Jean Boudet

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Jean, Graf Boudet, Divisions-General, geboren zu Bordeaux den 19. Febr. 1769, starb den 14. Septbr. 1809.

Boudet trat schon am 20. Sept. 1785 in französische Kriegsdienste, verließ dieselbe wieder (1788) und wurde (1792) bei Errichtung der Nationalgarden Lieutenant im 7. Bataillon der Gironde, mit dem er zur Ostpyrenäen-Armee stieß. Am 18. Oct. wurde er als Capitän zur freiwilligen Jägercompagnie versetzt, die nachher mit dem Jägercorps zu Fuß zusammenstieß, welche General Moncey befehligte. Am 6. Juli 1793 versuchten die Spanier bei einem beabsichtigten Ueberfall des französischen Lagers bei Saint Jean Pied de Port einen starken Angriff gegen Chateau-Pignon und benutzten dabei einen dichten Nebel, um mit mehrern Colonnen vorzurücken. Capitän Boudet, der auf den Vorposten stand, warf sich ihnen mit seiner Compagnie und einigen Jägern entgegen, hielt anfangs fast allein den wüthenden Angriff der Feinde aus, und eroberte am Ende desselben 4 Kanonen. Gleich zu Anfange dieses Gefechts erhielt er eine Schußwunde in die linke Schulter, wie denn überhaupt dieses Gefecht so hitzig war, daß von 120 Mann unter Boudet nur 22 unverwundet aus demselben zurückkehrten. Kurz darauf wurden die verschiedenen Compagnien der Freiwilligen bei der Ostpyrenäen-Armee in Bataillons zusammengezogen und Boudet (13. Decbr. 1793) zum Anführer des ersten Bataillons ernannt. Er diente hierauf bei der Belagerung von Toulon und in der Vendée und wurde dann nach der Insel Ré geschickt, um sich nach der Insel Guadeloupe einzuschiffen, die sich damals in den Händen der Engländer befand. Boudet landete daselbst in der Nacht vom 4. auf den 5. April 1794, griff darauf das Fort Fleur d'Epée an und eroberte es ungeachtet der hartnäckigen Vertheidigung von 900 Mann und dem Feuer von 16 Kanonen. Unmittelbar darauf räumten die Engländer die Stadt Point à Pitre und die 5 Forts, die dieselbe umgaben. Zur Belohnung für diese schöne Waffenthat wurde Boudet (19. Mai) zum Brigadier ernannt und erhielt den Oberbefehl über 3 Bataillons, die von ihm in dieser Colonie errichtet worden waren. In der Zwischenzeit hatte er jedoch (2. Juli) mit 200 Mann von einer Anhöhe bei dem Fort Fleur d'Epée Besitz genommen und widerstand daselbst einem Angriff von 2000 Engländern mit so glücklichem Erfolg, daß er von den größten Theil davon entweder gefangen nahm, oder tödtete. Dieser neue Beweis seiner glänzenden Tapferkeit, verschaffte ihm den Grad eines Brigadegenerals.

Kurze Zeit darauf hatten sich jedoch die Engländer, von ihren Kriegsschiffen geschützt, auf Kanonenschußweite der Stadt Point à Pitre genähert und beschossen dieselbe. Boudet, obgleich dieser Ort von allen Seiten offen war, organisirte unter dem Feuer der feindlichen Batterien mehrere Bataillons, ja am 27. Sept. schiffte er sich mit einem Theile seiner Truppen auf kleinen Fahrzeugen ein, landete im Rücken der Engländer, griff sie herzhaft an und drängte dieselben zu einem fast unersteiglichen Puncte hin, den er mit 3 Grenadiercompagnien glücklich erstürmte, wobei er jedoch verwundet wurde. Die Engländer, die eine längere Vertheidigung für unmöglich hielten, ergaben sich und setzten zugleich die Franzosen in Besitz des größten Theiles der Insel. Nur der District von Groß-Basse-Terre, worin sich das Fort St. Charles befand, blieb ihnen noch. Boudet, obschon seine Wunde noch nicht geheilt war, schloß dieses Forts ein und schnitt ihnen alle Verbindungen, außer zur See mit ihrer Flotte unter dem Admiral John Jervis ab. Die Unterstützung jedoch, welche der Feind von seinen Schiffen zog, machte die Einnahme des Forts fast unmöglich, und da es Boudet fast an aller Belagerungsartillerie mangelte, mußte er entweder dieses Unternehmen aufgeben, oder sich der Kanonen in den englischen Verschanzungen bemächtigen, welche das Fort umgaben. Dieses Letztere gelang ihm durch einige kühne Wagstücke, und nachdem er eine Bresche gemacht, bereitete er sich eben zu einem Sturme vor, als die Engländer das Fort räumten und in demselben ihr Gepäck und eine große Menge Schießbedarf zurückließen. Die Einnahme des Forts St. Charles vollendete die Wiedereroberung von Guadeloupe.

