Jean Joseph Ange d'Hautpoul

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Dhaupoul, (Joseph),

Dragoner in der Korsikanischen Legion im J. 1771; ist alle Grade durchgegangen; Brigade-General den . . . . . 1794.

Kavallerie Offizier unterrichet u. bekannt mit der Karte.


Dhautpoult.

Dhautpoult, aus einer adelichen Familie der südlichen Provinzen, war vor der Revolution Rittmeister bey dem Reg. Jäger zu Pferd von Languedoc und ward um diese Epoche Obrist davon.

Er kommandirte dasselbe mit Auszeichnung bey der Schlacht von Fleurus, ward kurze Zeit darauf zum Brigadegeneral ernannt, hatte das Kommando der Kavalerie bey der Avantgarde der Sambre und Maasarmee und machte in dieser Eigenschaft die Feldzüge von 1794 und 95.

Hauptsächlich that er sich im Juny 1796 bey der Schlacht von Altenkirchen, wo Marceau blieb, hervor.

Jourdan entsetzte ihn 1799 seiner Stelle, weil er in der Schlacht von Stockach nicht mit seiner Kavallerie angegriffen hatte, und schon hatte ihm derselbe General lebhafte Verweise über einen Vorfall bey den Vorposten bey Lüttich im July 1794 gegeben. Dhautpoul fiel es nicht schwer, sich über beyde Anschuldigungen zu rechtfertigen und er wurde wieder in Thätigkeit gesetzt.

Im November 1803 ward er zum Kommandant en chef der Kavallerie im Lager von St. Omer ernannt.

Den 12. July 1804 erhielt er die Würde eines Großoffiziers der Ehrenlegion.

Zu Ende 1805 kommandirte er in Deutschland ein Korps Kavallerie und zeichnete sich bey der Schlacht von Austerlitz aus.

Bey der Schlacht von Eylau im preußisch-französischen Kriege wurde er schwer verwundet, so daß er wenige Tage nach dieser Schlacht starb. Sein Leichnahm wurde nach Paris geführt und daselbst prächtig beerdigt.


Anekdoten

Die lezten Augenblike d'Hautpoults.

Der durch den Kopf geschossene General d'Hautpoult wurde aus dem Kampfgetümmel in ein benachbartes Dorf getragen. Von den Russen verfolgt, schikten die Franzosen, im Begriff dieses Dorf zu verlassen, einen Trompeter an den russischen General Kamenskoi ab, um ihn bitten zu lassen, daß er die lezten Augenblike ihres sterbenden Generals nicht erschweren möchte. Seine Antwort war: daß der General d'Hautpoult nach Verdienst behandelt werden sollte. Die Zweideutigkeit dieser Antwort veranlaßte die Absendung eines zweiten Trompeters mit derselben Bitte; da aber die Antwort wiederholt wurde, so kehrten die Franzosen zurük, das Dorf zu vertheidigen, und so kam es zu einem Gefecht, in welchem 400 Russen und 300 Franzosen blieben. Unterdessen starb d'Hautpoult an seiner Kopfwunde.



In der Schlacht bei Eilau wurde der französische General d'Haupoult durch einen Flintenschuß tödtlich verwundet. Seine Waffengefährten trugen ihn vom Schlachtfelde. D'Haupoult starb nach fünf Tagen. Als er verwundet ward, war er ganz von Geld entblößt. Der Großstallmeister Caulaincourt war sein vertrautester Freund.

Der Sterbende bat ihn, über seine Pferde zu verfügen und den Betrag zur Zahlung seiner Schulden zu verwenden und beschwor ihn, bei seinem unerzogenen Kinde Vaterstelle zu vertreten. Sein letzter Wille ward pünktlich erfüllt. Caulaincourt zeigte sich der Freundschaft des gefallenen Helden würdig.

Napoleon hat die bei Eilau eroberten Kanonen zu einer Statue von Bronze zum Andenken d'Haupoults verwenden lassen. Sie stellt ihn in Kürassierrüstung vor, wie er am Tage der Schlacht sich zeigte, und ziert Paris als ein Denkmal seines Heldenruhms.


Quellen und Literatur.

  • Vollständige Rangliste aller Generale und General-Adjutanten in den Armeen der französischen Republik. 1796.
  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.
  • Europäische Annalen Jahrgang 1807 Zweiterband. Tübingen in der J. G. Cotta'schen Buchhandlung 1807.
  • Sammlung von Anekdoten und Charakterzügen auch Relationen von Schlachten und Gefechten aus den merkwürdigen Kriegen in Süd- und Nord-Deutschland in den Jahren 1805 bis 1809. Leipzig, in der Baumgärtnerschen Buchhandlung. 1811.