Giovanni Francesco Albani

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Albani d'Urbino (Johann Franz), Neffe Klemens XI. gebohren 1729. Kardinal Bischof von Ostia 1747, Dechant der Kardinalversammlung.

Die Natur war eben so verschwenderisch gegen ihn gewesen als das Glück. Als einem Mann von vielem Geist, schöner Figur, überraschendem Scharfsinn konnte es dem Glück nicht schwer werden, ihn schon seinem 27sten Jahre zum Kardinal zu befördern.

Er hatte die Gesandtschaften im Conclave zu empfangen und seine Parthey bestimmte die Wahl der Päbste.

Einen Theil seines großen Rufes hatte er den Jesuiten zu verdanken, die seit der Bulle Unigenitus durch seine Familie fortwährend geschützt worden waren. Er zeichnete sich als Mitglied der Staatsversammlung aus, die in Bezug auf die französische Revolution gebildet worden war, erklärte sich mit Nachdruck gegen die Grundsätze der Revolution und öffentlich für das Interesse des Hauses Oesterreich, dem seine Familie durch vielseitige Verhältnisse verbunden war.

Bey dem Einmarsche der Franzosen in Rom flüchtete er sich in seine Abtey Crope und von da aus nach Neapel. Aus niedriger Rache ließ das Direktorium seinen Pallast plündern. Als die Franzosen nach Neapel kamen, floh er nach Venedig, wo er vor allen Andern zur Erhebung Pius VII. auf den heiligen Stuhl mitwirkte. Man macht ihm den Vorwurf, daß er sich habe von seinem Kammerdiener Marino leiten lassen.

Er war übrigens ein Mann von Grundsätzen für Gerechtigkeit und Humanität. trotz seines Hasses gegen die Revolution nahm er die Demokraten aus Rom, als sie verfolgt wurden, in Schutz.

Er starb zu Rom im Septr. 1803 in seinem 83sten Jahre.


Quellen und Literatur.

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.