General Boudet wirkte hierauf mit zur Wegnahme von St. Lucie und unterstützte auch die Unternehmungen auf die englischen Inseln St. Vincent, Grenada und Anguilla, während er den Vertheidigungszustand und die Beruhigung der Insel der Insel Guadeloupe keineswegs aus den Augen ließ. So unterdrückte er an der Spitze einiger Dragoner einen Aufruhr im Bezirke Lamentin.

Nachdem ihn hierauf das Directorium (30. Sept. 1796), als einen Beweis der Zufriedenheit mit seinen in Amerika geleisteten Diensten, zum Divisionsgeneral ernannt hatte, kehrte Boudet 1798 nach Frankreich zurück und wurde kurz darauf gegen die Engländer und Russen, die in Holland eine Landung versucht hatten, geschickt, wo ihm der Obergeneral Brune das Commando über die Avant-Garde anvertraute. Am 6. Octob., als er eben Castricum besetzt, wurde er von den Engländern mit überlegenen Streitkräften angegriffen; dennoch hielt er den Angriff aus und eroberte dabei mehrere Kanonen. Um 7 Uhr Abends waren jedoch die Anhöhen bei Castricum noch immer von den Feinden bedeckt; er ermunterte daher seine Soldaten, sie von dort zu vertreiben und um mit einem guten Beispiele voranzugehen, ergriff er augenblicklich ein Gewehr, setzte sich an die Spitze seiner Truppen und nahm die Anhöhen mit dem Bajonette, wodurch das Schicksal der feindlichen Armee entschieden wurde. Der Herzog von York unterzeichnete schon am 16. eine Capitulation, die der Obergeneral Brune durch Boudet dem Directorium übersandte.

Nach dem 18. Brumaire im Jahre 8 (9. Nov. 1799) an dem er ebenfalls Theil genommen, erhielt er Anstellung in der Reserve-Armee unter Berthier, die nach Italien bestimmt war. Die Division Boudet machte die Avantgarde. Mit derselben berennte er das Fort Bard, trug mit zur Einnahme von Ivrea und zur Wegnahme der Brücke über die Chiusella bei, ging dann (2. Juli) über den Tessino und zwang darauf (4.) den östreichischen General Laudon, die Stellung bei San Giuliano und Melegnano zu räumen. Am 7. überschritt er den Po und unterstützte die Eroberung von Piacenza. Dieselbe Division bildete darauf (13.) das Centrum unter Desaix und erhielt Befehl nach Acqui zu marschiren. Buonaparte rief jedoch den General Desaix zu Anfange der Schlacht von Marengo zurück. Als derselbe gefallen, benutzte Boudet die Stimmung der Soldaten, den Tod ihres Anführers zu rächen, und stürzte sich an ihrer Spitze auf 5000 östreichische Grenadiere unter Zach, die nach einer hartnäckigen Gegenwehr die Waffen strecken mußten.

