Joseph-Ignace Guillotin

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Guillotin, Arzt zu Paris, geboren zu Saintes den 29. März 1738, Deputirter des dritten Standes von Paris bey der General-Stände-Versammlung lebte vor der Revolution in ziemlicher Unbekanntheit.

Was ihn zur Deputation brachte, war eine Schrift des Titels: Bittschrift der sechs Korps, die man ihm abzufassen übertrug, und die durch ihren Eindruck auf den Volksgeist und durch die Verfolgungen des Pariser Parlaments gegen ihren Verfasser interessant wurde, da ihn der Gerichtshof vorlud, und das Volk im Triumphe zurückführte.

Als ernanntes Mitglied der Nationalversammlung machte sich Guillotin nur durch seine ausserordentliche Charaktermilde bemerkbar. Den 1. Dezember 1789 stattete er über das peinliche Gesetzbuch einen Bericht ab, worin der Ton der äussersten Humanität herrschte, und den er mit dem Vorschlage der unglücklichen Maschine, statt des qualvolleren Stranges, schloß, die seinen Namen erhielt und in der Folge das Werkzeug zur Hinrichtung so vieler Schlachtopfer wurde.

Einige, durch den seitdem eingeflößten Abscheu gegen diese Maschine verleitet, haben ein Ungeheuer aus einem Manne gemacht, der einer der sanftesten Menschen ist, und sich zu gleicher Zeit während der Revolution äusserst zurückgezogen gehalten hat. Niemand hat mit innigerem Schmerz den traurigen Gebrauch seiner Erfindung bejammert, als er selbst.

Die, die Guillotin kennen, schildern ihn als einen Mann von Geist, kalt und zurückhaltend, aber voll Rechtlichkeit. Er ist noch einer der besten Aerzte von Paris und hat vom Gouvernement die Direktion der Kuhpockenimpfung über sich.

Quellen und Literatur

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.