Hippolyte-Marie-Guillaume de Rosnyvinen de Piré

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Marie Guillaume de Rosugvineu, Graf von Piré, General-Lieutenant, geboren zu Rennes den 31. März 1778.

Gleich zu Anfang der Revolution begleitete der Graf Piré seinen Vater, einen eifrigen Royalisten, bei dessen Auswanderung nach Deutschland, und machte einige Feldzüge in der Armee des Prinzen von Condé mit. Als jedoch in seinem 17. Jahre sein Regiment aufgelöst wurde, begab er sich in die Vendé zu dem Royalistenchef Puisaye, der sich kurz darauf der bestehenden Regierung unterwarf. General Hoche sandte ihn aus besonderer Zuneigung nicht mit den übrigen Emigranten nach England zurück, doch stellte er ihn unter Aufsicht u. er blieb es bis zum Consulat Buonaparte's. Seine Tapferkeit und militärischen Talente verschafften ihm bald in der Armee den Rang eines Divisionsgenerals. Außer vielen andern Gefechten, wobei die Bulletins der großen Armee seiner mit großem Lobe gedenken, erwähnen wir nur die Ueberrumpelung Leipzigs mit 50 Husaren im Rücken der preußischen Armee, 4 Tage vor der Jenaer Schlacht, ferner die Einnahme von Stettin, so wie das Treffen von Somo-Sierra, wo er die polnischen Lanciers der Garde befehligte und das von Ostrowna in Rußland. Bei der ersten Rückkehr der Bourbons wurde Piré in eine Art von Verbannung auf seine Güter in Bretagne geschickt und hatte keinen Theil an allen Gunstbezeugungen, die ertheilt wurden. Mit großen Eifer wandte er sich daher (1815) der Sache Napoleons wieder zu, wurde Gouverneur der Tuilerien und kaiserlicher Kammerherr und erhielt provisorisch den Oberbefehl über das 6. Armeecorps. Bei der Schlacht von Waterloo befehligte er die leichte Reiterei des linken Flügels unter dem Marschall Ney und nahm einen ruhmvollen Antheil an dem Treffen von Roquancour bei Versailles. Nach der zweiten Restauration gefänglich eingezogen, wurde er nur durch die Vermittelung Kaiser Alexanders wieder in Freiheit gesetzt, brachte die zeit seiner Verbannung in Petersburg zu, und kehrte 1819, jedoch ohne Anstellung zu erhalten, wieder nach Frankreich zurück.


Quellen und Literatur.

  • Dr. R. Fl. Leidenfrost's französischer Heldensaal oder Leben, Thaten und jetzige Schicksale der denkwürdigsten Heroen der Republik und des Kaiserreichs, insonderheit der Waffengefährten und Marschälle Napoleons. Ilmenau, 1828. Druck und Verlag von Beruh. Friedr. Voigt.