Johann Ludwig von Cobenzl

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Cobenzl (Ludwig Graf von), Ritter des goldenen Vließes, Großkreuz des Stephansordens, gebohren den 21sten November 1753 zu Brüssel, Vetter des Vorhergehenden, machte sich durch seine Gesandtschaft in Petersburg, wo er von 1779 bis 1797 blieb, bekannt, da er sich die Gunst der Kaiserin Katharine erwarb, so wohl durch seine Geschicklichkeit in Geschäften als durch den Eifer, mit dem er dieser Monarchin, durch Verfertigung neuer Stücke für ihr Theater und durch persönliche Theilnahme an der Vorstellungen, den Hof machte.

Im Oktober 1795 schloß er im Namen des Kaisers einen Bündnißvertrag mit England und Rußland.

1797 war er einer der bevollmächtigten Gesandten zu Udine, um mit Bonaparte zu unterhandeln, und unterzeichnete den 17ten Oktober den Frieden zwischen seinem Kaiser und der französischen Republik.

Darauf begab er sich zu dem Kongreß in Rastadt und hatte zu Seltz mehrere Unterredungen mit dem Minister François de Neufchateau über die Vorfälle, welche den Gesandten Bernadotte genöthigt hatten, Wien zu verlassen.

Er kehrte alsdann nach Petersburg zurück, schloß aber 1801 den Frieden zu Lüneville, gieng von da nach Wien, wo er zum Staatsvizekanzler und dirigirenden Minister des auswärtigen Angelegenheiten ernannt wurde.

Im November 1805 begleitete er den Hof nach Olmütz.

Am 22sten Februar 1809 starb er in Wien.

Nach dem Preßburger Frieden erhielt der Graf Stadion seine Stelle als Minister der auswärtigen Angelegenheiten.


Quellen und Literatur.

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.