Gustav IV. Adolf (Schweden)

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Charakter des Königs von Schweden.

Gustav IV. Adolph, König von Schweden.

(Aus Stockholm, von einem unpartheyischen vollkommen unterrichtetem Augenzeugen.)


"Der König zeigte, schon als Kronprinz, sehr früh, eine große Application zu den nützlichen Wissenschaften, und erwarb sich in vielen Wissenschaften gründlichen Kenntnisse. Vorzüglich studierte er die Constitutionen der verschiednen Staaten, und die von Schweden insbesondre, und hiernächst die Tactrik, wobey er alle Theile der Geschichte mit besonderm Fleiße durchgieng, vornehmlich aber die Geographie, und Statistik studirte, und Rußland, Dänemark, und Preußen zuerst kennen lernte. Er hat selbst sehr wohl ausgearbeitete Aufsätze über die Regierungs-Verfaßung, die Land- und Seemacht, die Einkünfte, das Commerz, und die Oeconomie der an Schweden grenzenden Staaten abgefaßt. er ist der gerechteste König, und leidet, da er die Gesetze selbst nicht verletzt, auch nicht die Uebertretung derselben durch irgend einen seiner Unterthanen. In allen seinen Handlungen ist er sehr vorsichtig, aber auch sehr fest und standhaft, welches er während dem besuche gezeigt hat, den ihn sein Oncle und Vormund, der Herzog von Südermannland, im vorletzten Jahre bey der Kaiserin Katharina zu Petersburg abstatten ließ. Er spricht sehr wenig, aber das, was er sagt, ist gut durchdacht, und man kann darauf bauen. Sein äußeres Ansehn ist sehr ernsthaft, aber alle diejenigen, die in dem Falle gewesen sind, ihm ihre Aufwartung zu machen, oder ihm persönlich ihre Bittschriften zu überreichen, bezeugen, daß, demohngeachtet sein Charakter sehr gut und wohlthätig ist. In allem handelt er nach Grundsätzen, und hat er einmal einen Grundsatz gerecht und nützlich befunden, so wendet er ihn stets consequent an, ohne sich jemals davon zu entfernen.

Für seine Person ist der König sehr öconomisch, und er liebt nach Art eines Privatmanns zu leben; kömmt es aber auf eine Repräsentation auf seinem Throne, und auf die Würde seiner Krone an, so spart er nicht. Er hat den Staat verschuldet gefunden, daher öconomisirt er, indem er jede Ausgabe des bloßen Luxus, und jede Verwendung der öffentlichen Gelder, entweder für unnütze Gegenstände, oder für begünstigte Personen vermeidet. Er hat einige nähere Freunde, aber keinen Günstling. Von einer andern Seite widmet er der Erhaltung und Vermehrung der Kriegsmacht des Königreichs eine ausgezeichnete Sorgfalt, vorzüglich der grossen Flotte zu Carlscrona, die nach dem Kriege eine schleunige Unterstützung von Seiten der Regierung erforderte.

Er ist von einem ziemlich großen, und zugleich wohlproportionirtem Wuchse, sein Kopf ist schön, seine Physionomie edel und erhaben. Er ist von einer starken und dauerhaften körperlichen Constitution. Er scheut keine Beschwerlichkeit, und scheint die kriegerischen Uebungen zu lieben. Er macht selbst für die Angelegenheit des Staats, und vernachläßigt nie die für die verschiedenen Departements bestimmten Stunden. Von seiner Jugend an hat er sein Herz der Religion geweiht, und sein Betragen ist wahrhaft moralisch, und exemplarisch für alle jungen Prinzen unsrer Zeit. Stets hat er geglaubt, daß das wahre Glück eines Königs, und jedes regierenden Fürsten in einem persönlichregelmäßigen Leben, in der Verbindung mit einer gleich tugendhaften Gemahlin besteht; er hat sie gesucht und nach seinen Wünschen gefunden. Die junge Prinzeßin von Baden, gegenwärtig Königin von Schweden, ist schön, sanft, tugendhaft, einzig und allein ihren Pflichten ergeben. Sie macht nicht allein das Glück des Königs aus, sondern Sie dient auch dem ganzen Hofe zum Muster; und so hört die ganze Nation nicht auf, diese beyden erhabenen Personen zu bewundern und zu seegnen.

