Heinrich von Bellegarde

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Bellegarde (Graf von), aus einer der ältesten savoyischen Familien, geboren zu Chambéri in Savoyen, 1760.

Er kam schon sehr früh in österreichische Dienste und zeichnete sich in den Feldzügen 1793, 94 und 95 so vortheilhaft aus, daß er Mitglied des Kriegsraths beim Erzherzog Carl und am 12. März 1797 zum Feldmarschall-Lieutenant erhoben wurde. Als solcher schloß er 1797 den berühmten Waffenstillstand zu Leoben mit Bonaparte und führte 1799 den Oberbefehl über die Armee, welche die Verbindung zwischen Suwarow und dem Erzherzog Carl erhalten sollte. Zu Betreibung der Friedensunterhandlungen eilte er von Wien nach Prag und Berlin, ohne seinen Zweck erreichen zu können, und mußte daher 1800 nochmals nach Italien, um dem Erzherzog Ferdinand mit seinem Rathe im letztern Feldzug zu dienen, nach dessen unglücklichem Ende er eine der ersten Stellen im Hofkriegsrath und 1805 nach dem Abgang des Erzherzogs Carl, das Präsidium desselben übernahm.

Im Jul. 1805 wurde ihm aber das General-Commando im Venetianischen übertragen. Im J. 1806 wurde er zum Feldmarschall und Civil- und Militär-Gouverneur von beiden Gallizien ernannt; erhielt bald hernach das Großkreuz des Leopoldordens und das ehrenvolle Amt eines Gouverneurs des Kronprinzen.

Im Feldzug 1809 zeichnete er sich vorzüglich bei Großaspern aus.

Nach dem Frieden von Wien übernahm er zum zweiten Mal das General-Commando in Gallizien, wo er bis zum Wiederausbruch des Kriegs 1813 blieb.

Nun wurde er zum Präsidenten des Hofkriegsraths ernannt, mußte aber bald zur Armee nach Italien abgehen, wo er vom Vicekönig lebhaften Widerstand erfuhr, aber dennoch bis Piacenza vordrang und dort am 16. April einen Waffenstillstand mit selbigem abschloß.

Als General-Gouverneur der österreichischen Provinzen in Italien hatte er seinen Sitz zu Mailand und erwarb sich die Liebe der neuen Völker in hohem Grad, wodurch er beim Einbruch Murats 1815 nicht weniger zur Erhaltung der Ordnung beitrug, als durch seine schönen Defensiv-Siege bei Ferrara und bei der Brücke von Occhio Bello. Er blieb so lange Gouverneur, bis der Erzherzog Anton zum Vicekönig des lombardisch-venetianischen Königreichs ernannt war, und der Graf Saurau als Gouverneur der Lombardei auftrat. Hierauf reiste er nach Paris, wo er lange Zeit als einfacher Privatmann lebte.


Neueste Nachrichten.

(1807.)

Der östreichische Feldzeugmeister von Bellegarde ist zum obersten Befehlshaber im Oesterreichischen Polen ernannt worden. Bey der nähe des Kriegs erforderte dieser Posten einen Mann von ausgezeichnetem Talent.


Quellen und Literatur.

  • Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.
  • Zeitungsnachrichten zum Boten aus Thüringen. Schnepfenthal, im Verlage der Buchhandlung der Erziehungsanstalt. 1807.