Jean Barthélemy Darmagnac

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Jean Barthélemy Toussaint, Baron Darmagnac, General-Lieutenant, geb. zu Toulouse den 1. November 1766.

Als Capitän, nachdem er schnell die untern Grade durchlaufen, vertheidigte Darmagnac mit 100 Mann (Sept. 1792) den Posten bei Loignon in der Grafschaft Nizza gegen 3000 Feinde, wurde deshalb zum Bataillonschef in der 21. Halbbrigade ernannt und wohnte hierauf bis zum J. 1798 den Feldzügen in Italien und darauf dem Zuge nach Aegypten bei. In der Belagerung von St. Jean d'Acre wurde er verwundet. Am 2. Nov. 1799 erhielt er den Auftrag 4000 Türken, die zu Lesbeth bei Damiette verschanzt standen, mit 800 Mann, die außerdem noch von den Kanonen der Flotte beschützt wurden, anzugreifen. Er theilte daher seine Truppen, legte einen Theil davon in einen Hinterhalt und marschirte mit den übrigen auf die Schanze zu. Während dieser Bewegung warf eine Kanonenkugel aus der türkischen Flotte 10 französische Grenadiere über den Haufen. Darmagnac der die Bestürzung der Seinen wahrnahm, rief deshalb der Compagnie des Centrums zu: "Vorwärts! Wir wollen schon ohne die Grenadiere fertig werden." Diese Worte wirkten; die Soldaten stürzten vorwärts und drangen in die Schanze ein, wurden aber auch wieder daraus vertrieben. Die Türken verließen nun ihrerseits, um den Franzosen nachzusetzen, ihre feste Stellung und geriethen, da sie sich dem Hinterhalt näherten, zwischen zwei Feuer und wurden gänzlich aufgerieben. Kleber belohnte seine Tapferkeit mit einem Ehrensäbel.

Auf gleiche Weise zeichnete sich Darmagnac (27. April 1801) vor Alexandrien aus und bekam deshalb vom Obergeneral Menou den Titel als Brigadegeneral, so wie nachher vom ersten Consul einen Ehrensäbel. Nach der Schlacht von Austerlitz war er eine Zeitlang Statthalter von Kärnthen, befehligte dann einer Theil der Pariser Garnison und wurde 1808 nach Spanien beordert, und dem Marschall Moncey untergeben. Unter anscheinend friedlichen Gesinnungen überschritten die Franzosen die Pyrenäen; im Geheim aber dachte man darauf, sich der wichtigsten Festungen durch List zu bemächtigen. Darmagnac erhielt daher von dem Marschall Moncey den Auftrag, sich der Stadt Pampelona um jeden Preis zu bemächtigen. Dieser wandte sich hierauf an den Marquis von Valsantaro, Generalcapitän von Navaron, mit der Bitte, zwei Schweizerbataillons in der Citadelle aufzunehmen. Auf die abschlägige Antwort desselben blieb Darmagnac nichts anders übrig, als sich durch eine Kriegslist in Besitz der Festung zu setzen, was nicht schwer war, da die Thore den französischen Marketendern, um Lebensmittel in der Stadt zu kaufen, offen standen, und Darmagnac selbst in einem Hause wohnte, welches dem Hauptthore der Citadelle gerade gegenüber lag. Nachdem er 300 Grenadiere in seinem Hause verborgen, verkleidete er die entschlossensten Voltigeurs als Markedenter und befahl ihnen, ihre Degen unter dem Mantel verbergend, sich in die Citadelle zu schleichen, während andere, unter wichtigem Vorwande, sich auf die Zugbrücke stellten, so daß man sie nicht schnell aufziehen konnte. Nach diesen Vorbereitungen stürzten sich auf ein gegebenes Zeichen die Voltigeurs auf die spanische Wache und die 300 Grenadiere nahmen ungehindert die Citadelle in Besitz.

Zu Folge des Sieges bei Medina de Rio Secco (14. Juli), wozu er durch kühne Entschlossenheit vieles beitrug, ernannte ihn der Kaiser zum Divisionsgeneral, so wie im folgenden Jahre zum Statthalter von Galizien, wo er manches kühne Gefecht mit dem Marquis la Romana bestand. In gleicher Eigenschaft befehligte er nach und nach in Altcastilien, la Mancha und in der Provinz Cuença die französischen Truppen und allenthalben trug er durch seine getroffenen Maßregeln und Mäßigung zur Beruhigung des Landes bei. In der Schlacht bei Vittoria (21. Juli 1813) hielt er den linken feindlichen Flügel den ganzen Tag auf und zog sich erst zurück, als er sich fast von allen Seiten umringt sah. Auf gleiche Weise zeichnete er sich bei Pampeluna, Anhoa, Villa-Franca, Orthez der Vic Bigorre und Toulouse aus (10. April 1814), unterwarf sich Ludwig XVIII., befehligte während der 100 Tage die 11. Militärdivision (Bordeaux) und bekam (1821) vom König das Großkreuz der Ehrenlegion.


Quellen und Literatur.

  • Dr. R. Fl. Leidenfrost's französischer Heldensaal oder Leben, Thaten und jetzige Schicksale der denkwürdigsten Heroen der Republik und des Kaiserreichs, insonderheit der Waffengefährten und Marschälle Napoleons. Ilmenau, 1828. Druck und Verlag von Beruh. Friedr. Voigt.