Jean Rapp

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Rapp.

Rapp, französischer Divisions-General, Kommandant der Ehrenlegion, Aide de Camp Napoleons.

Rapp ist ein geborner Elsasser, wohnte als Adjudant des General Desaix den Feldzügen in Deutschland und Aegypten bei. Nach dem Tode dieses Generals behielt ihn der erste Consul in derselben Eigenschaft an seiner Seite. 1802 erhielt er den kitzlichen Auftrag, den Schweizern die Vermittelung Frankreichs bei ihren bürgerlichen Unruhen anzudeuten. Rapp vollzog mit der grössten Einsicht die erhaltenen Befehle. Gegen Mitte des Novembers kam er nach Paris zurück, begleitete 1803 den ersten Consul auf seiner Reise nach Belgien, reiste von da an verschiedene deutsche Höfe ab, und nahm die Elbufer in Augenschein, um daselbst Schanzen aufzuführen, und ward sodann Kommandant der Ehrenlegion. Bei dem Wiederausbruche der Feindseligkeiten mit Oestreich begleitete er den Kaiser Napoleon nach Deutschland, zeichnete sich durch seine persönliche Tapferkeit in der Schlacht von Austerlitz aus, und ward im Januar 1806 zum Divisionsgeneral ernannt. Späterhin bekleidete er die Stelle eines Gouverneurs der durch den Tilsiter Frieden zur freien Handelsstadt erklärten Festung Danzig.

Seine hartnäckige Vertheidigung dieser Stadt, worin er, auch nach dem Rückzuge der französischen Armee aus Russland, sich während sechzehn Monaten enger Einschliessung behauptete, sichert ihm unter dem tapfern und hochherzigen Vertheidigern berennter Plätze eine ehrenvolle Stelle.


Die Wetterfahnen Frankreichs.

Rapp (Jean). Im Elsass geboren. Er wurde in der Revolutionszeit zuerst bekannt. Später war er Adjudant des General Desaix, und begleitete denselben nach Egypten, in der Folge ward er Divisionsgeneral; Reichsgraf und Offizier der Ehrenlegion. Als Kriegsgefangener in Russland, erliess er folgendes Schreiben an den König.

"Sire,
"Die Generale des zehnten Korps Französischer Truppen, die sich, als Kriegsgefangene der Garnison von Danzig, in Russland befinden, sind von den Ereignissen, welcher Euer Majestät wieder auf den Thron Ihrer Väter zurückgeführt haben, unterrichtet. Sie beeilen sich daher, Euer Majestät ihre tiefste Unterwerfung zu betheuren, und Ihnen das lebhafte Verlangen zu bezeugen, Euer Majestät recht bald Beweise ihrer unbedingtesten Ergebenheit und ihrer unverletzlichen Treue geben zu können.
"Der musterhafte Geist, welcher die Truppen des zehnten Korps beseelt, berechtigt uns, dieselben Gesinnungen bey allen dazu gehörigen, in verschiedenen Gouvernements von Russland zerstreuten Individuen zu verbürgen.
"Wir erwarten mit ungeduldiger Sehnsucht die glücklichen Resultate der väterlichen Bemühungen Euer Majestät, welche die Rückkehr der Kriegsgefangenen nach Frankreich beschleunigen sollen, um diese Betheurungen am Fusse des Thrones Euer Majestät zu wiederholen.
"Wir verharren mit tiefster Ehrerbietung
"Sire,
"Euer Majestät
"Unterthänigste treugehorsamste Diener,
Unterzeichnet, der General en chef, Graf Rapp."


Der König verlieh am 23. August 1814 dem Herrn Grafen Rapp das Grossband der Ehrenlegion, und am 13. desselben Monats, den Sankt-Ludwigs-Orden. Seine Majestät setzten sogar ein so hohes Vertrauen in denselben, dass Sie ihm das Kommando der Ersten Armeekorps der Armee unter den Befehlen S. K. H. des Herzogs von Berry übertrugen. (Tagsbefehl vom 15. März 1815) Die Folge von dem Allen war, dass der Graf Rapp sich am 4. Juny 1815 von Napoleon zum Pair von Frankreich und zum Kommandanten der fünften Militairdivision ernennen liess.


Vermischte Nachrichten.

[1812]

Der General Rapp ist, wie die Frankfurter Zeitung meldet, unter der Anzahl der in der Schlacht am 7ten vor Mon. blessirten Generale. Er versah den Dienst bey dem Kaiser; als General Compans verwundet wurde, erhielt er von Sr. Majestät den Auftrag, das Commando der Division zu übernehmen. Allein bald darauf wurde er von 2 Pistolenschüssen getroffen, einem am Arm und dem andern im Schenkel, und eine Kanonenkugel streifte ihm den letztern; dessen ungeachtet hat dieser General seinen Posten nicht verlassen und die Division noch 3 Stunden lang mit seiner gewöhnlichen Tapferkeit commandirt, als eine Flintenkugel ihm die linke Hüfte traf, ihn vom Pferde warf und nöthigte, das Schlachtfeld zu verlassen. Durch ein seltenes Glück wurde ihm kein Glied zerbrochen, und man hofft, daß er in einem Monat oder 6 Wochen wieder im Stande seyn wird, seinen Dienst zu übernehmen.

Quellen und Literatur.

  • Gallerie der merkwürdigsten Personen des Hofes und Cabinets zu St. Cloud. Amsterdam und Cöln, bei Peter Hammer, 1815.
  • Die Wetterfahnen Frankreichs oder unsere Zeitgenossen, wie sie sind. Herausgegeben von einer Wetterfahnen-Gesellschaft. Leipzig, bey Gerhard Fleischer dem Jüngern. 1816.
  • Denkwürdigkeiten aus dem Tagebuche des General Grafen von Rapp. Erfurt und Gotha, Hennings'sche Buchhandlung, 1824.
  • Leipziger Zeitung Nr. 198. Donnerstags den 8. October 1812.