Jean de Lacoste

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Lacoste, Minister des Seewesens im März 1792, war vor der Revolution erster Kommis in der Kanzley der Marine und hatte sich in dieser Stelle einige Kenntnisse erworben, vorzüglich aber an die Arbeit gewöhnt. Nachdem er hierauf in die Westindischen Inseln zur Einsetzung der neuen Regierungsverfassung geschickt worden war, nöthigten ihn seine Mißverstände mit Béhague, dem Gouverneur von Martinique, wieder zurückzukehren. Er denunzirte diesen Offizier bey der Versammlung und bey den Jakobinern, wo er sich bey seiner Ankunft meldete.

Seine Anhänglichkeit an diesen Klubb und seine Eigenschaft als Nichtadeliger empfahlen seine Ernennung zum Marineminister der Revolutionsparthey; den Royalisten aber, die ihn für einen groben heftigen Menschen ansahen, mißfiel sie.

Seine Feinde übrigens kommen darin überein, daß er ein ehrlicher Mann war, der, trotz daß er der Revolution folgte, ihre Verirrungen verabscheute, und daß er während seines Ministeriums dem Könige mehrere Beweise von Anhänglichkeit gab. Man sah ihn selbst sich mehreremahl bey der Versammlung über die Zerstörung der Marine und den darin durch die Klubbs sich fortpflanzenden Aufruhrgeist beklagen, und mit allen andern Ministern den 10. July 1792 seine Entlassung nehmen, nach dem er diese Stelle 5 Monathe lang bekleidet hatte.

Die Beschwerden, die er sich gegen die Volksgesellschaften erlaubt hatte, wurden ihm nicht verziehen. Seine Ernennung zum Bothschafter in Toskana wurde von dem gesetzgebenden Körper nicht genehmigt, und im November ließ ihn Garat arretiren; doch das Kriminalgericht sprach ihn im Februar 1793 wieder frey.

Bonaparte berief ihn 1800 in den Rath der Prisen, wo er sich 1806 noch befand.


Quellen und Literatur.

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.