Jean-Pierre Maransin

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Jean Pierre, Baron Maransin.

General-Lieutenant, geb. zu Lourdes, im Depart. der Oberpyrenäen, st. im Mai 1825 zu Paris.

Obgleich Maransin der Sohn eines Kaufmanns war und selbst diesen Stand ergriffen hatte, widmete sich derselbe doch, als der Aufruf seines Vaterlandes zur Ergreifung der Waffen erfolgte, den Kriegsdiensten. Er war der Freund und Waffengefährte des braven Latour d'Auvergne. Bei der Armee in Spanien, der West- und später der Rheinarmee zeigte er überall die glänzendste Tapferkeit, und erhielt (1799), bei der Donauarmee angestellt, den Rang eines Bataillonschef, den er früher ausgeschlagen, weil er sich dessen noch nicht würdig hielt. Als [[André Masséna|Massena] ihm den Auftrag ertheilte, den Uebergang über die Limmat zu erzwingen, führte er dies mit seinem Bataillon und 3 Compagnien Karabiniers mit solcher Kühnheit aus, daß ihm der Obergeneral in einem höchst schmeichelhaften Brief dafür dankte. Nachdem er fast an allen Waffenthaten dleses Feldzugs bis zur Schlacht von Hohenlinden Theil genommen, machte er den portugiesischen Feldzug mit, wo er sich wieder vielfach auszeichnete, so wie später in Andalusien unter Soult. Als Gouverneur von Malaga vertheidigte er diese Insel gegen Ballesteros, befehligte hierauf den Vortrab des Herzogs von Dalmatien, und wurde (1813) Divisionsgeneral. Bei Vittoria befehligte er den Vortrab, und behauptete von 5 Uhr Morgens bis 3 Uhr Nachmittags seinen Posten gegen den englischen General Hill, wo er endlich, fast ganz umzingelt, sich durchschlug und mit seiner Artillerie wieder zur Hauptarmee stieß. Nach der Abdankung des Kaisers erhielt er den Oberbefehl einer Abtheilung der 10. Militärdivision und bei Napoleons Rückkehr eine Division bei der Armee der Alpen, wo er sich mit eben so vielem Muth als Geschicklichkeit benahm, bis die Nachricht von der Schlacht von Waterloo und ihrer Folgen seinem Widerstande ein Ende machte. Ungeachtet seines stets rechtlichen Benehmens wurde er gefänglich eingezogen, nach viermonatlicher Gefangenschaft jedoch, in Folge einer bündigen und freimüthigen Vertheidigung, wieder frei gelassen. Im Jahre 1817, wo er sich ins Bad nach Bagnères begeben, schrieb man die im Rhonedepartement ausgebrochenen Unruhen auf seine Rechnung, doch fand sich auch diese Anklage nicht gegründet. Der General Maransin wollte jedoch seitdem lieber unter den Augen des Polizeiministers selbst leben, und verlegte daher seinen Aufenthalt nach Paris.


Quellen und Literatur.

  • Dr. R. Fl. Leidenfrost's französischer Heldensaal oder Leben, Thaten und jetzige Schicksale der denkwürdigsten Heroen der Republik und des Kaiserreichs, insonderheit der Waffengefährten und Marschälle Napoleons. Ilmenau, 1828. Druck und Verlag von Beruh. Friedr. Voigt.