Jean-Baptiste Drouet

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Drouet (J. B.), Postmeister zu St. Menehould.

Dieser beschränkte Mensch verdankte dem Zufalle allein die Rolle, die er gewissermassen in der Revolution gespielt hat. Er war es, der Ludwig XVI. auf seiner Flucht durch St. Menehould zuvoreilte und zu Varennes arretiren ließ.

Im September 1792 trat er als Deputirter des Marnedepartements in den Konvent, wo er Ludwigs XVI. Tod votirte.

Seine Stimme, sein Züge, seine Gesten sind ungelenksam und widrig; jede Bewegung seines Körpers, selbst die Worte, welche er vorbringt, drücken eine Unruhe und Wildheit aus.

Man schickte ihn im September 1793 zur Nordarmee. Im Oktober desselben Jahres in Maubeuge von der Armee des Prinzen Koburg eingeschlossen, versuchte er in der Nacht vom 2ten bis 3ten mit einigen Dragonern zu entkommen, um die Hülfe, deren der Platz benöthigt war, zu beschleunigen, wurde aber von den Kaiserlichen aufgefangen und nach der Festung Spielberg in Mähren gesetzt.

Anfangs hatte man ihn auf einige Zeit nach Brüssel in Verwahrung gebracht. Den 6ten July 1794 sprang er von dem Fenster seines Gefängnisses herab, um zu entfliehen, brach aber ein Bein und wurde wieder gefangen.

Im November 1795 wurde er mit Camus, Beurnonville und andern zu Basel gegen die Tochter Ludwigs XVI. ausgewechselt und nahm hierauf seinen Platz im Rath der 500 wieder ein.

Das Mässigungssystem, welches damahls in Frankreich herrschte, mißfiel ihm und er trat mit Baboeuf in Verbindung und wurde einer der Rädelsführer der Jakobinerverschwörung, welche dieser organisirte. In Gemäßheit dessen ward er in der Nacht vom 10ten zum 11ten May arretirt und in die Abtey in Verwahrung gebracht; er entwich und flüchtete sich in die Schweiz.

Da der hohe Gerichtshof ihn wegen der Baboeufschen Angelegenheit den 26sten May 1797 freysprach, kehrte er nach Frankreich zurück und ließ sich von dem Direktorium in der Eigenschaft eines Kommissärs in seinem Departement anstellen.

Nach dem 18ten Brümaire ernannten ihn die Konsuln zum Unterpräfekt von St. Menehoult, welchem Amte er noch im Jahre 1806 vorstand.

Quellen und Literatur

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.