Jean-François Ducos

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Ducos (J. B.), Kaufmann und Gelehrte zu Bourdeaux, Deputirter der Gironde bey der Gesetzgebung, nahm vielen Antheil an Ludwigs XVI. Prozeß, und votirte endlich seinen Tod. Den 1ten Februar sprach er gegen das englische Gouvernement und verlangte, daß ihm der Krieg erklärt wurde.

Voll von Feuer und nicht ohne einige Talente, unterstützte er mit grossem Nachdruck die Girondeparthey. Als Robespierre und seine Gehülfen diese Faktion stürzten, war er anfangs nicht mit in der Proskription seiner Kollegen begriffen, und Marat ließ ihn von der liste der verhafteten Deputirten, worauf er sich anfangs befand, ausstreichen; weil er aber nicht nachließ, sich mit demselben Nachdruck zum Vertheidiger seiner verfolgten Freunde aufzuwerfen, kam er mit in die Anklagsakte und wurde den 9. Brümaire des Jahres 1802 in seinem 28sten Jahre zum Tode verurtheilt.

Während seiner Gefangenschaft in der Conciergerie, wenige Tage vor seinem Tode, setzte er noch ein langes Gedicht über seine Flucht nach Provins und seine Verhaftung in dieser Stadt auf, aus dem die heiterste Laune sprach.


Quellen und Literatur.

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.