Jean Sarrazin

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Sarrazin. -- Adjunkt der Offiziere des Geniekorps; General-Adjutant den 8ten November 1794.

Junger Offizier, der gut dient.


Sarasin.

Sarasin, französischer Maréchal-de-Camp xc., 1770 im Flecken St. Silvestre, Lot- und Garonne-Departement, geboren.

Seine Aeltern waren Ackersleute, ließen jedoch ihrem Sohne eine wissenschaftliche Erziehung geben. Im sechzehnten Jahre ward er Soldat, und als ein Jahr darauf sein Regiment aufgelös't wurde, lebte er in Reole als Lehrer in der Mathematik bis 1792, wo er sich zur Armee begab, Adjutant-Major und ein Jahr darauf wegen Insubordination cassirt und zum Gemeinen degradirt wurde. Er diente jedoch hernach unter dem General Marceau, ward dessen Secretär und dann Ingenieur Oberstlieutenant oder Adjutant-General-Adjoint. 1796 und 97 stand er als General-Adjutant, Brigadechef bei der Armee von der Sambre et Meuse und Italien, war 1798 bei der Expedition nach Irland, zeichnete sich 1799 in Italien bei Trebia aus, wo er Brigadegeneral ward, und trat 1801 in den Privatstand zurück. 1803 nahm er wieder Dienste, wurde nach St. Domingo geschickt, und das folgende Jahr war er in Brest unter Augereau, mußte aber bald darauf seinen Abschied nehmen, weil er die Generale und Administration der Armee, wobei er stand, bei Napoleon verklagt hatte. Die Feldzüge von 1805 und 1806 machte er jedoch wieder mit, und erhielt hernach ein Commando im Lis-Departement, überwarf sich mit dem dortigen Präfecten, und ward nach der Insel Cazand und von da ins Lager von Boulogne geschickt.

Vermöge seiner immer unruhigen, alles bekrittelnden Sinnesart hatte er auch seine Unzufriedenheit über Napoleons geringe Anerkennung seiner Verdienste auf eine Weise geäußert, daß er dessen Ahnung befürchten mußte. Er ging daher am 10ten Juni 1810 auf einem kleinen Fahrzeuge nach England über, und machte beim Gouvernement ausschweifende Foderungen für demselben angeblich geleistete Dienste und dadurch erlittenen Verlust, Plane zur Vernichtung Napoleons xc. Unter den erstern führte er auch die Absicht an, mit seinem in Cazand unterhabenden Corps zu den Engländern während der Expedition gegen Walchern, wenn solche dem Plane gemäß sich bis zu einer Landung in Holland ausgedehnt hätte, zu stoßen, u. dgl. m. England aber würdigte weder seine Prätensionen, noch seine Person einer besondern Aufmerksamkeit, und er privatisirte eine Zeitlang in London, gab das Journal le Philosophe heraus, ließ viele Artikel in die Times einrücken, und schrieb die Confessions de Bonaparte au Cardinal Maury. In allen schimmert sein Haß gegen Napoleon, gewöhnlich auf Kosten der Wahrheit, hervor. Durch sein fortgesetztes begehrendes Treiben fiel er der Regierung endlich so zur Last, daß er bedeutende Winke, sich zu entfernen, erhielt. Er ging nach Dänemark, wurde auch dort abgewiesen, und folgte nun der englischen Armee in Spanien, mit der er 1814 nach Frankreich zurückkehrte und von Ludwig XVIII. zum Maréchal-de-Camp ernannt wurde.

Er hat kürzlich eine Geschichte des letzten spanischen Kriegs herausgegeben, die über manche Thatsachen nicht unwichtige Aufklärungen gibt.


Werke.

  • Bonaparte's Sündenbekenntnis vor dem Cardinal Maury nebst einer Unterredung des Generals Berthier, Prinzen von Wagram mit dem Cardinal Maury, aus dem Französischen des Generals Sarrazin. Leipzig 1814, in der Baumgärtnerschen Buchhandlung.
  • Geschichte des Kriegs in Spanien und Portugal von 1807 bis 1814, von dem General Sarrazin. Aus dem Französischen übersetzt. Leipzig, 1815. in der Baumgärtnerischen Buchhandlung.


Quellen und Literatur.

  • Vollständige Rangliste aller Generale und General-Adjutanten in den Armeen der französischen Republik. 1796.
  • Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.