Georges Couthon

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Couthon, in der Schreckenszeit genannt Cato, gebohren zu Orsay, Depart. von Püy de Dôme 1756, Advocat zu Clermont und Gerichtspräsident dieser Stadt, war Deputirter bey der Gesetzgebenden Versammlung und bey seinen Landsleuten im Rufe eines sanften braven Mannes; jetzt schlug er sich aber mit einer Wuth zu der Revolutionsparthey, und zeigte sich, während des Konvents, als den eifrigsten Anhänger der blutigen Maasregeln.

Bey seinem Eintritt in die Gesetzgebung schon legte er einen heftigen Haß gegen die monarchische Regierung an den Tag.

In der ersten Konventssitzung vom 21. September 1792 war Couthon der erste, der einen Eid des Hasses gegen das Königthum in Vorschlag brachte und die Volkssouverainetät proklamirte. Im Dezember überredete er den Konvent, Ludwig XVI. selbst zu richten. Im Januar votirte er dessen Tod und widersetzte sich lebhaft jedem Verzuge der Vollziehung.

Verunstaltet und lahm, hatte Couthon in der Versammlung als der Einzige das Vorrecht, sitzend zu sprechen, und war jederzeit von allen derjenige, den man sich am wenigsten zu unterbrechen erlaubte.

Jedoch die wirkliche Epoche seines Ansehens datirt sich von dem Falle der Gironde. Er griff zuerst ihren Präsidenten Isnard an, der Robespierre das Wort versagte. Vornähmlich hatte er den Beyfall, den er bey diesem Angriffe erhielt, Robespierre's Aufmerksamkeit zu verdanken, der ihn nachher zu seiner Kreatur und zu seinen Lieblingsvorträger machte, so oft es darauf ankam, einige gehässige Maasregeln in Vorschlag zu bringen.

Den 21. August ward er zu der Alpen und Lyoner Belagerungsarmee geschickt, und machte den Anfang zur Vollziehung des Dekrets, welches die Verwüstung Lyons anordnete.

Robespierres Fall den 9. Thermidor war auch der seinige. Den 10. Thermidor (28. July 1794) ward er hingerichtet; sein sonderbarer Körperbau und schreckbare Zusammenziehung seiner Glieder waren dem Henker ein großes Hinderniß, um ihm den Todesschlag beyzufügen.


Quellen und Literatur.

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.