Dieß ganze Gemälde könnte das Werk der Einbildungskraft scheinen; aber es ist das Resultat der genauesten Wahrheit. Jeder Charakterzug der Königs kann durch Beyspiele bewiesen und erläutert werden, die sich täglich bestätigen und vervielfältigen, und wenn Gott dem Norden und vorzüglich Schweden die Ruhe des Friedens erhält, so wird Europa in der Person und der Regierung Gustav Adolphs ein Modell eines aufgeklärten, gerechten und klugen Königs, und in dem Schwedischen Volke eine der glücklichsten Nationen sehen.


Gustav Adolph, König von Schweden.

Gustav Adolph, König von Schweden, geboren den 1. November 1778, folgte seinem Vater Gustav III. den 29. März 1792 unter der Vormundschaft seines Onkels, des Herzogs von Südermannland, der keinen Theil an den damals in allen Punkten von Europa sich entflammenden Kriege nahm und die Verhältnisse zwischen Schweden und Frankreich, selbst in den heftigsten Stürmen der Revolution, ungestört unterhielt; und eben so ruhig der Theilung Pohlens zusah, ohne sich darein zu mischen.

Anfangs blieb der junge König, nach erlangter Majorennität, diesen friedliebenden Grundsätzen getreu. Er vermählte sich 1797 mit einer badenschen Prinzessinn und besuchte 1803 mit ihr den Hof ihres Großvaters zu Karlsruhe. Nachdem er bis zum März 1804 daselbst verweilte, reiste er plötzlich ab und schien sein System gegen Frankreich zu ändern. Der schwedische Gesandte verließ Paris und kurz darauf liessen verschiedene Noten in den offiziellen Blättern nicht weiter an den Mißverständnissen zwischen beyden Staaten zweifeln.

Als der deutsche Kaiser sich zum Erbkaiser von Oesterreich erklärte, ließ Gustav Adolph bey dem Reichstage zu Regensburg gegen diese neue Würde des Kaisers Franz II. protestiren. Eben so hatte er kurz darauf einen noch lebhaftern Zwist mit dem Könige von Preussen, dem er seine Orden zurückschickte, so wie er erfahren, daß sie Friedrich Wilhelm dem französischen Kaiser übersandt hatte. Der schwedische Bothschafter mußte Berlin verlassen. Dieses Mißverständniß schien jedoch bey dem neuen Ausbruche der Feindseligkeiten zwischen Oesterreich und Frankreich 1805 einigermassen beseitigt. Gustav Adolph schloß mit England einen Subsidientraktat, schiffte eine Armee nach Hannover, begab sich selbst dahin und war bestimmt, die vereinigten russisch-englischen Truppen zu kommandiren, als die Schlacht von Austerlitz die Plane der dritten Koalition scheitern machte. Nach dem Friedensschlusse zu Preßburg ließ der König von Schweden bey dem Reichstage von Regensburg erklären, daß er für gut fände, in diesen Zeitumständen keinen "Antheil an den Berathschlagungen zu nehmen." Als der schwedische Minister Bild dieses vorläufig dem Churfürst Erzkanzler mittheilte, erklärte dieser, daß er die schwedische Note nicht zur Wissenschaft des Reichstages bringen könnte, da sie beleidigende Behauptungen für einige Glieder des deutschen Reichskörpers enthielte.

Im Jahr 1806 trat er der neuen Koalition gegen Frankreich bey. Seine Truppen fochten mit vieler Tapferkeit in den Grenzen des schwedischen Antheils von Pommern, wurden aber immer weiter zurückgedrängt und endlich ganz aus dem Besitz dieses Landes von der französischen Uebermacht getrieben. Ganz Europa erwartete, daß der König dem Frieden von Tilsit beytreten würde, allein er zog die englische Parthey vor, und sah sich dadurch in neue Kriege mit Rußland und Dänemark verwickelt; aber er wich von seinen Grundsätzen nicht ab, bis eine Revolution ausbrach, die ihn am 13. März 1809 des Thrones beraubte, und den Herzog von Südermannland unter dem Namen Karls XIII. auf denselben setzte. Am Ende eben dieses Jahres wurde er mit seiner Familie aus Schweden abgeführt, und hält sich nun in Deutschland auf.


Gustav IV. Adolph, entsetzter König von Schweden.