Am 21. Dec. marschirte die Division Boudet, die zu dem Armeecorps Moncey gehörte, gegen die Oestreicher unter Hohenzollern. Mit einem Theile seiner Truppen griff Boudet die Anhöhen von Monzanbano, welche die feindliche Avantgarde besetzt hielt, mit Ungestüm an und nöthigte dieselbe, nach großem Widerstande, zum Rückzuge auf Borghetto. In diesem hitzigen Gefecht wurden dem General Boudet 2 Pferde unter dem Leibe erschossen, so wie er selbst auch einige Wunden davon trug. Dessen ungeachtet wurde er nach Borghetto abgesandt, um die Division Loison zu verstärken. Am 26. aber, nachdem die Armee über den Mincio gegangen, begab sich Boudet, dem die Unterstützung der Avantgarde aufgetragen war, nach Vallegio, wo der Feind alle seine Streitkräfte vereinigt hatte. Nach einem hartnäckigen Gefechte, mit ungarischen Grenadieren, nöthigte er dieselben zum Rückzuge. Eben so glücklich war er in den folgenden Gefechten an der Etsch und an der Brenta und bei Einnahme des Forts von Chiusa (2. Jan. 1801), dessen Thore er durch seine Kanonen einschoß, obschon er den Rückzug der Besatzung auf Dolce nicht verhindern konnte. Am 4. griff er die Oestreicher unter Rousseau in der schönen Stellung beim Dorfe Ala an, zerstreute dieselben und verfolgte sie dann bis nach San Marco vor Roveredo. In den verschiedenen Gefechten von 1. - 12. Jan. 1801 nahm Boudet den Feinden mehr als 2000 Gefangene und vieles Gepäck ab.

Zu Ende desselben Jahres begleitete er den General Leclerc nach St. Domingo. Am 4. Feb. 1802 ließ Boudet auf der Küste Lamentin alle Anstalten zur Landung treffen. Die Häuptlinge zu Port au Prince ließen ihm andeuten, daß, wenn er ohne Erlaubniß des General-Gouverneurs Toussaint Louverture an das Land stiege, sogleich alle Plantagen verbrannt und alle Weißen ermordet werden sollten. Dieß war keine leere Drohung; denn kaum hatte die Landung begonnen, so zeigten sich allenthalben aufsteigende Rauchwolken. Boudet rückte indeß auf das Fort Bizoton zu, doch verbot er den Seinen zu schießen, bevor nicht die Schwarzen geschossen hätten, die Miene machten sich zu vertheidigen. Auch erschien ein Schwarzer als Parlementär, der im Fall des Angriffs die muthigste Gegenwehr ankündigte. Boudet aber wandte sich unverzüglich, ohne weiter auf ihn zu achten, an seine Soldaten mit folgenden Worten: "Kameraden! Ihr befindet euch hier auf dem Gebiete Frankreichs und dürft nur Freunde zu finden hoffen. Haltet jedoch euer Gewehr bereit und läßt uns auch, wenn es seyn muß, sterben, damit die, welche uns folgen, ein Recht erhalten, unsern Tod und Frankreich zu rächen." Hierauf sich zu dem Schwarzen wendend, fügte er noch hinzu: "Geh! sage deinem Bataillon, was du so eben gehört hast. Schießt nur, aber wenn Ihr es thut, so vertheidigt Euer Leben theuer, denn Ihr seyd verloren." Nach der Rückkehr dieses Offiziers ergab sich das Fort und nachdem Boudet dasselbe besetzt, marschirte er auf die Hauptstadt Port au Prince los. Sobald er auf Kanonenschußweite herangekommen war, schickte er 2 Bataillons ab, um ein Thor zu tourniren, welches durch 6 Kanonen und 1200 Schwarze vertheidigt wurde, während er mit seiner übrigen Division ebenfalls darauf losging. Die Empörer weigerten sich indeß den Franzosen, ohne den ausdrücklichen Befehl von Toussaint Louverture die Thore zu öffnen, Boudet gab daher Befehl auf die Schanze anzurücken. Kaum hatten jedoch die Franzosen einige Schritte vorwärts gethan, so riefen die Schwarzen ihnen zu: "Rückt nur vor, wir haben Befehl euch zu empfangen!" und alsbald erfolgten Kanonen- und Flintenschüsse, wodurch ungefähr 100 Mann getödtet und zweimal soviel verwundet wurden. dennoch griffen die Grenadiere mit dem Bajonette an, und erstiegen die Schanzen, während zugleich jene beiden früher abgeschickten Bataillone in die Stadt eindrangen und Straße für Straße von den Schwarzen säuberten. Aller Schwierigkeiten ungeachtet, wurde das Fort St. Joseph eingenommen und um 7 Uhr Abends war Boudet Herr der Stadt. Die Besatzung von Port au Prince hatte aus 4000 regulären Truppen bestanden. Die Häuptlinge der Schwarzen riefen auf der Flucht ihren Soldaten zu: "Steckt alles in Brand! Tödtet die Weißen!" allein die hitzige Verfolgung der Franzosen ließ ihnen keine Zeit, diesen schrecklichen Befehl auszuführen. Unmittelbar nach Einnahme des Platzes statteten alle Weiße, die der wilden Rachsucht der Schwarzen entkommen waren, dem General Boudet ihren Dank ab und unter ihnen befand sich der Oberpfarrer von Port au Prince Lecun, der mit der größten Anstrengung 500 Personen von jedem Geschlecht und jeder Farbe, die sich in seine Kirche geflüchtet, gerettet hatte.

