Jean-Baptiste Annibal Aubert du Bayet

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Aubert du Bayet (J. B. Annib.), Mitglied des gesetzgebenden Körpers, Divisionsgeneral, Kriegsminister, französischer Gesandter in Konstantinopel.

1780 war er Unterlieutenant in königlichen Diensten und machte als solcher den Amerikanischen Krieg mit.

Im Anfange der Revolution schien er eine kurze Zeit gegen die neuern Grundsätze zu seyn und schrieb selbst 1789 eine heftige Broschüre gegen die Juden, ihre Habsucht und die Gefahr, sie an dem Gouvernement Antheil nehmen zu lassen. Die Patrioten wußten ihn aber bald auf die Seite der Revolutionsparthie zu leiten, indem sie seinem Ehrgeitze und seinen philosophischen Ideen schmeichelten.

Im September 1791 ward er Deputirter bey dem gesetzgebenden Körper und im July des folgenden Jahrs davon Präsident.

1793 stand er bey der Maynzer Besatzung als Brigadegeneral. Nach der Uebergabe dieses Platzes sollte er arretirt werden, allein Merlin von Thionville und Thuriot bewirkten seine Freyheit.

In der Vendee, wohin er mit der Maynzer Besatzung geschickt worden war, wurde er bey Clisson gegen Ende des Septembers 1793 gänzlich geschlagen, verlor 8000 Mann, seine ganze Bagage und Artillerie. Kurz darauf hatte er einiges Glück und im Oktober bey Mortagne einen ausgezeichneten Vortheil. Als er schon seine Anordnung zum Treffen gab, erhielt er die Nachricht seiner Absetzung, nichts desto weniger lieferte er die Schlacht, schlug die Rebellen und gieng als Sieger nach Paris ab, wo er in dem Konvent seine Kläger und Vertheidiger fand, so daß er zwar arretirt, bald aber wieder auf freyen Fuß gesetzt wurde.

Kurz darauf erhielt er den Befehl abermahls in die Westdepartemente zu gehen, und half hier dem General Hoche, die Vendee und die Chouans zur Ruhe bringen. Gleiches Glück begleitete seine Waffen wie seine Unterhandlungen, und trotz der Heftigkeit seines Charakters benahm er sich menschenfreundlich und mit Klugheit in diesem unglücklichen Lande.

Im April 1795 kommandirte er als Divisionsgeneral an der Küste von Cherburg und verfolgte unabläßig die zerstreuten Banden der Chouans.

Im November 1795 wurde er zum Kriegsminister ernannt, verließ aber diesen Posten den 8ten Februar 1796, um als Gesandter seiner Republik nach Konstantinopel zu gehen. Zu Anfange April schiffte er sich ein und kam zu Ende des Septembers daselbst an. Sein sehr zahlreiches Gefolge bestand meist aus Offizieren, die bestimmt waren im Dienste der Pforte zu bleiben, dabey befand sich auch eine Kompagnie Artillerie zu Pferde. Der Großherr gab ihm die erste Audienz den 17ten Januar 1797 und behandelte ihn mit besonderer Auszeichnung. Einige Tage darauf verlangte er vom Reiseffendi die unmittelbare Entfernung aller französischen Royalisten.

Im Dezember 1797, eben wo seine Gemahlin bey ihm eintraf, wurde er von einem bösartigen Fieber überfallen und starb den 17ten dieses Monaths.


Quellen und Literatur.

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.