Gustav IV. Adolph, entsetzter König von Schweden, geboren am 1. Novbr. 1778.

Nach dem traurigen Ende seines Vaters (Gustav III.) ward er am 29. März zum König proclamirt, und nachdem 4½ Jahr lang sein Oheim und Vormund, der Herzog Carl von Südermannland (jetziger König von Schweden) die Regentschaft geführt hatte, trat er, bei erreichter Volljährigkeit (am 1. Nov. 1796), selbst die Regierung an; aber erst am 3. April 1800 ward er zu Norköping gekrönt und am 7. desselben Monats ihm gehuldigt.

Betrachten wir die kurze Regierungsgeschichte dieses Monarchen, so drängt sich uns unwillkührlich die Bemerkung auf, welche wichtige Sache es um die Erziehung eines für den Thron bestimmten Fürsten ist, und wie bei schätzbaren Talenten, bei Verstand und Herzensgüte, Vorurtheile und Leidenschaftlichkeit zum höchsten Unglücke führen.

Sein Vater wollte einen beharrlichen consequenten Menschen aus ihm bilden, und man kann annehmen, daß Gustav IV. stets in dem Wahne gestanden hat, im Geiste seines Vaters zu handeln, wenn er mit eigensinniger Unbiegsamkeit alles seinem einmal angenommenen System unterordnen wollte. Er hatte zudem von seinem Vater einen Hang zum Ritterlichen geerbt, daher auch alle seine Schritte den Anstrich des Abenteuerlichen haben. Doch sehr vieles von dem Unbegreiflichen, das er that, ist seiner Abergläubigkeit zuzuschreiben, die hinlänglichen Nahrungsstoff, besonders in Jungs Schriften fand. Aus jener starren Beharrlichkeit und diesem verlockenden Wahn war des Königs Gustav IV. ganzes Wesen zusammengesetzt. Eine Folge jener sogenannten Consequenz war, daß er einst auf dem Punkt stand, einen blutigen Kampf mit Rußland zu beginnen, weil er verlangte, daß das Geländer einer Gränzbrücke auf der Russischen Seite mit Schwedens Farben angestrichen werden sollte, was ihm nicht gewährt werden konnte.

Im Julius 1803 reisete er nach Deutschland, um den Kaiser und die Reichsfürsten für die damals ganz unausführbar scheinende Idee, die Bourbons an die Stelle des erblich gewordenen Consuls wieder an die Spitze der Französischen Regierung zu setzen, zu gewinnen. Es ist bekannt, wie bitter er dafür und für seine herausfodernden Aeußerungen bei Gelegenheit der Hinrichtung des Herzogs von Enghien in den französischen Amtsblättern gezüchtigt wurde. Gustav empfand diesen Hohn sehr tief, der gänzliche Bruch mit Frankreich, die Allianz mit Großbritannien und Rußland, und Spannung mit Preußen, dem er die Insignien des schwarzen Adlerordens zurückschickte, weil Napoleon sie auch erhalten habe, war die Folge seines immer heftiger aufglühenden Hasses gegen Frankreichs neuen Souverain. Ein müßiger Kopf hatte berechnet, daß in dem Namen "Napoleon Bonaparte" die Zahl 666 erhalten sey, und Gustav glaubte hierin das Thier in der Offenbarung Johannis zu erkennen, das nur eine kurze Zeit regieren würde, und zu dessen Sturze er berufen sey! Daher rührte sein Befehl an die Redakteurs der Zeitungen, den Namen des französischen Regenten "Monsieur Buonaparte" (wie man bis dahin in Schweden ihn geschrieben hatte) in "Napoleon Buonaparte" umzuändern. Jene mystische Ansicht von den Verhältnissen des Französischen Thrones trat nun förmlich an die Stelle jeder verständigen, nüchternen Ueberlegung und Beurtheilung und veranlaßte ihn zu dem sonderbarsten Betragen. Nicht genug, daß er die von Napoleon kurz vor dem Frieden von Tilsit gemachten Friedensvorschläge verwarf, schlug er, selbst nach dem Frieden von Tilsit die von Rußland und Preußen gebotene Vermittelung aus.

