Henri Gatien Bertrand

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Le C.te Bertrand.

Bertrand, Graf, General-Lieutenant, Adjutant bei Napoleon, Großmarschall des Palastes xc., berühmt durch seine Anhänglichkeit an Napoleon, bei dem er freiwillig in St. Helena lebt.

Von anständigen Aeltern geboren, widmete er sich dem Militär und trat in das Ingenieurcorps ein, wo er sich bald durch nicht gewöhnliche Fähigkeiten und ein ehrenvolles Betragen auszeichnete und bis zum Brigadegeneral stieg.

Als er 1804 im boulogner Lager beschäftigt war, hatte Napoleon Gelegenheit, seinen Werth kennen und Schätzen zu lernen, und faßte von dieser Zeit an die Art von Vorneigung für ihn, die er stets behalten hat. Bertrand folgte ihm in allen Feldzügen, und that sich überall hervor, namentlich bei Austerlitz, wo er Adjutant des Kaisers ward; nahm 1806 Spandau nach einer Berennung von wenig Tagen, trug viel zur Entscheidung des Sieges bei Friedland über die Russen bei; was aber seinem Ruhm die Krone aufsetzte, und selbst die Bewunderung des Feindes erregte, war der meisterhafte Bau jener berühmten zwei Uebergangsbrücken über die Donau nach der Schlacht bei Aspern in dem österreichischen Kriege von 1809.

Auch in den Feldzügen von 1812 und 1813 focht er mit gleicher Ehre, und that besonders bei Lützen und Bautzen Wunder der Tapferkeit. Im October 1813 vertheidigte er verschiedene wichtige Posten lange gegen eine beträchtliche Mehrzahl von Feinden, und nahm nach der Schlacht von Leipzig, wo er den wichtigsten Punkt von Lindenau siegreich gegen Giulay behauptete, seinen Rückzug mit Ordnung. Nach der Schlacht bei Hanau deckte er Cassel und Mainz, bis die Armee über den Rhein war. Nun machte ihn der Kaiser zum Großmarschall des Palastes.

Den Feldzug von 1814 machte er eben so rühmlich an Napoleons Seite mit. Er verließ ihn auch im Unglück nicht, begleitete ihn nach Elba, kehrte mit ihm zurück, und theilte endlich auch den traurigen Aufenthalt auf St. Helena mit seinem Herrn.

Wenig Männer seit der Revolution haben einen ehrenvolleren militärischen Charakter gezeigt, und seine aufopfernde Hingebung an einen so vielfach und allgemein geächteten Mann, der aber sein Gebieter war und seinen Schwur der Treue empfangen hatte, macht ihn interessanter, ja vielleicht persönlich achtenswerther, als wäre diese Anhänglichkeit an einen würdigern Gegenstand gerichtet. Und diese Treue ist rein; denn weder Furcht noch Eigennutz dürften ihn hindern, nach Frankreich zu kommen: es ist nichts in seinem Leben, das dem geringsten Vorwurfe ausgesetzt wäre.


Bertrand.

Bertrand. Er diente in den früheren Feldzügen als Ingenieur-Officier, und erregte zuerst Bonaparte's Aufmerksamkeit in dem Lager von St. Omer zur Zeit der Vorbereitung zu einer Landung in England. Dann zeichnete er sich in den Schlachten von Austerlitz und Friedland aus. Er wurde in Deutschland zuerst durch Errichtung der Brücken, die aus der Donauinsel Lobau nach dem linken Ufer dieses Flusses vor der Schlacht von Wagram geschlagen wurden, bekannt. Dann kommandirte er eine Weile in Illyrien. Späterhin wurde er ein besonderer Liebling Bonaparte's, welcher ihn nach Duroc's Tode zum Großmarschall seines Hofes ernannte. Er folgte dann Napoleon freiwillig nach Elba, uns ist jetzt auf St. Helena sein Gefährte.

Seine Frau folgte ihn nach diesen Verbannungsörtern. Ein Brief, welchen sie am 28. Sept. 1813 an ihren Mann schrieb, enthält Andeutungen ihrer innigen Anhänglichkeit an denselben. Sie schrieb ihn unter andern:

"Ich gehe noch immer mit dem Gedanken um, Dich in den Winterquartieren zu besuchen; aber würde der Friede geschlossen, und Du kämst zurück, dann gingen wir nach Chateauroux . . . ."

"Ich habe mit Freuden erfahren, daß S. Maj. mit Dir zufrieden gewesen ist; Du hast Wunder der Tapferkeit gethan. Jetzt, denke ich, bist Du überzeugt, daß Du kommandiren kannst; Du hast Erfahrungen genug gemacht, und wirst Alles, was Du unternimmst, gut ausrichten. Allenthalben, mein Geliebter, höre ich mit Stolz Dein Lob. Jeder, der das Bulletin las, sagte: "Wäre er gehörig unterstützt worden, so hätte er auch diese Schlacht so gut gewonnen, wie die von Wurschen." Ich bin nicht bescheiden, aber ich muß Dir das sagen, was ich höre. Hin und wieder spricht man vom Frieden; ach Gott! ich mag mich nicht mehr der Hoffnung überlassen . . . . ."

Dieser Brief fiel mit mehrern andern zu jener Zeit in die Hände der Alliirten.


Quellen und Literatur.

  • Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.
  • Minerva Ein Journal historischen und politischen Inhalts. Für das Jahr 1816. Leipzig in der Expedition der Minerva.