Hess

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Hess (D. J. L. von), ein geistreicher Schriftsteller und für die deutsche Sache, insbesondere für Hamburg sehr thätiger Mann, war im J. 1813 Oberbefehlshaber der Bürgergarde von Hamburg, die er nebst Friedrich Perthes, einem wackern Hamburger Bürger, organisirt hatte.

Durch einen Eilboten, welchen Hess den 12. März (noch ehe sich den König von Preußen gegen Napoleon erklärt hatte) 1813 nach Ludwigslust an den russischen Obersten v. Tettenborn abfertigte, erhielt dieser die Nachricht von dem Abzuge der Franzosen aus Hamburg. Nach dem Einrücken der Russen in Hamburg stellte ihn Tettenborn an die Spitze der auf 7200 Mann angesetzten Bürgergarde. Ueber die darauf folgenden Ereignisse gibt die Schrift des H. v. Hess: Agonien der Republik Hamburg im Frühjahre 1813 viele Ausschlüsse.

Er behauptet, dass mehrere Hamburger Rathsherren den dänischen Commandanten Haffner in Altona beauftragt hätten, insgeheim, und ohne Vorwissen Tettenborns und der Befehlshaber der Hamburger Bürgerwacht, mit den französischen Generalen Davoust und Vandamme wegen der Uebergabe Hamburgs zu unterhandeln.

J. v. Hess hat sich noch durch folgende Schriften rühmlich bekannt gemacht: Versuche zu sehen, Hamburg 1796 und 1800 2 B. Reisen durch Deutschland, die Niederlande und Frankreich, 7 B. 3. A. 1802. Topogr. polit. histor. Beschreibung der Stadt Hamburg, 2. A. 1812, 3. B. Auch stehen mehrere interessante Aufsätze von ihm in der Minerva von Archenholz, und in dem Journale Frankreich.

Quellen und Literatur

  • Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.