Giovanni Provera

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Provera, (Marquis von), Feldmarschallieutenant in österreichischen Diensten und Ritter des Marien Theresien-Ordens, ein durch seine große persönliche Tapferkeit empfehlungswerther, aber beynahe stets unglücklicher General, kommandirte im Jahr 1796 eine Division der Armee von Alvinzi in Italien.

Den 11. April, an dem Tage der Schlacht von Millesimo, sah er sich mit seinem Korps abgeschnitten und genöthigt, sich in ein altes Schloß auf dem Berge Cossaria zu werfen. Augereau setzte ihm mit Lebhaftigkeit nach und versuchte diesen Posten mit Sturm zu nehmen; Provera leistete den tapfersten Widerstand bis zum 15ten, wo er zur Uebergabe gezwungen war.

Den 12. November war er im Gefecht von Calagniola glücklicher und trug einen Vortheil bey Soave über die Republikaner davon; den 12. Januar 1797 erklärte sich aber das Glück von neuem gegen ihn. Nach erhaltenem Befehl, den Feind vor Lenago anzugreifen, ging er mittelst einer Schiffsbrücke bey Angiari über die Etsch und hatte anfangs einigen Erfolg; als er aber gegen Mantua vordringen wollte, sah er sich bald geworfen, umringt und den 16. genöthigt, zu kapituliren. Sein Korps, 6700 Mann stark, wurde auf Ehrenwort, binnen Jahresfrist nicht zu dienen, zurückgeschickt, und er verlor bey diesem Vorfallen 20 Kanonen.

Als im September der Römische Hof, vom |Kaiser einen General verlangte, sandte man ihm denselben Marquis Provera. Joseph Bonaparte, damaliger Bothschafter bey dem heiligen Stuhl, protestirte jedoch gegen seine Ernennung zum Kommando der päpstlichen Truppen, und ließ sie zurück nehmen.

Nunmehr ging der Marquis nach Neapel und ist nicht weiter angestellt worden.


Quellen und Literatur.

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.