Girolamo-Luigi Durazzo

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Außer dem berühmten Melzi d'Erile verlor Italien noch einen andern berühmten Mitbürger, Genuas letzten Dogen Girolamo Durazzo. Er stammte aus einem der edelsten und reichsten Genuesischen Geschlechter, und sein öffentliches- und Privatleben war ohne Flecken. Oft stellte er unter den Stürmen der Revolutionszeiten den Frieden unter den erbitterten Familien wieder her, und verwendete seine Reichthümer auf die mildthätigste und edelste Weise; er war frei von Hochmuth, was unter dem Genuesischen Adel sehr selten ist, und besaß viele Kenntnisse. Als Bonaparte 1802 der damaligen Ligurischen Republik eine neue Konstitution vorschrieb, war keiner, den alle Partheien so gerne an de Spitze der Regierung sehen wollten, als Durazzo. Er ward also zum Dogen erwählt: aber bald sah er sich dieser Würde und sein Vaterland der Selbstständigkeit beraubt. Er mußte den 13ten May 1805 zu Napoleons Königskrönung nach Mayland reisen, aber noch vor ihrer Vollendung nach Genua zurückkehren, wo der Senat am Tage nach seiner Ankunft, den 25sten May, decretirte: die Ligurische Republik solle einen Theil des Französischen Kaiserreichs ausmachen. Durazzo ward Französischer Senator. Er erlebte die Befreiung seines Vaterlandes; sah es aber nicht wieder in eine selbstständige Republik, sondern -- in eine Sardinische Provinz verwandelt.


Quellen und Literatur.

  • Neue allgemeine Weltbühne für das Jahr 1816. Erfurt, in dem Königl. Preuß. Postamte und in der Keyserschen Buchhandlung.