Durch seine Leidenschaftlichkeit, die ihn eine gleiche Sonderbarkeit in Ansehung des Russischen St. Andreas-Ordens begehen ließ, wie früher mit dem Preußischen Adler-Orden, und seine blinde Anhänglichkeit an England, stürzte er sein Volk in einen verderblichen Krieg mit Rußland, und ward aufs neue Preußens und Dänemarks Feind. Finnland ging verloren, und drohend stand eine Dänische Armee an der Gränze, die Norwegen von Schweden scheidet.

Das Unglück, daß auf Schwedens edler Nation lastete, brachte die Gemüther allmählich in Gährung; es bedurfte nur noch eines zündenden Funkens und die Flamme der Revolution schlug empor. Gustav selbst warf diesen Zünder, indem er in der ihn charakterisirenden Aufwallung seine Garden gegen sich erbitterte, und durch Ausschreibung einer neuen Kriegssteuer die Nation zum höchsten Unwillen reizte, welche ihre kostbarsten Kräfte in zwecklosen Anstrengungen aufreiben sah. Als er endlich sogar den einzigen Freund, der ihm bei seiner Politik noch geblieben war, England, von sich abstieß, weil diese Macht selbst ihn zu verständigern Ansichten zurückzubringen versuchte, worauf er auf alle Englische Kauffarteischiffe in den Schwedischen Häfen ein allgemeines Embargo legte; als es Jedem deutlich ward, daß er die Ruhe und Wohlfahrt seines Volkes ganz seinen Leidenschaften aufzuopfern fähig sey: da hielt sich diese Nation, groß im Charakter und stark in Willen und in der That, ihrer Pflicht gegen ihn für entbunden.

Ein im tiefsten Dunkel entworfener Plan gedieh zur Reife. Die westliche Armee (nach der Norwegischen Gränze zu), versichert, daß die Dänen die Gränze nicht überschreiten würden, setzte sich in Marsch gegen Stockholm, wo unter den nächsten Umgebungen des in sich selbst schon unglücklichen Gustav's die Ersten der Verschworenen sich befanden. Eine Proclamation ward von diesen Truppen vertheilt, deren Aufnahme die allgemeine Stimmung des Volkes beurkundete. Nur noch 15 Meilen war die Armee von der Hauptstadt entfernt, als Gustav ihre Annäherung erfuhr. Von Haga aus, wo er sich mit seiner Familie befand, eilte er nach Stockholm, mit dem Vorsatz, sich dort gegen die "Empörer" zu vertheidigen. Doch er änderte diesen Plan; er wollte mit den in Stockholm befindlichen Truppen nach Linköping gehen. Die Bank sollte die Hauptstadt verlassen, zuvor aber zwei Millionen Thaler, oder doch den möglich größten Vorschuß an ihn zahlen. Die Commissarien verweigerten dies; Gustav wollte sein Königreich Ansehn, seine Gewalt geltend machen; da ward gegen ihn Gewalt beschlossen; der Augenblick der Catastrophe war gekommen. So standen die Sachen am 12. März 1809 Abends. Der König arbeitete die ganze Nacht vom 12. auf den 13. März; alles war zu seiner Abreise bereit, die am 13. früh um 10 Uhr erfolgen sollte. Der Moment war da, wo er das Geld aus der Bank nehmen lassen wollte; drei Thore des Schlosses waren schon gesperrt. Alle Officiere waren, weil es gewöhnlich Paradetag war, ohnehin bei dem Schlosse versammelt. Noch einmal wollten der Feldmarschall Klingspor und der General Adlerkreuz den Weg gütlicher Vorstellungen versuchen, doch Gustav beleidigte die Sprecher in seinem höchsten Zorn auf das empfindlichste. Er hatte sein Schicksal entschieden. Adlerkreuz holte den Hofmarschall Silfversparre und fünf Adjutanten, forderte dem Könige seinen Degen ab, und erklärte ihn zum Gefangenen im Namen der Nation. Gustav wollte den Degen gegen ihn gebrauchen; dieser ward ihm entwunden; zwei Leuchter, die er ergriff, warf er nach den Verbündeten, und rief nach Hilfe. Da ward von einigen seiner Getreuen die verschlossene Thür erbrochen; doch von 30 hinzuströmenden andern Mitverschwornen wurden sie überwältiget. Während dieses tumultuarischen Auftritts war Gustav entflohen. Doch noch auf der Treppe ward er ergriffen; einer seiner Bedienten trug ihn zurück in sein Zimmer, wo er in bewußtlose Wuth gerieth. Alle Zugänge des Schlosses wurden nun mit Wachen besetzt. Schon nach Mittag verkündigte eine Proclamation des Herzogs Carl von Südermannland, daß er die Regierung übernommen habe. Die Thronrevolution war in diesen wenigen Stunden vollendet.

