Jean Antoine Verdier

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Biographien.

(1811) Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.

(1827) Dr. R. Fl. Leidenfrost's französischer Heldensaal oder Leben, Thaten und jetzige Schicksale der denkwürdigsten Heroen der Republik und des Kaiserreichs, insonderheit der Waffengefährten und Marschälle Napoleons. Ilmenau, 1828. Druck und Verlag von Beruh. Friedr. Voigt.


J. A. Verdières.

Verdières (J. A.), französischer Divisionsgeneral und Graf, diente auf eine glänzende Weise als Generaladjudant unter Bonaparte in Italien, zeigte daselbst viel persönliche Tapferkeit und Einsicht und zeichnete sich namentlich in den Gefechten aus, die vom 9. July bis 5. August 1796 vorfielen. Bey Castiglione verlor er ein Pferd unter dem Leibe, und ward alsobald Brigadegeneral; hierauf wurde er den 15. November bey dem Angriffe der Brücke von Arcole verwundet. In der Folge begleitete er den General Bonaparte nach Egypten, zeichnete sich daselbst abermals in dem Gefecht am 1. Nov. 1799, wo die Türken im Bogaz von Damiette landeten, durch eine hervorstechende Bravour aus, wurde den 15. Aprill 1800 zum Divisionsgeneral erhoben und erhielt im September desselben Jahrs wegen seines Benehmens in Egypten vom ersten Konsul ein Belobungsschreiben und Ehrenwaffen. In demselben Zeitpunkte ward er Platzkommandant von Paris. Bey dem Wiederausbruche der Feindseligkeiten mit Oesterreich im September 1805 ward er von neuen in Italien angestellt, und trug zu den ersten glücklichen Unternehmungen dieses Feldzugs bey. Später ward er Offizier der Ehrenlegion und Graf.


Jean Antoine, Graf Verdier.

Jean Antoine, Graf Verdier, General-Lieutenant, geboren zu Toulouse den 1. Mai 1767.

Von einer achtungswerthen Familie aus dem Bürgerstande abstammend, nahm Verdier 1785 Kriegsdienste. Die Revolution beförderte ihn 1792 zum Lieutenant, ausgezeichnete Tapferkeit 1794 zum Capitän und nicht lange darauf zum Flügeladjutanten bei Augereau. Bei der Ostpyrenäen-Armee eroberte er mit einem Bataillon Jäger das befestigte Lager bei Liers, welches 4000 Spanier und 80 Kanonen schützten. Diese schöne Waffenthat entschied über die Einnahme von Figueras und verschaffte dem Capitän Verdier 1795 den Rang als Brigadier. Zur italienischen Armee versetzt, empfing er auf dem Schlachtfelde von Castiglione den Titel als Brigade-General. Bis zum Frieden von Leoben stand er immer im Felde, wohnte dann dem Zuge nach Aegypten bei, wo er die Grenadiere und Tirailleurs der Division Kleber befehligte, die bei Saint-Jean-d'Acre zusammengezogen wurden, und schlug dann als Commandant der Provinz Damiette, nur mit 1000 Mann, 8000 Türken und Engländer unter Sir Sidney Smith, mit einem großen Verluste, zurück. Ein Ehrensäbel war seine Belohnung, so wie ihm auch sein braves Betragen bei der Belagerung von Cairo den Rang als Divisions-General verschaffte. Nach der Räumung Aegyptens nach Frankreich zurückgekehrt, wurde Verdier nach Italien geschickt, befehligte daselbst eine Division unter Murat, begab sich dann mit Gouvion St. Cyr nach Etrurien und besetzte hierauf Apulien. Während des Krieges mit Oestreich stand er unter Massena, wurde nach dem Preßburger Frieden nach Toskana und darauf in's Königreich Neapel geschickt, wo er dem General Regnier beistand, die Trümmer der neapolitanischen Armee nach Sicilien zu verjagen. Vom Kaiser jedoch zur großen Armee in Preußen berufen, zeichnete er sich, unmittelbar nach seiner Ankunft, bei Heilsberg und Friedland aus; befehligte dann ein Armeecorps in Spanien und behauptete den erworbenen Ruhm bei Logrogno und bei der ersten Belagerung von Saragossa. Schon hatte er sich fast dieser ganzen Stadt bemächtigt, als die Franzosen Madrid räumten und er sein Unternehmen einstellen mußte. Als darauf die Franzosen die Offensive wieder ergriffen, befand er sich mit beim Einzug in Madrid, bei der Belagerung von Girona, und übergab dann sein Commando dem General Augereau. Im Jahre 1812 machte er den Feldzug gegen Rußland mit, zeichnete sich an der Drissa aus und wurde bei Palotsk (17. Aug.) schwer verwundet, weshalb er nach Frankreich zurückkehren mußte. Im Jahre 1813 befehligte er unter dem Vicekönig das zweite Armeecorps; die Schlacht am Mincio verschaffte ihm das Großkreuz der Ehrenlegion und die Rückkehr des Königs das Ludwigskreuz. Während der hundert Tage vertraute ihm Napoleon das Commando der achten Militärdivision zu Marseille an; die zweite Rückkehr Ludwigs XVIII. aber versetzte ihn in den Ruhestand.


Quellen und Literatur.

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.
  • Dr. R. Fl. Leidenfrost's französischer Heldensaal oder Leben, Thaten und jetzige Schicksale der denkwürdigsten Heroen der Republik und des Kaiserreichs, insonderheit der Waffengefährten und Marschälle Napoleons. Ilmenau, 1828. Druck und Verlag von Beruh. Friedr. Voigt.