Joseph Jean-Baptiste Albert

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Joseph Jean Baptiste Albert.

Joseph Jean Baptiste Albert, General-Lieutenant, geb. den 28. August 1771 zu Guillestre im Depart. der Ober-Alpen.

Frankreich, von Oestreich, Preußen und Spanien angegriffen, rief des Vaterlands muthige Söhne zu den Waffen, und Albert, eben im Begriff, die Universität zu verlassen, gehorchte nicht nur, sondern wirkte durch seine Beredtsamkeit so sehr auf die Stimmung seiner Mitbürger, daß er bald, mit einem Bataillon Freiwilliger den Spaniern entgegenziehen konnte. Augereau, Befehlshaber einer Division bei der Ostpyrenäen-Armee belohnte dessen heldenmüthige Tapferkeit durch seine Ernennung zum Flügeladjutanten, so wie er ihm auch 1795 den Auftrag ertheilte, die den Spaniern abgewonnenen Fahnen den Machthabern der französischen Republik zu überreichen, die ihm Ehrenwaffen ertheilte und zugleich den Befehl über ein Bataillon anvertraute. Er begleitete hierauf Augereau nach Italien und nach Franken, und machte später auch die Schlachten von Austerlitz, Jena und die Feldzüge in Polen und Preußen mit. Napoleon ernannte ihn nach dem Gefechte bei Golymin zum Brigadier. In der Schlacht bei Eylau focht er an der Spitze einer Brigade des 7. Armeecorps und widerstand muthig den überlegenen Streitkräften der Feinde. Während der Belagerung von Danzig warf er unter Oudinot, auf der Danziger Nehrung, zwischen Passenwerder und Stege (15. Mai) die Preußen über den Haufen und nahm ihnen 1200 Gefangene und 4 Kanonen ab. Napoleon selbst bezeigte ihm deshalb seine Zufriedenheit und gab ihm für neue Waffenthaten bei Eßlingen und Wagram das Ordenskreuz der eisernen Krone. Während des Feldzugs nach Rußland befehligte er die erste Brigade der Division Legrand, die zum 2. Armeecorps gehörte. Im Gefecht bei Jacobowo widerstand er allein mit seiner Brigade der russische Armee, wurde aber über die Drissa getrieben, über welche der Feind ebenfalls setzte. Alle General waren der Meinung, daß, da am andern Morgen der Angriff der Feinde sicher zu erwarten, der Rückzug wohl das Beste sey. Albert allein widersetzte sich und da er versicherte, daß er mit seiner Brigade den Feind zuerst anfallen würde, entschied man sich für den Angriff. Ein vollständiger Sieg war die Folge (28. Juli 1812). Die Russen flüchteten in größter Unordnung über die Drissa zurück und verloren außer vielen Todten und Gefangenen 13 Kanonen. Beim Rückzug aus Rußland ging die Brigade Alberts zuerst über die Berezina, stürzte sich auf den Feind und trieb ihn 2 Stunden weit zurück. Der französische Kaiser ernannte ihn noch auf dem Schlachtfelde zum Divisions-General und als solcher focht er unter Marschall Ney mit Auszeichnung bei Bautzen. Am 19. August 1813, zwischen Hainau und Bunzlau, vom russischen General Sacken mit 25,000 Mann Infanterie und 5000 Reitern angegriffen, widerstand er 7 Stunden lang allen Angriffen der Feinde, obgleich er selbst nur 5000 Mann Infanterie und 800 Reiter bei sich hatte. Marschall Ney rechnete diese Waffenthat zu den schönsten, die jemals statt gefunden. Nach der Schlacht von Leipzig führte er das Armeecorps, welches Lauriston, der in feindliche Gefangenschaft gerathen war, befehligt hatte, nach Frankreich zurück. Hier verdoppelte sich sein Eifer in Vertheidigung des vaterländischen Bodens und kräftig unterstützte er den General Sebastiani in einem Gefecht mit den Russen bei Bonn, wodurch letztere wieder über den Rhein zurückgeworfen wurden. Am 1. Febr. 1814 deckte er mit einer Handvoll Infanterie den Rückzug Macdonalds über Chalons und rettete dadurch die Kanonen des Armeecorps. Gleiche Lorbeeren erwarb er sich bei La Ferté-sous-Jouarre durch Vertheidigung dieser Stadt und gewann der französischen Armee dadurch einen ruhigen Rückzug. Macdonald berichtete an den Kaiser, daß binnen 9 Tagen General Albert dem Vaterlande zweimal die wichtigsten Dienste geleistet habe und verlangte für die große Decoration der Ehrenlegion. Ludwig XVIII. verlieh ihm das Ritterkreuz des St. Ludwig-Ordens. Nach Buonaparte's Rückkehr von Elba befehligte Albert eine Division bei der Rheinarmee und ist jetzt erster Flügel Adjutant des Herzogs von Orleans.


Die Wetterfahnen Frankreichs.

Albert. Reichsbaron; am 21. November 1812 vom Kaiser zum Lieutenant-General ernannt; Kommandeur der Ehrenlegion; Königlicher Kommandant zu Lyon, erste Unterabtheilung der 19. Division, unter den Befehlen des Gouverneurs, Grafen Roger de Damas. (Almanach Royal von 1814 und 1815.) Ludwigsritter.


Quellen und Literatur.

  • Die Wetterfahnen Frankreichs oder unsere Zeitgenossen, wie sie sind. Herausgegeben von einer Wetterfahnen-Gesellschaft. Leipzig, bey Gerhard Fleischer dem Jüngern. 1816.
  • Dr. R. Fl. Leidenfrost's französischer Heldensaal oder Leben, Thaten und jetzige Schicksale der denkwürdigsten Heroen der Republik und des Kaiserreichs, insonderheit der Waffengefährten und Marschälle Napoleons. Ilmenau, 1828. Druck und Verlag von Beruh. Friedr. Voigt.