ihm bereits die Befehle über eine eigene Armee anvertraut; aber ein hitziges Fieber riß ihn dahin, ehe er den Weg zu neuen Verdiensten antreten konnte.

Drey Haupteigenschaften sind es, welche den militärischen Charakter dieses Feldherren vollendeten. Unstörbare Fassung, ein Augenmaß, (Coup d'oeil) das große Strecken bis auf wenige Schritte angab, und die Fertigkeit zu manövriren, Truppen in Colonnen zu setzen, und auf den Punct hin zu formiren, auf den sein richtig messendes Auge sie stellen wollte. Freylich hieng er damit auch fest an seinen Ideen -- ein schulgerechter Soldat, der alles von Anstalt und Maßregeln erwartet, und dem glücklichen Zufalle keinen Dank zugesteht. "Evenemens" war sein Wort "sind willkommen; aber sie dürfen in keinen Operations-Calcül aufgenommen werden.


Fürst von Hohenlohe-Kirchberg.

Hohenlohe-Kirchberg, (Fürst von) General der Artillerie in kaiserlichen Diensten, ward 1789 in Siebenburgen gegen die Türken angestellt, trug mehrere Vortheile über sie davon und brachte den 8. Oktober einem feindlichen Korps von 10000 Mann unter Cara-Mustapha eine gänzliche Niederlage bey.

Da er bey Eröffnung des Feldzugs von 1792 in Breisgau kommandirte, schlng er sich durch die Pfalz und Zweybrücken mit seiner Division in die Champagne, und nahm nach dem Rückzug der kombinirten Armee seine Stellung bey Pellingen, vor Trier. Die Vertheidigung dieses Lagers gegen die wiederhohlten lebhaften Angriffe Beurnonvilles war eine der ersten bedeutenden Actionen in diesem Kriege und wird noch heut zu Tage als eine der brillantesten angesehen.

Nachdem er sich 1793 in die Niederlande gezogen hatte, leistete er darinnen ausgezeichnete Dienste und that sich insbesondere im May bey den Gefechten von Mont-Ausin und dem Lager von Famars, den 8. August bey dem Lager von Cäsar und den 17. bey dem Angriffe gegen den Wald von Mermal hervor. Er deckte mit Erfolg die Belagerung von Quesnoi und fuhr in den Reste des Feldzugs fort, wichtige Dienste zu leisten.

Im März 1794 vertauschte er das Kommando des linken Flügels der Koburgischen Armee mit dem der Reichsarmee unter dem Herzog von Sachsen-Teschen und unterstützte im May die Angriffe Möllendorfs im Zweybrückschen. Mißvergnügt, wie es scheint, sich bey diesen Truppen angestellt zu sehen, nahm er kurz darauf seine Entlassung und schlug selbst, wie man behaupten will, im Januar 1796 das Kommando der Armee in Italien aus.

Dem sey, wie ihm wolle, so starb er im August desselben Jahrs, eben wo er den General Wartensleben am Rhein ablösen sollte, und alle Militärs haben ihn als einen der geschicktesten Generale angesehen, der während des ganzen Revolutionskrieges gegen die Franzosen kommandirt hat.


Quellen und Literatur.

  • Gallerie historischer Gemählde aus dem achtzehnten Jahrhundert. Ein Handbuch für jeden Tag des Jahres. Von Samuel Baur, Prediger in Göttingen bey Ulm. Hof, bey Gottfried Adolph Grau, 1805.
  • Thaten und Charakterzüge berühmter österreichischer Feldherren. Wien. In der Degenschen Buchhandlung. 1808.
  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.