Jean Toussaint Arrighi de Casanova

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Arrighi de Casanova, Herzog von Padua.

Wir finden diesen jungen Mann, einen Liebling des Kaisers Napoleon, gegenwärtig bey der Französischen Armee, die gegen Rußland agirt.

Da er, so zu reden, erst in das Leben tritt, so läßt sich von ihm nur so viel sagen, daß er einer der schönsten Männer in der Französischen Armee sey; er ist Oberst der Dragoner der kaiserlichen Garde, General in der Armee und Commandant der Ehren-Legion.

Im Februar 1813 befand er sich in Frankfurt.

Zum Herzoge von Padua ernannte ihn sein Monarch im Jahre 1810.

Jean Thomas Arrighi, Herzog von Padua.

Jean Thomas Arrighi, Herzog von Padua und General-Lieutenant.

Aus Corsika gebürtig und Verwandter Napoleons, wohnte Arrighi den ersten Feldzügen der Revolution als Cavallerieoffizier und Flügeladjutant des Generals Berthier bei, befand sich 1797 in Rom, als (27. December) der General Duphot ermordet wurde, und wurde kurz nachher von dem Gesandten der Republik, Joseph Buonaparte, an den Papst gesandt, um deshalb Genugthuung zu fordern. Hierauf begleitete er den General Buonaparte nach Aegypten, zeichnete sich in der Schlacht bei den Pyramiden (22. Juli 1798), besonders im Gefechte bei Koraim (11. Aug.) aus und kehrte mit den Trümmern der ägyptischen Armee nach Frankreich zurück. Nachdem er hierauf den ersten Consul bei seinem siegreichen Feldzug in Italien begleitet, ernannte ihn derselbe (31. August 1803) zum Obersten des 1. Dragonerregiments. Nach der Schlacht von Austerlitz ward er (25. December 1805) Comthur der Ehrenlegion, wurde darauf (19. Mai 1806) Oberster der Garde-Dragoner, Brigade-General und (25. Mai 1808) Divisionsgeneral. Als solcher zeichnete er sich in der Schlacht von Wagram aus. Im Jahr 1813 erhielt er nach der Schlacht bei Lützen das Commando eines kleinen Corps bei Leipzig und befand sich mit in jener denkwürdigen Schlacht, wobei er den 19. Oct. die Vorstädte vertheidigte. Nach Frankreich mit der geschlagenen Armee sich zurückziehend, widersetzte er sich (26. Febr. 1814) bei Nogent dem Uebergang der Alliirten über die Seine, und unterwarf sich nach Napoleons Abdankung Ludwig XVIII. Er erhielt das St. Ludwigskreuz, erklärte sich jedoch im März 1815 wieder für Napoleon und bekam von demselben den Auftrag, Corsika gegen die feindlichen Anfälle zu vertheidigen. Nach der Schlacht bei Waterloo dachte er sogar darauf, Corsika die frühere Unabhängigkeit wieder zu geben; er gehörte daher auch zu denjenigen, welche durch die Ordonanz des Königs vom 14. Juli 1815 und den 16. Januar 1816 aus Frankreich verbannt wurden. Die Königliche Ordonanz vom 19. November 1820 aber ertheilte ihm die Erlaubniß zur Rückkehr nach Frankreich.

Quellen und Literatur

  • A.F. Rittgräff. Die Helden des Tages, oder biographische Notizen über die hervorstechendsten Personen der gegenwärtigen Zeitverhältnisse. Berlin 1813.
  • Dr. R. Fl. Leidenfrost's französischer Heldensaal oder Leben, Thaten und jetzige Schicksale der denkwürdigsten Heroen der Republik und des Kaiserreichs, insonderheit der Waffengefährten und Marschälle Napoleons. Ilmenau, 1828. Druck und Verlag von Beruh. Friedr. Voigt.
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