Georges Frédéric Dentzel

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Dentzel (G. F.), Deputirter des Niederrhein beym Konvent, gebohren 1757 zu Türkheim im ehemahligen Fürstenthume Leiningen; sein Vater ein Bäcker, lutherischer Religion, bestimmte ihn zum geistlichen Stande, und Dentzel kam als Feldprediger zum Regimente Zweybrücken in französische Dienste.

Nachdem er bey diesem dem amerikanischen Kriege beygewohnt hatte, ließ er sich 1783 als erster Geistlicher in Landau nieder und heyrathete die Tochter eines Bürgermeisters. Da er sich 1793 als Konvents-Deputirter eben in Landau befand, als die Preußen den Ort belagerten, setzte er mehrere Offiziere ab, übernahm das Kommando selbst, kassirte die Civilobrigkeit und vereinigte die ganze Gewalt bis zur aufgehobenen Belagerung in seine Hände. Den 16ten Januar 1794 denunzirte ihn Bourdon de l'Oise; er wurde in das Stockhaus gebracht, alsbald aber wieder freygesprochen. Als Mitglied des Raths der Alten erhob er sich den 5ten Januar 1796 gegen die gemäßigte Parthey. Nach mehreren wiederhohlten Wahlen trat er endlich 1801 ganz aus dem gesetzgebenden Körper.

In neuern Zeiten wurde er General. Weil er in frühern Jahren zu Jena studirt hatte, entboth ihn im Oktober 1806 Napoleon, der von seiner Kunde der Gegend viel gehört hatte, ins französische Hauptquartier, und ließ sich von ihm am 12ten und 13ten Oktober viele Aufschlüße über das Terrain geben. Nach der Schlacht bey Jena wurde er französischer Kommandant von Weimar, und leistete dieser Stadt so wohl als der Universität Jena wichtige Dienste.


Quellen und Literatur.

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.