Jean Victor Tharreau

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Jean Victor, Baron Thareau, Divisions-General, geb. in dem vormaligen Anjou, um 1763, blieb in der Schlacht an der Moskwa.

Obgleich Thareau sich den Wissenschaften gewidmet hatte, nahm er doch 1792 Kriegsdienste, durch lief schnell die niedern Grade in der Ardennenarmee und war 1794 schon Brigadegeneral.

Ungeachtet seines Muthes wurde er doch weil seine Aeußerungen über den Zustand Frankreichs den Volksrepräsentanten nicht gefielen, seines Amtes entsetzt, und blieb es bis zum 9. Thermidor im Jahre II. (27. Juli 1794), an welchem Tage Frankreich von der Schreckensregierung befreit wurde. Er diente hierauf bei der Rheinarmee und erwarb sich 1796, während des berühmten Rückzugs unter Moreau, die Bewunderung seiner Waffengefährten. Obgleich nur Brigadegeneral, befehligte er doch eine Division, welche den rechten Flügel der Armee deckte, und führte sie mit einem geringen Verluste nach Frankreich zurück.

Zu Ende des Jahres 1797 kam er zur Armee von England, 1798 wieder zur Rheinarmee und im folgenden Jahre, als Divisionsgeneral, zur Donauarmee unter Jourdan. Da sich dieselbe mit der helvetischen Armee unter Massena vereinigte, führte Thareau das Commando über 4 Divisionen, mit denen er sich bei Winterthur sehr auszeichnete.

Zu Ende des Jahres 1799 organisirte er die Truppen in der 6. Militärdivision, wurde dann Commandant von Straßburg und Kehl, machte den Feldzug 1800, unter Moreau, in Deutschland mit und befehligte 1801 eine Division in Süd-Frankreich.

Da er jedoch, seinem Grundsatze gemäß, weder für die erbliche Consular-Würde, noch für das Kaiserthum gestimmt hatte, blieb er von 1802 bis 9 ohne Anstellung.

In dem letztern Jahre aber bekam er den Oberbefehl über die erste Grenadierdivision des Marschall Oudinot, an deren Spitze er beim Einzuge in Wien (12. Mai) verwundet wurde. Obgleich nun Regnier das Commando übernehmen wollte, behielt er es doch auf seine Bitten und zeichnete sich abermals in den Schlachten von Eßlingen und Wagram aus.

Im Feldzuge gegen Rußland befehligte er das westphälische Corps, wurde aber in der Schlacht an der Moskwa am Beine verwundet, und da er das Schlachtfeld nicht verließ, auch in der Brust, welche Wunde seinem Leben ein Ende machte.

Quellen und Literatur

  • Dr. R. Fl. Leidenfrost's französischer Heldensaal oder Leben, Thaten und jetzige Schicksale der denkwürdigsten Heroen der Republik und des Kaiserreichs, insonderheit der Waffengefährten und Marschälle Napoleons. Ilmenau, 1828. Druck und Verlag von Beruh. Friedr. Voigt.