Hendrik van der Noot

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Van-der-Noot (H) Advokat, Sohn eines Polizeyaufsehers in Brüssel, ein Mann von langer hagerer Figur, ernstem, abgemessenem Aeussern, sprach wenig, war unverheirathet und hatte ungefähr 35 Jahr, als die Unruhen in seinem Lande ausbrachen. Er stand bey seinen Kollegen in keinem großen Ansehen, und besaß ein mässiges Vermögen; hatte sich aber bald durch die diplomatischen Geschäfte und durch die Staatsgelder, die er eine Zeit lang unter den Händen hatte, bereichert.

Er war einer der ersten laut auftretenden Urheber von dem Aufstande der Brabanter, ließ seit dem Anfang des Jahrs 1788 Schriften gegen das Haus Oesterreich drucken, und mußte deshalb die Niederlande verlassen. Er begab sich nunmehr, als bevollmächtigter Geschäftsführer der Insurgenten, zu den Höfen von London, Haag und Berlin, um sich die Vermittlung dieser Mächte, die die belgische Konstitution garantirt hatten, auszubitten.

In dieser Zwischenzeit hatte Van der Mersch, mit Vonks Unterstützung, gegen 2000 Mann bewaffnet, rückte von der holländischen Grenze gegen Campine vor, schlug die Oesterreicher bey Tournhout und vertriebe sie aus einem Theile der Niederlande.

Van der Noot erschien nunmehr im Dezember 1789 im Triumph wieder, wurde auf seiner ganzen Reise, namentlich zu Brüssel, mit Ehrenbezeichnungen überhäuft, und ließ es sich alsobald angelegen seyn, seinen Nebenbuhler Vonk nebst allen denen zu stürzen, die, als Urheber des zeitherigen Gelingens der Brabanter Unternehmungen, ihm die Liebe der Menge streitig machten. In dieser Absicht schlug er den preussischen General Schönfeld zum Kommandanten der belgischen Truppen an Van der Mersch Stelle vor, weil er diesen des Demokratismus beschuldigte, und suchte zu gleicher Zeit den Herzog von Ursel zu stürzen.

Trotz seiner Ränke, des Volkssinnes, den er zur Schau trug, und der Gewandtheit seines Freundes Van Eupen, scheiterte er anfangs doch in seinen Entwürfen; und es ist selbst wahrscheinlich, daß er im März 1790 das Leben verloren hätte, wenn der Herzog von Ursel nicht großmüthig genug gewesen wäre, ihn aus den Händen des Brüsseler Pöbels zu retten, den die Vonkisten gegen ihn durch Vorstellungen, daß er an Preußen verkauft sey, aufgehetzt hatten.

Sein ränkevolles Genie, und das noch biegsamere seines Freundes, so wie das Gold, das er aus den Staatskassen schöpfte, während die Vonkisten auf ihre eigene Kassen beschränkt waren, trug er dennoch bald den Sieg davon. Schönfeld wurde angenommen, und Van der Mersch und der Herzog von Ursel wurden verhaftet; und so führte er eine ungetheilte Herrschaft bis zu dem Augenblick, wo er sich von dem, den er an die Spitze der Truppen gestellt hatte, verlassen sah, und bey der Annäherung der Oesterreicher die Flucht ergreifen mußte. Er nahm einen Schatz mit sich, den er auf Kosten mehrerer Partheyen zusammengeraftt hatte.

Im Januar 1792 ließ er einen Brief erscheinen, in dem er die mißvergnügten Belgier einlud, sich unter dem Schutze der Franzosen von neuen zu sammeln

1796 befand er sich noch zu Berg-op-Zoom, wollte abermals Unruhen veranlassen, ward von den Franzosen arretirt, nach Herzogenbusch gesetzt, und endlich im folgenden Jahre wieder frey gelassen.

Im Jahre 1807. starb er in Holland.


Quellen und Literatur.

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.