Jean-François Carteaux

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Cartaux.

Cartaux, General in Diensten der Republik, Sohn eines Dragoners.

Unter dem Schutze der Demagogenparthey erhielt er ein schnelles Avancement. Als sich die Marseiller im Juny 1793 bewaffneten, um den Lyonern, die damahls im Aufstande gegen den Konvent waren, Hülfe zu leisten, trieb er sie auseinander, und hielt den 25sten August in Marseille seinen Einzug.

Als ernannter Oberbefehlshaber der Armee in Italien, an Brünets Stelle, erhielt er einen kleinen Vortheil bey Olioulles über die englischen Truppen, die sich in Toulon ausgeschifft hatten, verließ aber bald diesen Posten wieder und ward selbst arretirt und in die Conciergerie gesetzt.

Wieder in Freyheit gesetzt, kommandirte er 1795 an den Küsten der Normandie, verlor aber auch bald wieder diesen Platz.

Bey dem Aufstande der Sectionen den 5ten Oktober 1795, diente er der Konventsparthey mit vielem Eifer.

Die Konsularregierung ernannte ihn den 21sten July 1801 zum Administrator der Lotterie; diesen Posten vertauschte er im Monath Oktober 1804 mit dem eines Administrators des Fürstenthums Piombino.

1805 kam er nach Frankreich zurück und ist nicht weiter angestellt worden.


Jean François Carteaux.

Obergeneral, geb. zu Allevant, in Forez, 1751, starb 1807.

Carteaux war der Sohn eines Dragoners, widmete sich anfangs der Malerei, ohne jedoch die Liebe zum Soldatenstande zu verlieren und kehrte beim Ausbruch der Revolution von seinen Reisen durch einige Länder Europa's nach Frankreich zurück, wo er bald darauf in der Pariser Nationalgarde als Lieutenant der Cavallerie eine Anstellung fand. Am 10. Aug. 1792 zeichnete er sich auf eine solche Weise aus, daß ihn der Commandant zu seinem Adjutanten ernannte. Im Jahr 1793 befehligte Carteaux eine Division bei der Alpenarmee unter Kellermann und hier vernichtete er bei Orange (15. Juli) eine Abtheilung der Marseiller Insurgenten, welche den Einwohnern von Lyon Verstärkung zuführen wollten, so wie (9. Aug.) einen ähnlichen Versuch derselben bei Cadenet. Nachdem er hierauf noch ein anderes Corps der Insurgenten bei Salons zerstreut, langte er (23.) bei Marseille an und vertrieb (24.) nach einem hartnäckigen Widerstande die Marseiller von den Höhen bei dieser Stadt. Durch die hierbei bewiesene Thätigkeit gelang er ihm, am folgenden Tage früh in dieser Stadt seinen Einzug zu halten, als die Engländer eben im Begriff standen, sich der Stadt zu bemächtigen. Nach kurzem Verweilen daselbst verfügte er sich mit 3300 Mann vor Toulon und griff diese von 10,000 Mann Engländern und Spaniern vertheidigte Stadt, anfangs Sept. an. Glücklich vertrieb er de Engländer aus den Engpässen von Ollioules. Am 11. Sept. jedoch bekam er den Oberbefehl über die italienische Armee, welche Brunet früher befehligt hatte. Doch nur kurze Zeit stand er dieser, so wie der Alpenarmee vor; denn auf Befehl des Wohlfahrtsausschusses arretirt, wurde er nach Paris geführt und in die Conciergerie gesetzt, woraus ihm jedoch die Revolution vom 9. Thermidor im Jahre 2 glücklich befreite. Er erhielt hierauf den Oberbefehl über ein Beobachtungscorps, welches zur Westarmee unter Hoche gehörte, wurde aber schon im Sept. wieder davon abgerufen und in Unthätigkeit versetzt. Dennoch diente er dem Directorium am 15. Vendemiaire im Jahre 4 (5. Oct. 1795) mit großer Treue und wurde deßhalb abermals angestellt. Der erste Consul ernannte ihn hierauf (2. Juli 1801) zum Administrator der Lotterie, so wie er darauf die Verwaltung des Fürstenthums Piombino bekam, welches Buonaparte seiner Schwester, der Prinzessin Bacciochi abgetreten hatte. Schon nach einem Jahre verlor er jedoch diese Stelle und ging deßhalb nach Frankreich zurück, wo er entfernt von Geschäften (1807) starb.


Quellen und Literatur.

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.
  • Dr. R. Fl. Leidenfrost's französischer Heldensaal oder Leben, Thaten und jetzige Schicksale der denkwürdigsten Heroen der Republik und des Kaiserreichs, insonderheit der Waffengefährten und Marschälle Napoleons. Ilmenau, 1828. Druck und Verlag von Beruh. Friedr. Voigt.