Gabriel Gottfried Bredow

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Bredow (Gabriel Gottfried), preußischer Regierungsrath und Professor der Geschichte zu Breslau, war den 14ten December 1773 zu Berlin von armen Eltern geboren, besuchte das Joachimsthalsche Gymnasium unter Meierotto, der das aufstrebende Talent des Jünglings wahrnahm, und erhielt eine Freistelle. Er ging darauf nach Halle, wo er in das philologische Seminar unter Wolf trat und bald die Theologie mit den Alterthumswissenschaften vertauschte.

Im J. 1794 ward er Mitglied das von Gedike geleiteten Schullehrerseminars und folgte 1796 der Einladung des trefflichen J. H. Voß nach Eutin, der bei der dortigen gelehrten Stadtschule den Unterricht der ersten Classe mit ihm theilte. Hier gewann er neben den alten Dichtern und der Metrik das Studium der alten Erd- und Himmelskunde lieb, aus welchem sodann seine Untersuchungen über die alte Zeitrechnung hervorgingen.

Bereits 1799 erschien sein nachmals vervollkommnetes Handbuch der alten Geschichte, dem die Untersuchungen über einzelne Gegenstände der alten Geschichte, Geographie und Chronologie folgten.

Nach Voß's Abgang übernahm er das Rectorat, ging aber 1804 als Professor der Geschichte nach Helmstedt. Hier eröffnete sich ihm ein weiterer Wirkungskreis. Er durchschaute die Lage des deutschen Vaterlandes und ganz Europa's, und stellte sie mit Kraft und Freimüthigkeit in seiner Chronik des neunzehnten Jahrhunderts dar. Aber schon beim 2ten Bande traten dem wahrheitsliebenden Patrioten so große Schwierigkeiten in den Weg, daß er die Fortsetzung des Werks an Venturini überließ und lieber zur alten Weltkunde zurückkehrte.

Er faßte den Plan, von Homer bis auf die mittlern Zeiten herab eine geschichtlich fortschreitende Darstellung aller geographischen Systeme zu liefern. Hierzu bedurfte er einer kritischen Berichtigung der kleinen griechischen Geographen. Die Materialien dafür zu sammeln, reisete er im Febr. 1807 nach Paris, wo er bis zum Herbst blieb und eine reiche Ausbeute machte.

Nach seiner Rückkehr verwickelten ihn seine Freimüthigkeit und sein Eifer, womit er in der Jugend den deutschen Sinn anzuregen suchte, bald in Untersuchungen und Unannehmlichkeiten. Gern folgte er daher 1809 einem Ruf nach Frankfurt an der Oder, und ging, als die Universität von dort nach Breslau verlegt wurde, schon 1811 dahin. Hier erkrankte er an einem unheilbaren Uebel und starb nach großen Leiden den 5ten Sept. 1814.

In diese letzte Zeit fällt die Herausgabe seiner Epistolae Parisienses und seine schätzbare Schrift über Carl den Großen.

Ihm gebührt der Ruhm eines wackern Lehrers, eines fleißigen, gründlichen und geistvollen Geschichtsschreibers, und eines wahren deutschen Patrioten.

Werke

  • Chronik des neunzehnten Jahrhunderts. 1801 - 1804. von G. G. Bredow. Altona bei Johann Friedrich Hammerich 1805.
  • Karl der Grosse wie Eginhart ihn beschrieben, die Legende ihn dargestellt, Neuere ihn beurtheilt haben, bei der Feier seines tausendjährigen Gedächtnisses in Erinnerung gebracht von G. G. Bredow. Altona, bei Johann Friedrich Hammerich. 1814.
  • Frankreichs Jahr 1814. Oder: Kann Frankreich noch Krieg führen, nachdem es die Hülfsquellen des Auslandes verloren hat? Nach einer prophetischen Ansicht der jetzigen Lage dieses Reichs von G. G. Bredow. Deutschland, in allen Buchhandlungen, 1814.
  • Handbuch der alten Geschichte Geographie und Chronologie von G. G. Bredow. Dritte verbesserte Auflage. Altona, bei Johann Friedrich Hammerich 1816.

Quellen und Literatur

  • Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.