Jacques-René Hébert

Aus NapoleonWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Hébert (dit Père Duchêne) Procureur G.al de la Commune de Paris.

Hebert (J. R.) aus Alençon gebürtig, von Natur ein unruhiger Kopf, voll glühender Einbildungskraft, doch ohne Mittel und hauptsächlich ohne Kenntnisse; lebte vor der Revolution zu Paris von Intriguen und Betrügereyen. In dem Augenblicke, wo er nichts mehr wußte, wovon er leben sollte, boten ihm die Unruhen von 1789 eine neue Hülfsquelle, und er schlug sich mit ganzem Eifer zur Volksparthey. Er machte sich bald durch sein Journal: der Vater Düchene, bekannt, das durch seine übertriebenen Grundsätze, die er zur Schau trug, und durch seinen wirklich niedrigschmeichelnden Volkston großes Glück unter dem Volke machte; die gemeinsten abgeschmacktesten Beleidigungen gegen den Hof und die Monarchie waren stets mit Schwüren und pöbelhaften Ausdrücken gewürzt, die den Haufen bezauberten und ausser sich brachten.

Den 10. August 1792 ward er eines der Mitgliede, von der Municipalität, die sich selbst wählte und einsetzte, um den Aufstand dieses Tages zu Stande zu bringen, und im September half er zu den Mordscenen in den Gefängnissen, nahmentlich zu dem Mord der Madame Lamballe.

Später ließen ihn die Girondisten arretiren. Marat vertheidigte ihn vor dem Konvent; Deputirte aller Sectionen sprachen mit Nachdruck für ihn, und er erhielt den 27. nach einer stürmischen Sitzung seine Freyheit wieder. Der Geist der Rache ließ ihn in den Tagen den 31. May, 1. und 2. Juny nicht müssig seyn. Er wüthete hierauf, nicht ohne Feigheit, nach einander gegen die Hinrichtungen Brissots, Chabot, Fabres und Camilledesmoulins.

Er spielte bey den Cordeliers mit Rousin die Oberhand und klagte den 4. März 1794 mit Heftigkeit die Dantonisten und die Gemäßigten an, ließ die Statue der Freyheit und der Menschenrechte umschleyern und predigte laut den Aufruhr; allein dieser neue Triumph der Gemeinde ward die Ursache zu ihrem Falle. Die beyden Nebenbuhler Danton und Robespierre vereinigten sich daher, trotz ihres Hasses, gegen ihn und seine Parthey, der größte Theil der Hebertisten wurde arretirt und den 24. März 1794 zum Tode verurtheilt.

Hebert starb mit der größten Muthlosigkeit und fiel mehrere Mahl in Ohnmacht, ehe er zum Schaffot kam. Man könnte einen Band von seinen Schandthaten füllen. Hebert hatte eine Nonne geheirathet, die mit Chaumette und dem Reste von der Faction der Gemeinde guillotinirt wurde.


Quellen und Literatur.

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.