Jacques François Dugommier

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Dugommier.

Dugommier, französischer General, gebohren 1736 auf der Insel Martinique, wo er vor der Revolution ein Vermögen von 2 Millionen in liegenden Gütern besaß. Er trat mit seinem 13ten Jahre in Diensten, erhielt das Ludwigskreuz, war aber einmahl übergangen worden und vertauschte deshalb die militärische Laufbahn mit dem Privatleben. 1789 wurde er zum Obristen der Nationalgarden dieser Insel ernannt und vertheidigte die Feste St. Pierre gegen Béhague. Einige Zeit darauf nahm er eine Sendung nach Frankreich an, um zu Gunsten der Patrioten, die damahls den Kürzeren zogen, um Unterstützung nachzusuchen. Er kam 1792 an und schlug es aus, als Deputirter der Kolonie in den Konvent zu treten.

Im Sept. 1793 stellte man ihn als Brigadegeneral und nachher als General en Chef bey der italienischen Armee an, wo er mehrere Siege über die österreichisch-sardinischen Truppen erfocht. Nachdem ihm hierauf die Belagerung von Toulon übertragen war, benahm er sich dabey mit der größten Tapferkeit und öffnete sich nach ununterbrochenem Gefecht und Anstrengungen von 5 Tagen und 5 Nächten die Thore.

1794 ward er Oberbefehlshaber der Ostpyrenäenarmee und erhielt bald über die Spanier eben so schnelle als entscheidende Vortheile; allein er überlebte seine Siege nicht, denn er bleib den 17ten November 1794 bey der Affaire von St. Sebastian eben im Augenblick, wo er anfieng, den linken Flügel der Spanier zurückzudrängen: er starb auf dem Schlachtfelde in seinem 60 Jahre.

Er hinterließ 3 Söhne; zwey waren Generaladjutanten in seiner Armee und einer von ihnen starb in der englischen Gefangenschaft; der dritte fand seinen Tod auf einer Reise nach Amerika.


Dugommier..

Dugommier, einer von den berühmten französischen Generalen, die in den Zeiten der Revolution ihren Ruhm erwarben.

Geboren zu Martinique 1736, besaß er hier vor der Revolution sehr viel Güter, trat in einem Alter von 13 Jahren schon in Dienste, erhielt bald das St. Ludwigs-Kreuz, verließ aber, da er einige Zurücksetzung erfahren mußte, die militairische Laufbahn, und zog sich auf seine Besitzungen zurück.

Im Jahr 1789 wurde er zum Obersten der National-Garden auf seiner Insel ernannt; mußte nachher 1792 nach Frankreich, um da Suceurs für die Patrioten nachzusuchen, wo er aber die Ehre, Deputirter bei dem Convent zu sein, ausschlug.

Im Sept. 1793 wurde er als Brigade-General und dann als General en Chef bei der italiänischen Armee angestellt, trug auch mehrere Siege über die östreichischen Truppen davon: bei der Belagerung von Toulon zeigte er nicht minder die größte Bravour.

Im J. 1794, als General der Armee der Pyrenäen, trug er bald entscheidende Siege über die Spanier davon, eroberte mehrere Festungen, und zuletzt auch Bellegarde, den letzten französischen Ort, welcher noch in feindlichen Händen war, mußte aber nur zu bald für seinen Beruf sich opfern: eine Kanonenkugel tödtete den Helden in einer Affaire bei Figuera (nach andern bei St Sebastian), da er eben den linken Flügel der Spanier zum Weichen brachte, am 17. Nov. 1794.

Sein Name wurde nach dem Beschluß des Convents im Pantheon ehrenvoll angeschrieben.

Er war es auch, der zuerst die Verdienste Bonaparteʼs, welcher bei der Belagerung von Toulon unter ihm diente, in seiner Größe anerkannte, und ihn einst den Repräsentanten mit den Worten vorstellte: »Das ist ein Officier von dem größten Verdienst; und wenn Ihr ihn nicht befördert, so wird er sich selbst zu befördern wissen


Zitate.

Über Napoleon Bonaparte »Das ist ein Officier von dem größten Verdienst; und wenn Ihr ihn nicht befördert, so wird er sich selbst zu befördern wissen


Worte Napoleons.

Der tapfere Dugommer übernahm den 20ten November das Commando der Belagerung von Toulon; er zählte damals vierzig Dienstjahre. Er war ein reicher Pflanzer von Martinique und hatte sich vom Dienst zurückgezogen. Beim Ausbruch der Revolution setzte er sich an die Spitze der Patrioten und vertheidigte die Stadt St. Pierre. Als die Engländer sich der Insel bemächtigten, ward er von derselben vertrieben und verlor sein ganzes Vermögen. Er war bey dem italienischen Heere als Brigade-General angestellt, als die Piedmonteser von der Diversion der Belagerung von Toulon Nutzen zu ziehen suchten, und den Var zu überschreiten und in die Provence eindringen beabsichtigten. Er schlug sie im Lager bei Gillette, wodurch sie genöthigt wurden, ihre Linien wieder einzunehmen. Er hatte alle Eigenschaften eines alten Soldaten. Persönlich tapfer liebte er die Tapfern und ward von ihnen geliebt; er war gut, obgleich lebhaft; äußerst thätig, gerecht, und besaß einen richtigen militärischen Blick, kaltes Blut und Ausdauer im Gefechte.


Quellen und Literatur.

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.
  • Brockhaus Conversations-Lexikon Bd. 7. Amsterdam 1809, S. 301-302. Quelle: http://www.zeno.org - Zenodot Verlagsgesellschaft mbH
  • Napoleons Memoiren von Montholon, III.