Joachim Jérôme Quiot du Passage

From NapoleonWiki
Jump to: navigation, search

Jerôme Joachim Quiot du Passage, General-Lieutenant, geb. den 9. Febr. 1775 zu Alixan, im Departement des Drôme.

Als Grenadier in das 3. Bataillon des Drôme tretend, war Quiot schon zu Ende des Jahres 1792 Capitän bei der Ostpyrenäen-Armee und kam, nach dem Frieden mit Spanien, mit seinem Bataillon nach Italien. Marschall Victor machte ihn zu seinem Adjutanten und er befand sich fast in allen Gefechten dieses ruhmreichen Feldzugs. So hob er an der Spitze von 4 Compagnien, gleich nach der Schlacht bei Rivoli, einen bedeutenden östreichischen Posten auf, wobei er verwundet wurde. Eben so zeichnete sich Quiot auch 1798 und in den folgenden Feldzügen bei mehrern andern Gelegenheiten in Italien höchst vortheilhaft aus. In der Schlacht von Jena, bei Einnahme des Dorfs Vierzehnheiligen gefährlich verwundet, eilte er, noch vor seiner gänzlichen Widerherstellung, der Armee nach und machte den Feldzug in Polen mit. In Spanien zeichnete er sich bei der Belagerung von Saragossa, bei der von Badajoz, durch Zurücktreibung zweier Ausfälle und besonders bei der Schlacht an der Guebera und der Einnahme von Campo Mayor in Portugal aus. Er wurde Gouverneur dieser Stadt. Noch waren die Breschen nicht wieder hergestellt, als er von 14,000 Mann englischer und hannöverscher Truppen angegriffen wurde, die allein 4000 Reiter bei sich hatten. Zwar stieß der General Latour Maubourg mit 2 schwachen Regimentern Cavallerie von Albuquerque aus zu ihm; allein doch schien es unmöglich, sich zu behaupten. Quiot erhielt daher von Latour Maubourg Befehl, mit seiner Infanterie zu manövriren, um den Rückzug nach Badajoz zu decken, was er so geschickt vollführte, daß beide mitten durch eine Ebene und unter fortwährendem Kanonenfeuer, mit einem Verlust von nur 32 Mann, die Hauptarmee glücklich erreichten. In dem Feldzuge von 1813 erhielt er bei dem Treffen von Culm als Brigadegeneral Befehl, das 25,000 Mann starke Kleist'sche Corps anzugreifen, dessen erste Linie er auch über den Haufen warf und 2000 Mann zu Gefangenen machte; doch von den Truppen, die ihn unterstützen sollten, im Stich gelassen, wurde er überwältigt, gefährlich verwundet und gefangen nach Prag und von da nach Ungarn gebracht, wo er bis zum Frieden blieb. Nach Frankreich zurückgekehrt, erhielt er den Oberbefehl im Departement des Drôme der ihm nach der zweiten Restauration auch wieder übertragen wurde. Nach 1824 befand er sich auf der Liste der dienstthuenden General-Lieutenants.


Quellen und Literatur.

  • Dr. R. Fl. Leidenfrost's französischer Heldensaal oder Leben, Thaten und jetzige Schicksale der denkwürdigsten Heroen der Republik und des Kaiserreichs, insonderheit der Waffengefährten und Marschälle Napoleons. Ilmenau, 1828. Druck und Verlag von Beruh. Friedr. Voigt.