Jetzt zeigte Gustav eine stille Ergebung; vielleicht war auch hier seine religiöse Schwärmerei die Quelle seines Gemüthszustandes. Nachts um 1 Uhr brachte man ihn nach Drotningholm; seine Gemahlin mußte mit ihren Kindern in Haga bleiben. Am 24. März ward er nach Gripsholm, einem seiner liebsten Aufenthaltsorte versetzt. Hier stellte er am 29. März eine förmliche Entsagungsakte aus, die endliche Bestimmung seines Schicksales von dem Reichstag erwartend, in dessen erster Sitzung (10. Mai) man ihm, als dem bisherigen Könige und Herrn, Treue und Gehorsam feierlich aufsagte und sowohl ihn, als seine leiblichen, gebornen und ungeborenen Erben, der Krone und der Regierung Schwedens für jetzt und die Folgezeit verlustig erklärte. Darüber ward eine förmliche Akte ausgefertigt.

In Gripsholm beschäftigte der entthronte König sich vorzüglich mit der Offenbarung Johannis; er wünschte Schweden verlassen und nach England gehen zu können. Die Reichsstände setzten ihm nun, auf des neugewählten Königs, Carl XIII., Antrag ein jährliches Einkommen für sich und seine Familie von 66,666 Thalern 32 Schillingen aus; sein eigenes Privatvermögen, das seiner Gemahlin und seines Sohnes belief sich auf 684,417 Thlr., wovon die jährlichen Zinsen 36,168 Thlr. betrugen, welche die Stände bis auf jene Summe erhöheten. Einen neuen ihm bestimmten Aufenthalt auf der Insel Wisings-Oe bezog er nicht. Von Gripsholm aus ging er nach Deutschland und der Schweiz, wo er etliche Jahre lebte.

Im Jahr 1812 machte er bekannt, daß er sich (als ein Abkömmling des Herzogs Adolph von Holstein-Gottorp) in Zukunft als Graf von Gottorf unterzeichnen werde; im folgenden Jahre aber erklärte er, daß er sich künftig Herzog von Holstein-Eutin nennen werde, weil ihm der König von Dänemark die Erlaubniß versagt habe, anders als auf eine bestimmte Zeit sich in Holstein niederzulassen.

Er trennte sich freiwillig von seiner Gemahlin, der Prinzessin Friederike Dorothee Wilhelmine von Baden und seinen 4 Kindern, und die Ehe wurde auf sein Verlangen aufgehoben.

Im Anfange des J. 1815 verbreitete sich das Gerücht, er sey entschlossen, das gelobte Land zu besuchen. Er hatte deßhalb auch eine Ankündigung in französischer Sprache verfaßt, und darin 10 Männer als Reisegefährten eingeladen, auch Triest als den Versammlungsort bestimmt. Zwar widersprach er diesem Gerüchte in öffentlichen Blättern; dessen ungeachtet schiffte er sich, in der besagten Absicht, auf einem bewaffneten Handlungsschiffe unter spanischer Flagge ein, und kam am 19. Oct. in Corfu an. Von dort begab er sich nach Prevesa, an der Küste von Albanien, der fromme Plan einer Wallfahrt nach Jerusalem wurde aber nicht ausgeführt. Denn schon am 28. Febr. 1816 kam der Reisende wieder in Ancona an. Im April erschien er zu Augsburg, von wo er seinen Weg nach Leipzig fortsetzte.

Im Juli 1816 erklärte er im Journal de Francfort, daß er seiner bisher geführten Titel, als Herzog von Holstein-Eutin, ablege, und sich künftig blos G. A. Gustafssohn unterzeichnen werde. Zur nämlichen Zeit bezog er eine Privatwohnung zu Frankfurt am Main.


Quellen und Literatur.

  • Politisches Journal nebst Anzeige von gelehrten und andern Sachen. Jahrgang 1798.
  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.
  • Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.