Helgoland

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Helgoland, kleine Insel mit 1,700 Einwohnern, in der Nordsee, 6 Meilen von der Mündungen der Weser, Elbe und Eider entlegen. Die eigentliche Insel oder das Oberland ist rings um mit steilen, zum Theil halb verwitterten Felsen umgeben, auf deren Einem der Feuerthurm steht, wo zur Sicherheit der Seefahrt jede Nacht ein starkes Feuer auf Kosten der Hamburger unterhalten wird, welche dafür eine Abgabe auf jedes einlaufende Schiff legen. Von dem Unterlande steigt man in das Oberland durch eine mit großen Kosten angelegte Treppe. Süsses Wasser hat sie nur in Einem Brunnen der nahgelegenen Dünen. Die Einwohner nähren sich vom Schellfisch und Hummerfang, noch mehr aber von dem einträglichern Geschäfte des Lootsens in der benachbarten Elbe und Weser, welches sie meisterhaft verstehen. Sie sind Friesischer Abkunft und gutmüthige Leute; nur das alte Strandungsrecht über sie noch jezt mit Unbarmherzigkeit aus. Die Insel gehört dem König von Dänemark.


Landwehr.

Dännemark hat eine Landwehr auf Helgoeland errichtet, die aus 2 Compagnieen, die einen Commandeur, der zugleich auch Compagnie-Chef ist, einen zweiten Compagnie-Chef und einen Staabscapitain haben, besteht. Diese werden aus der Armee gewählt, und aus dem Militair-Fond besoldet. Die übrigen Officiere, 2 Premier-, 2 Secondelieutenants und 2 Fähnriche, werden aus den Landeseingebohrnen genommen.


Quellen und Literatur

  • Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor zu Altdorf. Neu bearbeitet von Konrad Mannert, Königl. Bairischen Hofrath und Professor der Geschichte und Geographie zu Würzburg. Nürnberg, bey Ernst Christoph Grattenauer 1805.
  • Mars. Eine allgemeine militärische Zeitung. Berlin, 1805. In der Himburgischen Buchhandlung.