Gabriel de Hédouville

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Dedouville, Brigade-General, 2ter Chef des Generalstaabs.

Unterlieutenant im Regiment Languedoc-Dragoner im J. 73; Lieutenant im J. 88; adjungirter Hauptmann bei den General-Adjutant den 2ten Jun. 92; Brigade-General den 8ten März 1793.

Er war neun Monat Chef des Generalstaabes der Moselarmee, welchen Posten er vollkommen erfüllt hat, er ist von mehrern Volksstellvertretern, die seine Talente und seinen Bürgersinn loben, empfohlen.


J. Hedouville.

Hedouville (J.), ehemaliger Page der Königinn, hierauf Lieutenant im Regiment Languedoc Dragoner, diente 1793 bey der Nordarmee, zeichnete sich nahmentlich im September gegen die Holländer bey Werwick, Commines und Menin aus, und wurde kurz darauf mit Houchard und Landrin abgesetzt, weil sie nicht den, zu Cambray zwischen den Generalen und den Volksrepräsentanten verabredeten, Angriffsplan ausgeführt hatten. Er wurde vor das Revolutionstribunal geführt, und im Januar 1794 frey gesprochen.

Als Chef des Generalstabes der Armee an den Küsten des Ozeans half er unter Hoche die Vendee und hauptsächlich die von Chouans besetzten Provinzen beruhigen, und in März 1797 löste er diesen General in dem Oberkommando der ganzen Westarmee ab.

1798 schickte ihn das Direktorium nach Domingo; allein er konnte daselbst keinen Einfluß erhalten, der dem von Toussaint das Gegengewicht gehalten hätte.

Nach seiner Rückkunft wurde er 1799 abermahls gegen die Chouans, welche wieder zu den Waffen gegriffen hatten, geschickt. Er unterhandelte lange mit ihnen, schloß selbst einen Waffenstillstand, der aber ohne Erfolg war, und zeigte in diesen Umständen, so wie in seinem ganzen vorhergehenden Benehmen, viele Mässigung; nachher unterstützte er, als Chef des Generalstaabes, die Maaßregeln, welche Brüne nahm, um die Ruhe wieder herzustellen und die Entwaffnung zu bewerkstelligen. Den 20. Januar 1800 erhielt er im Theater von Angers eine Krone, als Zeichen der öffentlichen Erkenntlichkeit für seinen Eifer bey Wiederherstellung des Friedens in diesen unglücklichen Gegenden.

Gegen Ende 1801 gieng er als Gesandte nach Petersburg und blieb bis 1804, wo er im July zurückkehrte und kurz darauf zum kaiserlichen Kammerherrn, Senator und Großoffizier der Ehrenlegion ernannt wurde.

Im Monath Juny 1805 wurde er beauftragt, in der Eigenschaft eines ausserordentlichen französischen Gesandten der Besitznahme des Fürstenthums Piombino beyzuwohnen, und zu Ende des Jahrs begleitete er die Kaiserinn Josephine nach Strasburg und München.

In dem letzten Feldzuge gegen Preußen ward er Chef des Generalstaabes von dem 9. Armeekorps, welches unter den Befehlen des Prinzen Hieronymus in Schlesien errichtet wurde.

Ein Verwandter von ihm ist Gesandter bey dem Fürstprimas in Frankfurt.


Die Wetterfahnen Frankreichs.

Hedouville (D'). General im Dienste der Republik; Senator am 12. Plüviose 13. J.; Reichsgraf; Grossoffizier der Ehrenlegion; Bevollmächtigter Minister des Kaisers bey dem Fürsten Primas des Rheinbundes. Am 4. Juny 1814 vom Könige zum Pair von Frankreich, und am 27. desselben Monats zum Ludwigsritter ernannt.


Quellen und Literatur.

  • Vollständige Rangliste aller Generale und General-Adjutanten in den Armeen der französischen Republik. 1796.
  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.
  • Die Wetterfahnen Frankreichs oder unsere Zeitgenossen, wie sie sind. Herausgegeben von einer Wetterfahnen-Gesellschaft. Leipzig, bey Gerhard Fleischer dem Jüngern. 1816.