Joseph Barbanègre

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Joseph, Baron Barbanègre, Brigade-General, geb. zu Pontacq in Bearn den 22. Aug. 1772.

Die ersten Grade während des Revolutionskrieges durchlaufend, befehligte Barbanègre in der Schlacht bei Austerlitz das 48. Linien-Regiment und vollführte an der Spitze desselben den schönen Angriff auf die Anhöhen von Sokolnitz, welche 1800 russische Grenadiere vertheidigten. Mit dem Bajonet angreifend, erbeutete er 3 Fahnen und 4 Kanonen. Der Kaiser ernannte ihn dafür zum Comthur der Ehrenlegion. Neue Lorbeeren verschafften ihm die Schlachten bei Auerstädt, Eilau, Schlacht von Eckmühl, Regensburg und Wagram.

Auf dem Zuge nach Rußland erhielt er beim Uebergang über den Dnieper eine schwere Verwundung, langte aber, nach hergestellter Gesundheit, glücklich in Stettin an, bildete daselbst aus den übrig gebliebenen Truppen des 1. Armee-Corps eine Division und vertheidigte damit diese Stadt bis zum Frieden 1814.

Dennoch fand er in Frankreich keine Anstellung bis zu Napoleons Rückkehr, der ihm die Vertheidigung von Hüningen anvertraute. Ungeachtet er daselbst an Allem Mangel litt, und die Festungswerke sich in schlechtem Zustande befanden, unterzog er sich doch dieser Verpflichtung, im Angesicht von 50,000 Oestreichern. Da die Schweizer am 25. Juli eine französische Brücke über den Rhein zerstört hatten, beschoß Barbanègre am andern Tage Basel und trieb in mehrern Ausfällen nicht allein die Belagerer zurück, sondern zerstörte auch die feindlichen Werke, worauf (17. Aug.) die förmliche Beschießung von Hüningen begann. Die Zahl seiner Truppen war nie groß gewesen und durch Krankheiten und Ausfälle hatte sie sich noch mehr vermindert; er erbot sich daher zur Capitulation, seine Bedingungen wurden aber nicht angenommen. Da jedoch ein längerer Widerstand ihm unnütz dünkte, ergab er sich (26. Aug.) an den Erzherzog Johann von Oestreich und verließ Hüningen an der Spitze der Besatzung, die nur noch aus 50 Waffenfähigen bestand.

Dieser braven Vertheidigung ungeachtet, wurde er vor ein Kriegsgericht gestellt, welches ihn jedoch frei sprach. Er lebt jetzt ohne Anstellung in Paris.


Quellen und Literatur.

  • Dr. R. Fl. Leidenfrost's französischer Heldensaal oder Leben, Thaten und jetzige Schicksale der denkwürdigsten Heroen der Republik und des Kaiserreichs, insonderheit der Waffengefährten und Marschälle Napoleons. Ilmenau, 1828. Druck und Verlag von Beruh. Friedr. Voigt.