Gérard de Lally-Tollendal

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De Lallij Tolendal.

Lally-Tolendal (Trophime-Girard Graf von) geboren zu Paris den 5. März 1751, rechtmäßiger Sohn des berühmten Lally, den seine Grausamkeiten in Indien und die nachherige Erbitterung seiner Feinde auf das Schaffot brachten.

Der Sohn war vor der Revolution Rittmeister eines Kuirassierregiments und hatte sich durch seine gerichtlichen Reden zur Ehrenrettung seines Vaters bekannt gemacht, in denen er eben soviel Beredsamkeit als Gefühl verrieth.

Als ernannter Deputirter des Pariser Adels bey der General-Stände-Versammlung zogen ihn seine Grundsätze und noch mehr der Wunsch, eine Regierungsverfassung zu schaffen, wo er auf der Tribune glänzen könnte, zur monarchischen Parthey. Er vereinigte sich bey guter Zeit mit dem dritten Stande. Den 14. July trat er in den Konstitutionsausschuß und befand sich denselben Tag bey einer Deputation, die zur Beruhigung des Pariser Volks abgeschickt wurde. Bald aber ward er gewahr, daß die Revolution einen Gang nahm, der seiner rechtlichen Denkungsart widerstritt und opferte seinen Grundsätzen seinen Hang zur Tribune auf, indem er sich in die Schweiz zu seinem Freund Mounier begab, der auch für die Revolution gearbeitet, sie aber früher noch verlassen und besser, als er, gewußt hatte, sich von jeder Faktion entfernt zu halten.

1792 kehrte er nach Frankreich zurück, und arbeitete einige Zeit in Verbindung mit Montmorin, Bertrand-Moleville und Malouet, die Monarchie an dem Rande des Abgrunds, wo sie stand, zu retten, und um Ludwig XVI. einen Gewaltversuch unternehmen zu lassen, der ihn der Vormundschaft der Versammlung entziehen sollte; allein Ludwig schlug ihn fortwährend aus. Lally wurde endlich arretirt und in die Abtey gesetzt. Hier widmete er eine Zeit der Verfertigung von Vertheidigungsreden zu Gunsten seiner Unglücksgefährten, namentlich Montmorins. Glücklicher als dieser, entkam er den September-Szenen und flüchtete sich nach England.

Kurz nach dem 18. Brümaire kehrte er nach Frankreich zurück, und ließ sich in Bourdeaux nieder.


Quellen und Literatur.

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.