Jean François Cornu de La Poype

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Jean François, Marquis de Lapoype, General-Lieutenant, geboren zu Grenoble den 13. October 1765.

Aus einer adeligen Familie gebürtig, nahm Lapoype sehr jung Kriegsdienste und wurde Offizier bei der französischen Garde. Seine Verheirathung mit der Tochter des berühmten Kritikers Freron zog ihm den Unwillen seiner Familie und nach Einigen sogar Enterbung zu. Nachdem er sich gleich anfangs mit vieler Wärme für die Revolution erklärte, trat er 1789 in die Nationalgarde von Paris, wurde Commandant des 4. Bataillons und stieg bis zum Brigadegeneral (1792), indem er beim Rückzuge des Lagers von Maude, beim Nachtrabe die Armee deckte. Das Jahr darauf diente er bei der Armee der Seealpen unter Biron und wußte die ihm anvertrauten Posten mit wenigen Leuten zu behaupten. Er wurde dem gemäß zum Divisionsgeneral ernannt. Hierauf erhielt er den Oberbefehl über Toulon, wobei er, weil es ihm an hinreichender Mannschaft fehlte, in die größte Gefahr gerieth. Selbst seine Frau und Kinder fielen den Engländern in die Hände, die sie auch während der ganzen Belagerung als Gefangene behandelten. Im Jahr 1796 setzte ihn der Wohlfahrtsausschuß unter nichtigem Vorwande ab; doch wurde er später wieder am Rhein unter Augereau gebraucht, kam dann zur italienischen Armee und zeichnete sich bei Novi aus, wo Joubert getödtet wurde. Im Jahr 1802 hielt er beim ersten Consul darum an, dem Zug nach St. Domingo mitzumachen, was ihm gestattet wurde. Er fand dort öfters Gelegenheit seine Tapferkeit und Talente zu zeigen. Auf der Rückreise nach Frankreich wurde er von den Engländern gefangen, doch auf dein Ehrenwort frei gelassen und nach geschehener Auswechselung (1812) zum Commandanten von Wittenberg ernannt, wo er die Festungswerke in bessern Stand zu setzen ließ und zweimal eine Belagerung aushielt. Nach dem hartnäckigsten Widerstande kapitulirte er endlich und wurde, nach Frankreich zurückgekehrt, Commandant von Agen. Bei seiner Ankunft aus Elba machte ihn jedoch Napoleon zum Commandanten von Lille und seit der zweiten Restauration wurde er nicht wieder angestellt; doch wählte ihn der Bezirk von Ville Franche zu seinem Repräsentanten in der Deputirtenkammer bei den Wahlen von 1822.


Quellen und Literatur.

  • Dr. R. Fl. Leidenfrost's französischer Heldensaal oder Leben, Thaten und jetzige Schicksale der denkwürdigsten Heroen der Republik und des Kaiserreichs, insonderheit der Waffengefährten und Marschälle Napoleons. Ilmenau, 1828. Druck und Verlag von Beruh. Friedr. Voigt.