Jean-Jacques Ambert

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Ambert, (Johann Jakob), -- Freiwilliger im Seekorps vom J. 1779 bis 1783; Bataillons-Chef im J. 1792; Brigade-General; Divisions-General den 28sten November 1793.

Sehr guter Offizier.


Jean Jacques Ambert.

Jean Jacques Ambert, General-Lieutenant, geb. den 1. Octbr. 1766 zu Saint-Céré im Departement des Lot.

Als Freiwilliger wohnte Ambert während des nordamerikanischen Kriegs unter Albert de Rioms (1781) einem Seezuge bei, auf welchem die Inseln St. Christoph und Tabago von den Franzosen erobert wurden. Der Versailler Frieden beendigte seine Thätigkeit zur See und den Wissenschaften sich widmend, lebte er in behaglicher Muße bis zum Anfange des Revolutionskriegs. Als Befehlshaber des 2. Bataillons vom Departement des Lot wurde er, beim Einfall der Preußen, nach Lothringen gesandt und hier bestand er im August bei Rodomack ein Gefecht mit dem Feinde, wodurch er ihn zum Rückzug zwang. Der Convent verlieh ihm hierauf den Rang eines Brigade- und zu Ende des nächsten Jahres den eines Divisions-Generals. In den folgenden Jahren zeichnete er sich unter Hoche bei Kaiserslautern (23. Mai 1794) und unter Moreau bei Trier (8. August) und bei Kreuznach aus, so wie er auch eine Zeitlang die Belagerung von Luxemburg leitete. Im März 1795 als er von der Mosel- zur Rheinarmee versetzt worden war, bemächtigte er sich mit zwei Divisionen der Stadt Mannheim, und focht mit Auszeichnung unter Pichegru bei Heidelberg. Ohne sonderlichen Verlust trat er den Rückzug auf die Insel Neckerau an, wo er noch, obwohl seine Soldaten ihre Munition verschossen, drei Tage lang den Angriffen der östreichischen Armee bloßgestellt war.

