Jan Willem de Winter

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Winter.

Winter (von), holländischer Admiral, ein unterrichteter Mann, von kaltem aber geachtetem moralischem Charakter, diente vor der Revolution in der Marine und flüchtete sich, da er damals die Parthey der Patrioten genommen hatte, nach Frankreich, erhielt daselbst Anstellung und ward unter der Republik Brigadegeneral.

Er hatte sich durch Hülfe des Studiums militärische Talente erworben und leistete unter Pichegrü in den Feldzügen 1794 und 95 mehrere Dienste, da er aber noch mehr Geschicklichkeit für den Krieg zur See besaß, ernannten ihn seine Landsleute, als die Franzosen Holland besetzt hatten, zum Admiral ihrer Flotten.

Nachdem er lange Zeit von den Engländern in dem Texel blockirt gewesen war, erhielt er im Oktober 1797 den Befehl auszulaufen und den Feind anzugreifen. Zu gehorchen genöthigt, ging er unter Seegel, griff den 11. an und wurde nach einem langen und blutigen Gefechte, worin er gleiche Thätigkeit und Muth zeigte, geschlagen und gefangen genommen.

Wenn ihn alle Offiziere seiner Flotte gleichmäßig unterstützt hätten, so läßt sich glauben, daß der Ausgang des Treffens wenigstens unentschieden geblieben wäre. Uebrigens kam dieser Sieg den Engländern theuer zu stehen, und alle Unpartheyischen ließen dem Admiral Gerechtigkeit widerfahren, der von der Regierung gezwungen, ein Treffen zu liefern, das er für ungleich ansah, darin dennoch eben so viel Eifer als persönliche Tapferkeit an den Tag legte.

Ein Kriegsgericht, das 1798 zu Haag über ihn gehalten wurde, entnahm ihn aller Schuld und sprach ihn vollkommen frey.

Nach seiner Auswechslung behielt er einen grossen Einfluß in der batavischen Republik und wurde im July 1798 als bevollmächtigter Minister nach Paris gesandt.

1802 ging er mit einem holländischen Geschwader in das mittelländische Meer, durchlief die Küsten der Barbarey, um die Stimmungen der dortigen Mächte gegen die batavische Republik auszuforschen, und schloß mit dem Dey von Tripolis den Frieden, nach dem derselbe von den Holländern eine Summe von 80,000 Piastern und ein jährliches Geschenk von 7000 P. erhielt, 120 Tonnen Pulver und eine große Menge Tauwerk ungerechnet, die er ihm überließ.

1805 kommandirte der Admiral Winter noch einen großen Theil der holländischen Seemacht.

1808 kommandirte er die Eskadre im Texel, worauf ihn im Februar 1809 König Ludwig in seine Nähe berief, um im Staatsrath zu sitzen.

Quellen und Literatur

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.