Honoré Théodore Maxime Gazan

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Gazan.

Gazan, Divisionsgeneral, diente unter Massena in der Schweiz und hat sich durch seine Tapferkeit in dem Gefecht bey Thiernstein den 11. November 1805 gegen das Korps des Russischen General Kutusow hervorgethan. Gleiche Lorbeern sammelte er in dem Feldzuge 1807.


Divisions-General Gazan.

Chef des General-Stabes der Süd-Armee in Spanien.


Heinrich Theophilus Gazan ist aus Grasse im Var-Departement gebürtig, und am 29. October 1765 daselbst geboren. Mit 15 Jahren wurde er zum Unter-Lieutenant bey der Küsten-Artillerie ernannt, und am 6. October 1786 zum königlichen Garde übersetzt. Bey dem Ausbruche der Revolution wurde er Major der National-Garde seiner Geburtsstadt, und am 12. September 1791 Oberst-Lieutenant beym zweyten Volontär-Bataillon des Var-Departements; am 12. Jänner 1792 trat er als Hauptmann im 27. Infanterie-Regiment ein, welches damahls bey der Rhein-Armee stand.

Gazan machte sich einige Mahle in den ersten Feldzüge des Revolutions-Krieges vortheilhaft bemerkbar. In den Jahren 1795 und 1796 stand er als Brigade-Chef unter Moreau. Die Treffen, in denen sich Gazan am vortheilhaftesten auszeichnete, waren: bey Kuppenheim, und insonderheit bey Ettlingen. In der Folge wurde Gazan zum Brigade-General befördert; er erhielt nun eine Anstellung, die ihn einige Zeit von der Armee entfernte.

Im Jahre 1800 wurde er als Divisions-General bey der Donau-Armee unter Massena's Commando angestellt. Bey dem Uebergange über die Limmath, unweit Dietikon, so wie bey dem Angriffe auf Zürich, commandirte Gazan die Avantgarde; nach dem Treffen bey Winterthur, in welchem er auch Lorbern erntete, erhielt er Befehl, Constanz zu nehmen, er drang mit den Russen und Condéern zugleich in die Stadt, und machte von beyden Theilen über 500 Gefangene.

Als in der Folge Massena das Commando der Italiänischen Armee zu übernehmen befehligt wurde, war General Gazan einer von denen, die er dahin mitnehmen zu dürfen bath. Die erste militärische Expedition, die nun dem General Gazan in Italien aufgetragen wurde, war die Dämpfung der Unruhen im Thale Fontana-Buona. Er brachte die Sache bald ins Reine. -- Die Lage der Armee bewog den Oberfeldherrn, sich nach Genua zurück zu ziehen, und die Armee in zwey Corps zu theilen, wovon er das eine mit nach Genua nahm, das zweyte aber Soults Commando unterordnete. Bey letzterem befand sich Gazan; Soult beauftragte ihn, den Feind bey Macarollo und in der Folge bey Vereria zurück zu werfen. -- Gazan siegte beyde Mahle; eben so gelang die Wiedereinnahme von Sassello. Bey dem Angriffe auf die Position von Coronata wurde Gazan blessirt. So wie er hergestellt war, erschien er auch wieder an der Spitze seiner Truppen, und commandirte in dem mißlungenen Angriffe auf das Lager von Monte-Cretto. Nach dem Falle von Genua wurde die Division Gazan zu Voltry aufgestellt. Nach der Schlacht bey Marengo kam Gazan unter Brune's Commando; er zeichnete sich dann bey dem Uebergange über den Mincio, bey dem Angriffe auf Puzzolo und in der Schlacht bey Bassano glänzend aus.

Nach geendigtem Kriege wurde er zum Commandanten der ersten Division-Abtheilung der 27. Militär-Division zu Piemont ernannt.

Bey dem Ausbruche des Krieges gegen Oesterreich 1805 ward er wieder zur Armee berufen, wo er sich im Gefechte bey Dürnstein gegen das Corps des Russischen Generals Kutusow neue Lorbern sammelte. Auch in dem Feldzuge 1807 machte er sich den Preußen bemerkbar.

Nach einiger Waffenruhe wurde er zu den Armeen nach Spanien abgesendet, und daselbst zum Chef des Generals-Stabes der Sud-Armee ernannt, und zeichnete sich, wie gewöhnlich, auch äußerst vortheilhaft aus. Er nahm den glänzendsten Antheil an der Niederlage Ballastero's im Junius 1812; und jeder neue Bericht von der Süd-Armee ist ein neuer Beytrag zu seinem Ruhme.


Quellen und Literatur.

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.
  • A.F. Rittgräff. Die Helden des Tages, oder biographische Notizen über die hervorstechendsten Personen der gegenwärtigen Zeitverhältnisse. Berlin 1813.