Seine angegriffene Gesundheit nöthigte ihn kurz darauf in den Schooß seiner Familie zurückzukehren; allein kaum fühlte er sich wieder hergestellt, so begab er sich neuerdings zur Armee und wohnte unter Moreau jenem denkwürdigen Rückzuge bei, der ihm mehrmals Gelegenheit darbot, sich auszuzeichnen. Dies war namentlich der Fall bei Waldkirch und dann bei Schlingen im Breisgau (13. Oct. 1796), wo er den General Gouvion Saint-Cyr im Oberbefehl des linken Flügels ersetzte und wo er den ganzen Tag den Angriff der Oestreicher unter dem Fürsten von Fürstenberg und des Emigranten-Corps ausgesetzt war. Während des Rückzugs über den Rhein bei Hüningen, deckte Ambert denselben, so wie er auch darauf den Auftrag der Vertheidigung von Kehl bekam. Nach dem Frieden von Campo Formio sandte ihn das Directorium nach Corsika, um daselbst einen Aufruhr zu unterdrücken, was ihm, obgleich er nur wenig Truppen bei sich hatte, vollkommen gelang. Erst im Februar 1801 verließ er die von ihm beruhigte Insel und erhielt vom ersten Consul den Auftrag, den Oberbefehl über die Truppen an der Etsch und in den päbstlichen Legationen Ferrara und Bologna zu übernehmen. Nach dem Lüneviller Frieden kehrte er nach Paris zurück, zog aber kurz darauf den Argwohn Buonaparte's auf sich und so wurde er, nach Arretirung Moreau's und Pichegru's nach Guadeloupe verbannt, obgleich er den Titel eines Statthalters mit dorthin nahm (April 1804). Er fühlte diese drückende Fessel und entsagte daher kurz nach seiner Ankunft dieser Stelle, indem er sich in das Privatleben zurückzog. Dennoch entging er nicht dem Verdacht, sondern wurde 1808 als Staatsverbrecher angeklagt, eingezogen und erhielt erst nach 4 Jahren seine Freiheit und 1813 eine Anstellung. In dem Augenblicke, als die Russen Frankreichs Grenzen überschritten, traf er als Befehlshaber der 11. Militär-Division in Holland ein und hatte nur noch so viel Zeit, Delfzyl, Cöverden und Deventer zu verproviantiren und sich über die Ems zu seinen Truppen zu begeben, mit denen er sich nach Antwerpen zurückzog. Dort fand er einen Befehl des Kaisers, die zweite Division des ersten Armeecorps zu übernehmen. Mit dieser führte er Bergen-op-Zoom, im Angesicht der englischen Armee zu drei verschiedenen Malen Lebensmittel zu, was Kriegsverständige für eine der schönsten Thaten in diesem Feldzuge hielten. Am 13. Jan. 1814 wurde er zu Merxem mit seinen 3000 Mann von 12000 Engländern und 3000 Preußen angegriffen; zwei Stunden lang war er von allen Seiten umringt, dennoch zog er sich, ohne sonderlichen Verlust über den Dambach zurück, worauf das Gefecht noch bis tief in die Nacht fortdauerte. Weniger glücklich war er am 17. Februar; denn von Neuem angegriffen, bekam er eine bedeutende Wunde. Dennoch suchte er mit seiner Division, die nur noch 1800 Mann stark war, sich außerhalb Antwerpen zu halten, und da ihm dies fehl schlug, rettete er seine Truppen und einen bedeutenden Artillerie-Park nach Frankreich. Ludwig XVIII. belohnte seine Dienste mit dem Comthurkreuz der Ehrenlegion und ernannte ihn zu Anfange des J. 1815 zum Befehlshaber der 9. Militär-Division. Hätte man seinen Rath zu Nîmes befolgt, als der Herzog von Angoulême den 12. März die Generale um die Mittel befragte, wie die Landung des Kaisers in Frankreich zu begegnen sey, so würden die Alliirten nicht nöthig gehabt haben, Frankreich noch einmal zu überziehen. Aus Furcht vor einem Bürgerkriege unterwarf er sich jedoch dem Kaiser und befand sich eben zu Paris, als die bei Waterloo geschlagene Armee anlangte. Man ertheilte ihm hierauf den Oberbefehl des linken Flügels der Loirearmee und er behauptete denselben bis zu deren Verabschiedung, ängstlich bemüht, das gute Einverständniß der Truppen dieser Armee mit denen der Vendée aufrecht zu erhalten, weshalb er (11. August 1815) folgenden Tagesbefehl erließ: "Soldaten, nur durch Mannszucht vermögt ihr euch beliebt zu machen; jede Bedrückung und unnöthige Forderung soll mit Strenge bestraft werden. Eure Kantonirungsquartiere stoßen an die der Vendée! Gute Franzosen sind nur die, welche den Gesetzen gehorsam, der Sache des Königs und dem Vaterlande Dienste leisten. In diesen unglücklichen Zeiten füge die Armee ihrem Ruhm noch den bei, dem König von ihrer Ergebung ein edles Beispiel zu geben und diese Standhaftigkeit und Einigkeit zu zeigen, die Frankreich zur Wohlfahrt so nöthig ist." Nach Verabschiedung der Armee zog sich Ambert in das Privatleben zurück.


Die Wetterfahnen Frankreichs.

Ambert. Reichsritter, 1793 zum Lieutenant-General ernannt. Unter dem Kaiser, Offizier der Ehrenlegion. Unter dem Könige, Kommandeur der selben Legion. (9. November 1814.)


Quellen und Literatur.

  • Vollständige Rangliste aller Generale und General-Adjutanten in den Armeen der französischen Republik. 1796.
  • Dr. R. Fl. Leidenfrost's französischer Heldensaal oder Leben, Thaten und jetzige Schicksale der denkwürdigsten Heroen der Republik und des Kaiserreichs, insonderheit der Waffengefährten und Marschälle Napoleons. Ilmenau, 1828. Druck und Verlag von Beruh. Friedr. Voigt.
  • Die Wetterfahnen Frankreichs oder unsere Zeitgenossen, wie sie sind. Herausgegeben von einer Wetterfahnen-Gesellschaft. Leipzig, bey Gerhard Fleischer dem Jüngern. 1816.