Heinrich Zschokke

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Zschokke (Johann Heinrich), ein beliebter und geachteter Schriftsteller, wurde zu Magdeburg geboren, beschäftigte sich zuerst mit dem Studium der schönen Wissenschaften und Künste, und war (1794) Lehrer der Moralphilosophie und Aesthetik auf der Universität Frankfurt an der Oder. Hierauf begab er sich in die Schweiz, und erhielt im J. 1797 von der Regierung des Cantons Graubünden das Bürgerrecht. Gegen Ende des Jahres 1798 wurde er vom helvetischen Minister der Wissenschaften Stapfer zum Mitarbeiter erwählt, und vom helvetischen Directorium im Frühlinge 1799 zum Regierungscommissär in Unterwalden, im August desselben Jahres zum Regierungscommissär des ganzen Cantons Waldstätten, im Frühling 1800 zum Regierungscommissär der italienischen Schweiz, Ende des Jahres zum Regierungsstatthalter von Basel ernannt. Seit dem Jahre 1801 aber lebt er als Privatgelehrter auf dem ehemaligen Oberamtsschlosse Biberstein bei Aarau, und ist seit dem August 1804 auch Mitglied des Oberforst- und Bergamts dieses Cantons.

Er hat viele historische, ästhetische und philosophische Schriften herausgegeben, welche sich besonders durch einen gefälligen, beliebten und einnehmenden Vortrag auszeichnen. Auch ist er dramatischer Dichter, und als solcher durch seinen Abällino, seine Uebersetzung der Molierischen Lustspiele und andere Arbeiten bekannt, welche Beifall auf der Bühne fanden.

Unter seinen neuesten Schriften zeichnet sich besonders aus: die Geschichte der Baiern in 4 Theilen, dann seine Zeitschrift: Ueberlieferungen zur Geschichte der neuesten Zeit, welche an die Stelle der Miscellen der neuesten Weltkunde getreten sind. Außerdem hat er noch mehrere Romane geschrieben, zum Theil historische, wie die Prinzessin von Wolfenbüttel, auch verschiedene kleinere Erzählungen, zerstreut und in Sammlungen. So gibt er gegenwärtig noch in Verbindung mit mehrern guten darstellenden Schriftstellern eine Zeitschrift heraus, die bloß unterhaltende Darstellungen enthält, unter dem Titel Erheiterungen, und des Titels nicht unwerth sich zeigt. Auch über die Forstwissenschaft hat er geschrieben. Der Gebirgsförster, eine Anweisung zu Benutzung der Gebirgswaldungen, 3 Theile, 1806.

Quellen und Literatur

  • Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.