Hochstift Brixen

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Brixen, ehemaliges Bißthum in Tyrol, zwischen dem eigentlichen sogenannten Tyrol, dem Bißthum Trient, und venezianischen Gebiet, mit sehr zerstreuten Besitzungen. Die Größe des Landes beträgt 17ge. Quadratmeilen, die Menschenzahl 26,759; die Einkünfte schätzte man wahrscheinlich zu gering auf 40,000 Gulden für den Bischof und ungefähr eben so hoch für das Domkapitel. Die Reichsanlagen zahlte Oesterreich.

Das Land hat zwar meistens Berge, aber auch einige sehr fruchtbare Thäler, vorzüglich längst der Eisach, welche gute Weine hervor bringen. Die Besitzungen sind zerstreut und enthalten 3 Städte, und 135 Dörfer.

Der Bischof gehörte unter den Erzbischof zu Salzburg und war ein unmittelbarer Stand des römischen Reichs, stand aber doch mit Oesterreich in gewissen landständischen Verhältniß, wurde als Landstand von Tyrol betrachtet, und mußte die Steuer seiner Unterthanen zur allgemeinen Kassa liefern. Durch die Pariser Konvention 26 Dec. 1802. wurde Brixen völlig an Oesterreich überlassen. Das Domkapitel bestund aus 19 theils adelichen, theils graduirten Personen, welche letztern auch zur bischöflichen Würde gelangen konnten.

Das Stiftswappen ist ein zurücksehendes silbernes Lamm, mit einem goldenen Schein um den Kopf, eine silberne Fahne mit einem rothen Kreuz tragend, im rothem Felde. Mit demselben wird bisweilen in einem getheilten Schilde das Wappen des Domcapitels vereinigt, welches ein rother gekrönter Adler ist, mit einem quer über die Brust gelegten goldnen Bischofsstab, im silbernem Felde.


Quellen und Literatur.

  • Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor zu Altdorf. Neu bearbeitet von Konrad Mannert, Königl. Bairischen Hofrath und Professor der Geschichte und Geographie zu Würzburg. Nürnberg, bey Ernst Christoph Grattenauer 1805.