Unmittelbar nach der Einnahme von Port au Prince schickte er eine Abtheilung seiner Truppen nach Léogane, welches Dessalines, (11. Feb.) nachdem er es in Brand gesteckt, verlassen hatte. Boudet bemühte sich indeß, das Vertrauen der farbigen, in Port au Prince zurückgebliebenen Offiziere zu erlangen und es glückte ihm; denn der farbige General Laplume, Befehlshaber zu Cayes stieß mit seinen Truppen zu den Franzosen, wodurch fast ganz Süd-Domingo unterworfen wurde. Auch sandte er ein Linienschiff von 74 Kanonen mit einigen Truppen ab, um sich der Stadt Jérémie zu bemächtigen, welches der schwarze Commandant ohne Widerstand übergab. Auf die Nachricht, daß Leclerc auf die Gonaïves vorrückte, beschloß er, sich mit ihm in Verbindung zu setzen und begab sich deshalb nach St. Marc, welches (24. Feb.) von Dessalines, nachdem er es in Brand gesteckt und vorher 200 Weiße ermordet worden, bei seiner Annäherung verlassen wurde. Unter ähnlichen Grausamkeiten von Seiten der Schwarzen, bemächtigte sich Boudet darauf (9. März) des Fleckens des Verrettes.

Während dieser Zeit war auch der General Richepanse, der zum Gouverneur von Guadeloupe ernannt worden war, zu Ende des März in dieser Colonie angekommen; allein er fand dort denselben Aufstand und ward daher genöthigt, den Obergeneral Leclerc um Hülfe zu bitten, der ihm den General Boudet zuschickte. Hier blieb er bis zu Ende des Jahres 1804; die Ueberreste der verunglückten Expedition nach St. Domingo aber waren schon ein Jahr früher in Frankreich angelangt. Unmittelbar nach seiner Ankunft, verlieh der Kaiser dem General Boudet das Comthurkreuz der Ehrenlegion und schickte ihn als Divisionsgeneral nach Holland, um von dort aus einen Angriff auf England zu versuchen. Der Krieg gegen Oestreich rief indeß die Küsten-Armee nach Deutschland. Boudet ward zum 2. Armeecorps versetzt, welches während dieses ganzen Feldzugs wenig zu thun fand. Nach dem Preßburger Frieden wurde das 2. Armeecorps nach Triest und von da nach Ragusa geschickt. Marmont aber wurde zum Oberbefehlshaber der Armee von Dalmatien ernannt. Kurz darauf trug jedoch der Vicekönig von Italien dem General Boudet den Oberbefehl über eine Division, die zu Verona gebildet wurde, auf, mit der er am 25. Mai zu Berlin anlangte, um von dort aus zu den Belagerungscorps von Colberg zu stoßen. Dort angelangt, bemächtigte er sich einer Schanze auf dem linken Ufer der Persante, die der preußische Major Schill mit 1500 Mann vertheidigt hatte. Nach dem Tilsiter Frieden marschirte Boudet nach Schwedisch-Pommern, schlug (14.) bei Stralsund ein schwedisches Corps von 4000 Mann und wirkte darauf mit zur Belagerung und Einnahme dieser Festung. Zur Belohnung von so ausgezeichneten Diensten ertheilte ihm Napoleon den Grafentitel, mit einer Dotation von 30,000 Fr. in Schwedisch-Pommern. Seine Division aber besetzte unter dem Prinzen von Ponte Corvo noch einige Zeit lang die dänischen Küsten, während er selbst für sein gutes Betragen den Danebrogorden vom König von Dänemark erhielt. Im Oct. kehrte Boudet nach Frankreich zurück und blieb daselbst bis zum Ausbruch des Krieges mit Oestreich.

Als die französische Armee vor Wien angekommen war, erhielt Boudet vom Kaiser den Befehl, diese Stadt auf der rechten Seite anzugreifen und er begab sich demgemäß nach Simmring, nachdem er die Feinde daraus vertrieben hatte. Um jedoch die Einschließung vollständig zu machen, hielt er die Erbauung einer Verbindungsbrücke mit einer Insel für höchst nöthig und beeilte sich, dieselbe zu Stande zu bringen. Sechs Bataillons Oestreicher suchten ihn daran zu verhindern, allein sie erkauften diesem Versuch mit einem Verluste von 3 bis 400 Mann. Da jedoch am 20. Mai sich Wien ergab, so wurde Boudet vom 4. Armeecorps zu dem von Lannes versetzt; der ihm befahl über die Donau zu gehen und Eßlingen zu besetzen. Nach an demselben Tage griffen ihn die Feinde mit überlegenen Streitkräften an. Obgleich seine Kanonen sich noch auf dem rechten Donauufer befanden, setzte er doch dem Feinde, 36 Stunden lang, den größten Widerstand in Eßlingen entgegen, ehe ihn die Ueberzahl zum Rückzuge nach der Insel Lobau nöthigte (22. Mai). Am 4. Juli jedoch Abends war seine Division die erste des 4. Armeecorps, welche von dieser Insel aus, um die Oestreicher auf dem linken Donauufer anzugreifen, ausrückte. Mit 12 Grenadier- und Voltigeurcompagnien beschützte er den Bau der Brücken auf den seine Division in der Nacht vom 4. auf den 5., den Uebergang bewerkstelligte. Am 5. um 4 Uhr Abends erhielt er den Befehl, sich Eßlingens und Groß-Aspern's zu bemächtigen, welche noch an demselben Tage mit dem Bajonette erstürmt wurden, worauf er sich mit den andern Divisionen des 4. Armeecorps wieder vereinte, und bei Breitensohle bivouacquirte. In der Nacht vom 5. auf den 6. besetzte er auf den ausdrücklichen Befehl des Kaisers Groß-Aspern, wurde jedoch schon 5 Uhr Morgens von dem östreichischen General Hiller auf das heftigste angegriffen und ach einem hartnäckigen Widerstande zum Rückzuge nach dem Brückenkopfe genöthigt, von wo aus jedoch seine Division nach erhaltener Verstärkung den Feind von Neuem angriff und mit großem Verluste zurücktrieb. Mit 8000 Mann und 18 Kanonen, bot er 39,000 Feinden mit 60 Kanonen die Spitze und nahm ihnen 1500 Gefangene ab. Seinem Muthe verdankte gewissermaßen Napoleon den Sieg bei Wagram. Zur Belohnung erhielt er das Großoffizierskreuz der Ehrenlegion aus Napoleons eigenen Händen, mit den Worten: "General! Sie haben meine Armee gerettet!" Nach der Schlacht bei Wagram, stellte Boudet bei Spitz, dann bei Stockerau und nach dem bei Znaim geschlossenen Waffenstillstande (12. Juli) bei Budwitz auf. Doch schon seit mehrern Monaten litt er an der Gicht, und wenn ihm die Aerzte Ruhe anriethen, antwortete er immer: "Ich kann nie Ruhe genießen, so lange meine Soldaten den Feind bekämpfen und werde damit bis zum Frieden warten." Dieser Wunsch wurde jedoch nicht erfüllt, denn schon am 14. Sept. starb er, nachdem er noch seinem ersten Flügeladjutanten aufgetragen, seiner Gemahlin zu schreiben, daß seine letzten Seufzer ihr, dem Vaterlande und dem Kaiser gegolten hätten.


Quellen und Literatur.

  • Dr. R. Fl. Leidenfrost's französischer Heldensaal oder Leben, Thaten und jetzige Schicksale der denkwürdigsten Heroen der Republik und des Kaiserreichs, insonderheit der Waffengefährten und Marschälle Napoleons. Ilmenau, 1828. Druck und Verlag von Beruh. Friedr. Voigt.